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18.07.2014

10:34 Uhr

BMW 2er Active-Tourer

Die eilige Familienkutsche

VonPeter Weißenberg
Quelle:Spotpress

Mit ihrem ersten Van betreten die Bayern Neuland – und bereiten manchem BMW-Traditionalisten schwere Kopfschmerzen. Ist dieses Auto noch ein echter BMW? Den Beweis tritt der Wagen im Fahrtest an.

Fahrbericht: BMW 2er Active Tourer - Eilige Familie BMW

So schnittig kann ein Familienvan sein: Schon beim Design gibt sich der 2er Active Tourer sehr dynamisch.

Wir schreiben das Jahr 2004 – und sitzen einem jahrzehntelangen Kenner der Marke BMW gegenüber. Wie ein Pfeil schießt er gleich zwei Antworten auf die folgende Frage des Reporters heraus: Was passt überhaupt nicht zu BMW? „Erstens: Ein Familienvan. Zweitens: Frontantrieb.“ Punkt.

Wir schreiben das Jahr 2014 – und sitzen in einem 2er Active-Tourer. Unzweifelhaft ein Van. Vor uns liegen mehr als hundert Kilometer kurvenreicher Alpenstrecken. Und direkt vor uns liegt ein Frontantrieb. Also kein echter BMW?

Die wichtigste Währung bei den Bayerischen Motorenwerken ist dabei wie eh und je das dynamische Fahrerlebnis. Und hier legen wir uns nach den ersten paar Dutzend Kilometern fest: Das Echtheits-Siegel ist verdient. Trotz des höheren Schwerpunkts eines Vans liegt der BMW im Normalbetrieb wie angesaugt auf der Straße, trotz Frontantrieb ändert sich darin weit über den Normalbetrieb nichts. In der elektro-mechanischen Servolenkung zuckt und zerrt der Einfluss des Fronttriebs keinen Hauch. Lediglich bei äußerst rasant gefahrenen Kurven hebt der Active-Tourer schon einmal ein Bein. „Unsere typische Dynamik zu erreichen, das war uns ein wichtiges Anliegen“, schwört Entwickler und Produktmanager Siegfried Müller denn auch.

Unterwegs sind wir übrigens zunächst mit dem 218d. Einem 150-PS-Diesel also aus der neuen Modell-Familie gemeinsam mit der Schwestermarke Mini, der bereits zum Marktstart am 27.September zur Verfügung stehen wird – wie auch der Einstiegsmotor, ein Dreizylinder-Benziner 218i (136 PS) und der Vierzylinder 225i (231 PS). Der Diesel ist ein Flüstermeister – und da auch die Windgeräusche dank cw-Wert 0,26 äußerst dezent sind, reist es sich in diesem Wagen ebenso zügig wie kommod. Mehr Motor braucht dieses Fahrzeug eigentlich nicht.

Aber ein BMW wird von den Fahrern eben besonders vielseitig gefordert. Und darum kann der Käufer seinen Active Tourer sowohl mit dem Top-Benziner (ab 37.950 Euro) noch deutlich zackigere Fahrleistungen entlocken – oder mit dem angenehm grummelnden Dreizylinder-Benziner (ab 27.200 Euro) sowie dem später erhältlichen 1,6-Liter-Diesel auf Spartour gehen. 28.950 Euro werden für diesen Motor zu Buche stehen, wenn er wie die weiteren Motorisierungen (220i, 220d) und die Allradantriebe (für 220d und 225i) ab November zur Verfügung steht.

Die anfangs erhältlichen Motoren lassen sich im Prinzip übrigens auch in der Nähe der versprochenen Drittelmix-Angaben von 4,1 (Diesel) bis 5,9 (225i) Liter bewegen – im Prinzip. Die eingebaute Freude am Fahren führt allerdings dazu, dass reale Verbräuche je nach sportivem Charakter des Fahrers weniger oder mehr darüber liegen. Wer aber auf der langen Urlaubsfahrt mittels Tempomat (ab zweiter Ausstattungsstufe Advantage serienmäßig) bei 130 Stundenkilometer gen Süden brummelt, wird keine bösen Tank-Überraschungen erleben. Kühlen Kopf bewahrt schließlich auch schon der Fahrer der Basisversion. Klima ist immer serienmäßig.

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