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16.10.2013

13:33 Uhr

Buchbesprechung

„Bis aufs Blech“

Was treibt Menschen an, die ein Elektroauto „made in Africa“ bauen? Wie arbeitet ein blinder Automechaniker in Amerika? 30 spannende Reportagen vereint ein kompaktes Lesebuch, das leider zu wenige Bilder zeigt.

Ausschnitt des Buchcovers "Bis aufs Blech" PR

Ausschnitt des Buchcovers "Bis aufs Blech"

DüsseldorfEin Automechaniker, der blind ist; eine Engländerin; die 33 Jahre nach ihrer ersten Fahrstunde endlich den Führerschein in Händen hält; ein BMW 507, eine alte Dame und ihre Verbindung zum King of Rock’n’Roll; ein Plymouth, der planmäßig nach 50 Jahren wieder ausgegraben wird; Altautos für Afrika und ihr zweites Leben in der dritten Welt – diese und viel andere sind die „Geschichten von Autos und ihren Menschen“ (so der Untertitel), die sich in einem ungewöhnlichen Autobuch finden.

„Bis aufs Blech“ versammelt 30 Reportagen und Portraits, die Hauke Schrieber in den vergangenen Jahren in Zeitschriften wie „Auto Bild“ und „Motor Revue“ veröffentlicht hat. Ein Genuss ist der Einstiegsartikel, in dem der Autor selbstironisch sich und die Zunft der Motorjournalisten aufs Korn nimmt, aber auch die Hersteller mit ihren teilweise pompösen Pressepräsentationen, bei denen das Auto, um das es geht, schon einmal ein wenig in den Hintergrund rücken kann.

Das Buch schließt beim Leser auch so manche automobilhistorische Lücke, etwa im Fall des Rekordwagens Babs aus Wales und des Troll aus Norwegen, den früh das Todesurteil traf. Nicht nur bei diesen exklusiven Einblicken wünschte man sich allerdings mehr Fotos. Mehr als zwei Bilder gibt es leider zu keiner Geschichte. Schade. So kommt etwa die Story über die kleine britische Autoschmiede Bristol gänzlich ohne eine Modellaufnahme aus.

Nicht ganz glücklich sind auch zwei, drei ältere Artikel, über deren Aktualität – wie etwa bei der Entwicklung des Automarktes in China – die Zeit hinweggegangenen ist. Ein kleiner Epilog in dem einen oder anderen Fall kann über diesen Eindruck nicht hinwegtäuschen. Hier wäre weniger mehr gewesen. Dennoch bleibt das Buch eine kurzweilige Lektüre, weil es den Blick auf ungewöhnliche und teils unbekannte Kapitel der Automobilgeschichte lenkt.

Von

amp

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