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12.06.2014

12:52 Uhr

Buchrezension

Kuriositätenkabinett voller Smalltalk-Wissen

Quelle:Spotpress

Autobücher gibt es viele. Ein spezielles widmet sich jetzt mit einer Portion Humor all den Fragen, die meist unbeantwortet bleiben oder die man sich nie gestellt hat.

Buchrezension: Fast alles über Autos - Stöberparadies und Kuriositätenkabinett Delius Klasing

Fast alles über Autos

Wer Autos mag und eine leichte Lektüre darüber für den Sommerurlaub sucht, kann zu Jürgen Panders neuem Buch „Fast alles über Autos“ greifen. Es ist ein facettenreiches Sammelsurium an Anekdoten, Informativem und Vergessenem aus über hundert Jahren Autogeschichte.

Haben Sie gewusst, dass der größte Autohersteller Deutschlands mehr als zehn Millionen Fahrzeuge im Jahr herstellt und ein Sortiment aus 400 Modellreihen besitzt? Hierzulande erreicht kein anderer Autohersteller annähernd die Menge, die Siku herstellt. Allerdings sind die meisten Fahrzeuge nicht größer als eine Streichholzschachtel, denn Siku stellt ausschließlich Modellfahrzeuge her.

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In der Serie opulent gemachter Autobücher des Verlags teNeues darf die Marke Aston Martin nicht fehlen. Sie feierte 2013 ihr 100-Jähriges. René Staud hat die Fahrzeuge fotografiert, die nicht nur James Bond faszinieren.

Nicht nur für Besserwisser interessant ist die Information, dass in vier europäischen Ländern Linksverkehr herrscht. Nur wenige Autofahrer dürften vor der Lektüre wissen, dass Form und Größe des Auspuffs beim Mini sich nicht ohne Grund an einer Getränkedose orientieren.

Das flexibel gebundene Buch richtet sich aber nicht ausschließlich an Historiker. So beschreibt der Autor zum Beispiel die Neuerungen, die das Elektroauto Renault Zoe auszeichnen.

Der Kleinwagen verfügt als erster Pkw über eine Zweikreis-Wärmepumpe, um den Verbrauch elektrischer Energie beim Heizen oder Kühlen des Innenraums möglichst gering zu halten. Außerdem ist der emissionslose Franzose immer mit blau getönten Scheiben, teils teflonbeschichteten Sitzen und speziellen Elektro-Leichtlaufreifen ausgestattet.

Interessant ist auch der kurze Exkurs zum Volvo YCC, der ausschließlich von Frauen gestaltet wurde. Lesenswert ist zudem die kleine Geschichte über die große Kunst der Namensgebung, bei der offenbar immer wieder etwas schiefgeht. Das bewies jüngst der Ford Kuga, mit dem man besser nicht im slowenischen Sprachraum unterwegs sein sollte.

Jürgen Pander hat aber nicht nur die schönen und unterhaltsamen Seiten des Automobils in sein Büchlein gepackt, sondern auch Ernsthaftes (wie den Tod auf der Straße), Erwartbares (Verkehrssünder sind zu 78 Prozent männlich), Überraschendes (der Elektroantrieb wurde schon im 19. Jahrhundert erfunden) und Hilfreiches. So wird Menschen mit Einparkproblemen mit diesem Buch geholfen, wenn auch nur theoretisch.

Auf 190 Seiten erwartet den Leser ein automobiles Schatzkästchen, indem es auch um Technikgeschichte, Design oder eigenwillige Werbekampagnen geht. Die Reihenfolge der kurzen Beiträge ist wohl eher zufällig gewählt und im Sinne einer unterhaltsamen Lektüre. Es ist weder chronologisch sortiert und auch ein Inhaltsverzeichnis gibt es nicht. Trotzdem liest sich dieses Buch fast wie ein Roman, den autobegeisterte Menschen gar nicht aus der Hand legen wollen.

Fast alles über Autos – Jürgen Pander
192 Seiten, Delius Klasing Verlag

1. Auflage 2014, ISBN 978-3-7688-3754-5
Preis: 14,90 Euro

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