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01.11.2013

13:49 Uhr

CAR-Studie

PS-Obergrenze bei Neuwagen scheint erreicht

Ein bisschen was geht immer, weiß der Volksmund. In Sachen Pferdestärken bei Neuwagen aber nun wohl nicht mehr. Die CO2-Vorgaben der EU haben nach Experten-Ansicht dazu wohl ihren Teil beigetragen.

Archivbild: VW-Motor auf der Essen Motor Show. dpa

Archivbild: VW-Motor auf der Essen Motor Show.

Düsseldorf/EssenHat die PS-Zahl der in Deutschland verkauften Neuwagen ihre Obergrenze bereits überschritten? Sie scheint sich zumindest kaum mehr nach oben zu entwickeln, wie eine aktuelle Analyse der Pkw-Neuwagenzulassungen im deutschen Automarkt durch CAR zeigt, dem Institut von Deutschlands Auto-Papst Ferdinand Dudenhöffer.

So hatte der Durchschnitts-Neuwagen in den ersten neun Monaten dieses Jahres eine Motorleistung von 137,4 PS oder 101,1 KW während die im Jahr 2012 zugelassenen Neuwagen in Deutschland im Durchschnitt auf die PS-Zahl von 137,1 PS kamen. 1995 betrug die Durchschnitts-Motorstärke sogar "nur" 95 PS. Seit dem gab es also einen Kraftzuwachs unter der Motorhaube von rund 45 Prozent (oder 42 PS), während die meisten Fahrzeuge auch in Länge, Breite und Gewicht zulegten.

Dabei gibt es Unterschiede. Die Neuwagen der klassischen Importeure (Fiat, Peugeot, ...) kommen derzeit mit durchschnittlich 117 PS auf den Markt und sind damit deutlich schwächer als die Neuwagen der deutschen Autobauer. Audi, BMW, Mercedes, Porsche, Ford, Opel und VW statten ihre Neuwagen derzeit mit 150 PS im Mittel aus.

Mittlerweile wird dem PS-Wahn nicht zuletzt durch die strengeren CO2-Auflagen der EU gegengesteuert. "Zwar ist es gelungen, den Zielkonflikt zwischen steigenden PS-Zahlen und dem CO2-Verbrauch zu entschärfen, aber um weitere Einsparungen zu erreichen müssen die Fahrzeuge leichter und mit noch modernerer Energiespartechnik ausgerüstet werden. Das bremst auch das PS-Rennen der Autobauer ein", schreibt Dudenhöffer.

In der derzeitigen Diskussion steht in Brüssel das CO2-Ziel 95 Gramm CO2 pro Kilometer pro Neuwagen im Jahr 2020 auf der Agenda. Die deutsche Bundesregierung hatte vehement Einspruch dagegen erhoben.

Die Autos auf Europas Straßen haben im vergangenen Jahr trotz Kraftzuwachs aber etwas weniger Abgase in die Luft geblasen als im Vorjahr. Der Ausstoß an Kohlenstoffdioxid (CO2) sank laut der Europäischen Umweltagentur (EUA) 2012 um 2,6 Prozent auf 132,2 Gramm pro Kilometer.

Den höchsten CO2-Wert aller Fahrzeughersteller verbuchte Daimler auf sich: Zwar fiel der Ausstoß der Daimler-Flotte im Schnitt auf 143 Gramm je Kilometer von 153 Gramm im Vorjahr - das waren aber immer noch zehn Gramm mehr als bei den Autos von Volkswagen, die von den deutschen Herstellern den geringsten Wert aufwiesen. Im Vergleich zu den Wolfsburgern baut Daimler sehr viel mehr spritschluckende und schwere Oberklassenwagen.

BMW und Audi gehören mit einem Ausstoß von jeweils 138 Gramm pro Kilometer ebenfalls zu den sechs größten CO2-Verursachern unter den Autobauern in der EU.

Am schadstoffärmsten sind die Fahrzeuge des italienischen Kleinwagen-Spezialisten Fiat unterwegs, die 117 Gramm CO2 pro Kilometer produzieren. Nach Angaben der EUA sind Autos in der EU im Schnitt 20 Prozent energieeffizienter als noch vor zehn Jahren. Bis 2015 sollen Pkw nur noch 130 Gramm pro Kilometer ausstoßen.

Von

fgh

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