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30.08.2011

13:39 Uhr

CAR-Studie zur Typenvielfalt

Mauerblümchen am deutschen Auto-Markt

Insgesamt wächst für Neuwagen-Käufer die Auswahl an Typenreihen und Einzelmodellen. Doch für einige Marken und Modellreihen können sich die Deutschen so gar nicht begeistern.

Models in einem Autohaus in Stuttgart-Vaihingen mit einem Lancia Stratos und einem Ferrari Dino 246 GT. Lancia gehört laut einer aktuellen Studie neben Dodge und Lexus zu den Marken, die sich sehr schlecht verkaufen. Quelle: dpa

Models in einem Autohaus in Stuttgart-Vaihingen mit einem Lancia Stratos und einem Ferrari Dino 246 GT. Lancia gehört laut einer aktuellen Studie neben Dodge und Lexus zu den Marken, die sich sehr schlecht verkaufen.

Duisburg/DüsseldorfDie Zeiten, als man bei VW entweder Käfer oder Bulli ordern konnte, sind lange her, längst ist das individuelle Auto Realität. Und aktuell wächst die Vielfalt der Modelle, der Antriebe, der Ausstattungen, und der Farben schier gegen unendlich, wie eine aktuelle Studie des CAR-Instituts (Center Automotive Research) an der Universität Duisburg-Essen belegt. Für den Kunden wird somit der Überblick am Automarkt erschwert, und für die Autohersteller und -händler bringt die Vielfalt neue Herausforderungen an ihre Profitabilität.

Lancia Thema beim Genfer Autosalon 2011: In sieben Monaten verkaufte die Fiat-Tochter nur 109 Fahrzeuge pro Modellreihe in Deutschland. Quelle: dapd

Lancia Thema beim Genfer Autosalon 2011: In sieben Monaten verkaufte die Fiat-Tochter nur 109 Fahrzeuge pro Modellreihe in Deutschland.

Vielfalt kostet, und je geringer die Zahl der Fahrzeuge, die von einem Modell, einer Variante oder einer Karosserieform verkauft werden, umso höher sind diese Kosten. Dabei gibt es offenbar manches Modell, das sich nach Feststellung von Institutsleiter und Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer schon gar nicht mehr lohnen kann. Das Risiko für den Hersteller: Er muss den optimalen Punkt finden zwischen den zusätzlichen Verkäufen, die ein weiteres Modell generiert und dessen Kosten.

Car-Studie Typenvielfalt Infografik

Unterteilt man nach Modellen, Karosserieformen, wie etwa Coupé, Fließheck oder Cabrio, und Motorenart. wie 1,6 Liter Benziner oder 1,8 Liter Diesel, so sind in Deutschland zurzeit nicht weniger als 1.706 unterschiedliche Fahrzeugvarianten im Angebot. Eine schier erdrückende Vielzahl, die sicher kaum ein Autokäufer noch überblickt. Beschränkt man diese Aufzählung auf Bau- oder Modellreihen, wie etwa Opel Astra, Ford Fiesta, Audi A3, so gibt es immer noch 376 verschiedene Modelreihen im deutschen PKW-Markt. Und, so die Prognose des Auto-Professors, bis zum Jahr 2015 wird die Zahl bis auf 415 Modellreihen ansteigen.

Deutscher Automarkt

Marken-Übersicht über die Verkäufe pro Modellreihe

Die durchschnittlichen Verkäufen an Privatkunden und Unternehmen pro Modellreihe von Januar bis Juli 2011.

Die Grafik und die Tabelle (oben) zeigen die große Bandbreite der in den ersten sieben Monaten des Jahres 2011 neu zugelassenen Fahrzeuge pro Modellreihe. Die Marke Dodge hat der CAR-Studie zufolge gerade mal 45 Fahrzeuge pro Modellreihe verkauft. Dabei ist Dodge mit drei Modellreihen im deutschen Markt vertreten - und in Deutschland gibt es im Schnitt deutlich über 300 Autohäuser pro Marke.

Ausgeklammert aus dieser folgenden Analyse besonders wenig erfolgreicher Marken und Modellreihen sind allerdings die Zulassungen von Autohändlern, Autobauern und Vermietern, die oft als „schwer verkäufliche“ Modelle als Tageszulassung, oder junge Dienstwagen in den Markt gebracht werden. Ausgewertet wurden nur die „echten“ Verkäufe an Privatkunden und Unternehmen.

Dodge Charger: Schön anzusehen, aber - wie andere Modellreihen der US-Automarke - auf deutschen Straßen eine echte Ausnahmeerscheinung. Quelle: General Motors

Dodge Charger: Schön anzusehen, aber - wie andere Modellreihen der US-Automarke - auf deutschen Straßen eine echte Ausnahmeerscheinung.

Niedrige Verkaufszahlen pro Modell habt neben Dodge auch Lancia. Nur 109 Fahrzeugverkäufen pro Modellreihe an Privatkunden und Unternehmen erreicht die Marke in den ersten sieben Monaten des Jahres. Für ein Autohaus ist die Marke damit ein echter Exot. Nicht viel besser sieht das Bild bei Lexus, Jeep, Daihatsu, Subaru, Alfa Romeo und Chevrolet aus. Auch deren Vertrieb ist also mit erheblichen Vertriebskosten belastet.

Im Unterschied dazu kann der Wolfsburger Massenhersteller Volkswagen satte 14.736 Fahrzeugverkäufe pro Modellreihe vorweisen, Skoda folgt mit 13.051 Fahrzeugverkäufe pro Modellreihe im Ranking, BMW mit 9.653 und Opel mit 7.829 Fahrzeugverkäufen. Doch haben auch VW, BMW, Opel und Audi ihre Modelle, die kaum nachgefragt werden.

Jeep Wrangler: Im Gelände eine Größe für sich, im "Verkaufsregal" eine Belastung für die Vertriebskosten. Quelle: dapd

Jeep Wrangler: Im Gelände eine Größe für sich, im "Verkaufsregal" eine Belastung für die Vertriebskosten.

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