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29.08.2011

13:32 Uhr

Caravan Salon

Vom Anhänger zum Wohnzelt in zwölf Minuten

Quelle:dpa

Aufklappen, auseinanderfalten, einziehen: Faltcaravans, wie es sie ganz aktuell auf dem Caravan Salon zu sehen gibt, sind ein Mittelding zwischen Wohnwagen und Zelt. Nur eines fehlt ihnen: die Toilette.

Zeltcaravans sind kompakter und leichter als konventionelle Wohnwagen. Deshalb können sie auch von kleinen Autos gezogen werden. dpa

Zeltcaravans sind kompakter und leichter als konventionelle Wohnwagen. Deshalb können sie auch von kleinen Autos gezogen werden.

DüsseldorfSie liegen irgendwo dazwischen: Es sind keine Wohnwagen, aber auch keine reinen Zelte. Die Rede ist von Faltcaravans. Sind sie zusammengeklappt, sehen sie aus wie ein kleiner Nutzanhänger für das Auto mit einem Deckel drauf. Haben sie sich in voller Pracht entblättert, steht der Campingfreund oft vor einem wahren Zeltpalast mit Grundflächen von manchmal mehr als 40 Quadratmetern.

Auch Besucher des Caravan Salons in Düsseldorf (27. August bis 4. September) können sich von den Vorteilen der Klapp- oder Zeltcaravans genannten Wohnanhänger überzeugen. «Diese Mischung ist eine tolle Lösung vor allem für junge Leute mit weniger Geld», sagt Christof Sambel vom Messeveranstalter, dem Caravaning Industrie Verband (CIVD). Die Preise für Faltcaravans starten bei etwa 5000 Euro - ein Mittelklasse-Wohnwagen, der ähnliche Wohnqualitäten biete, sei deutlich teurer.

«Vollintegrierte Reisemobile haben keine besseren Betten», sagt der ADAC-Camping-Experte Lothar Angermund. Als Liegefläche dienen in der Regel die aufgeklappten Anhängerhälften. Ihr Dasein als Zwitterwesen der Camping-Szene bringt für die Klappwohnwagen weitere Vorteile: Gegenüber regulären Wohnwagen sind sie sehr kompakt, zugleich aber komfortabler als Zelte. Ihr Gesamtgewicht liegt deutlich niedriger, weswegen sie auch von kleineren Fahrzeugen gezogen werden können. Das wiederum senkt den Spritverbrauch gegenüber dem herkömmlichen Caravan-Gespann.

Mit und ohne Räder: Die Zeltaufbauten der Firma Campwerk sind separat erhältlich und lassen sich auf den meisten Nutzanhängern montieren. dpa

Mit und ohne Räder: Die Zeltaufbauten der Firma Campwerk sind separat erhältlich und lassen sich auf den meisten Nutzanhängern montieren.

«In den 1950er Jahren kamen die Zeltcaravans auf», sagt Jelle Holtkamp vom Hersteller Holtkamper. Auf dem Caravan Salon hat sich die niederländische Firma neben Mitbewerbern wie Camp-let, Trigano, 3Dog Camping und anderen in Halle 15 eingemietet. Am Stand von Holtkamper wird Besuchern auf Wunsch vorgeführt, wie schnell so ein Faltcaravan bewohnbar wird: Deckel auf, Zeltplanen in Position gebracht, ein paar Hebel ziehen, und schon haben die Mitarbeiter das Exemplar mit dem freischwebenden Vordach aufgebaut. Bis alles installiert ist, also auch Küche und Betten, dauert es nicht lange. «In zwölf Minuten haben wir das schon geschafft», sagt Holtkamp. Regulär finden vier Personen einen Schlafplatz, mit Zusatzzelten komme aber auch eine zwölfköpfige Großfamilie unter.

Das ganze hat seinen Preis: Für knapp 10 000 Euro gibt es den Holtkamper Cocoon S, die luxuriöse Messeneuheit Kyte S Green Edition kostet mindestens 17 995 Euro. Inklusive ist dann ein Ersatzdach, falls das erste auf Dauer durch UV-Strahlung, Nässe und Schmutz Schaden nimmt. «Das Problem ist, dass Dinge heute viel zu schnell weggeschmissen werden», sagt Holtkamp. «Mit dem zweiten Zelt wollen wir die Produkte länger leben lassen.» Auf 20 bis 30 Jahre seien sie ausgelegt.

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