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10.03.2014

09:22 Uhr

Chevrolet Bel Air von 1957

Geklauter Oldtimer kehrt nach 30 Jahren heim

Eine Story, die für Oldtimer-Fans wie ein Märchen klingt: 1975 kauft Ian Wilson eine Chevy-Rostlaube, um sie zu restaurieren. Doch der Wagen wird gestohlen. Jetzt hat die Polizei ihn wiedergefunden, - voll restauriert.

Chevrolet Bel Air: In gutem Zustand heutzutage rund 40.000 Dollar wert. ampnet

Chevrolet Bel Air: In gutem Zustand heutzutage rund 40.000 Dollar wert.

Der Anruf der Polizei vor drei Wochen dürfte den Rentner Ian “Skip” Wilson aus Clearlake Oaks, einem 2.000-Einwohner-Nest im Norden Kaliforniens, fast aus den Socken gehauen haben. Denn Mike Maleta, Beamter der California Highway Patrol, teilte dem 65jährigen ehemaligen Automechaniker am Telefon mit, er habe da eine Nachricht für ihn, die ihn wahrscheinlich überraschen würde. Und zwar sehr. Er möge sich bitte hinsetzen.

Der Inhalt der Nachricht hörte sich wahrhaftig wie ein Märchen an, entsprach aber den Tatsachen. Im Hafen von Los Angeles, so erklärte Maleta dem Ruheständler, hätten seine Kollegen routinemäßig einen Container überprüft, der auf seine Verschiffung nach Australien wartete. Inhalt: ein restaurierter Chevrolet Bel Air aus dem Baujahr 1957, bestimmt für einen Oldtimer-Sammler aus Downunder.

Irgendetwas mit der Fahrgestellnummer stimmte nicht, was die Kontrolleure stutzig gemacht hatte, denn die schien manipuliert zu sein. Mit einem Röntgengerät und kriminalistischem Spürsinn war es jedoch für die Profis ein Leichtes, die ursprünglichen Ziffern wieder herzustellen und siehe da: Die Zahl tauchte in einer steinalten Statistik ungeklärter Autodiebstähle beim National Insurance Crime Bureau auf, einer Behörde für ungeklärte Versicherungsfälle.

1975 hatte Wilson den Chevy, damals fast ein Schrotthaufen, für 375 Dollar gekauft und als Mann vom Fach einigermaßen straßentauglich gemacht. Dass der Straßenkreuzer gut und gerne 20 Liter Sprit auf 100 Kilometer durch seinen Vierfach-Vergaser schlürfte, störte damals kaum.

Die Gallone Super - 3,8 Liter - war nämlich schon für 45 Cent zu haben. Gut neun Jahre kutschierte Wilson mit dem Oldtimer durch die Gegend bis das Auto eines Tages verschwunden war: Böse Buben hatten es geklaut. 

Mindestens fünfmal muss der Chevy danach in den vergangenen 30 Jahren den Besitzer gewechselt haben, wer ihn allerdings nach Wilson als erster - also als Dieb - in den Händen hatte, verliert sich im Dunkel der amerikanischen Bürokratie.

Der letzte, der jetzt den Wagen nach Australien exportieren wollte, muss aber ein wahrer Oldtimer-Freak gewesen sein. Denn das, was kürzlich auf einem Tieflader nach Clearlake Oaks transportiert wurde, hatte mit Wilsons Vehikel früherer Tage nur mehr wenig zu tun.

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