Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2008

13:45 Uhr

Chrysler

„The New Chrysler“ lässt die Bullen reiten

Nach außen verkauft Chrysler das Bild eines runderneuerten Konzerns, doch seine Modellpalette kann der US-Konzern nicht über Nacht erneuern. Entsprechend marschierte „The New Chrysler“, wie Vorstandschef Bob Nardelli die Firma gern nennt, gestern mit einer Herde Bullen samt Cowboys in Detroit ein, um seinen neuen Pickup-Lastwagen Dodge Ram vorzustellen.

ebe DETROIT. Das Problem bei all dem Auftrieb: Das Pickup-Segment leidet seit Monaten wie kein anderes unter rekordhohen Benzinpreisen und den Folgen der Immobilienkrise in den USA. Und wie kein anderer Autohersteller ist Chrysler vom Verkauf seiner Lastwagen und Minivans abhängig: Sie stehen noch für fast 75 Prozent des Konzernumsatzes - trotz ehrgeiziger Pläne, künftig kleinere und spritsparende Modelle auf den Markt zu bringen. Er würde gerne jetzt schon eine andere Modellpalette vorweisen, sagte Nardelli gestern vor Journalisten: „Wir werden aber unter Beweis stellen, dass wir als privates Unternehmen künftig schneller sind als unsere Wettbewerber.“

Bei Personalkürzungen hat Chrysler das bereits demonstriert: Der Konzern, den Daimler im Vorjahr mehrheitlich an die Beteiligungsfirma Cerberus verkauft hatte, wird in den USA weitere 11 000 Arbeitsplätze abbauen – zusätzlich zu den 13 000 Jobs, die bereits Daimler angesichts hoher Chrysler-Verluste angekündigt hatte. „Wir hoffen, dass wir aggressiv genug waren im Vorgriff auf ein schwieriges Jahr 2008“, sagte Nardelli gestern. Wenn nicht, dann habe man bereits gezeigt, dass man „schnell reagieren“ könne. Da immer mehr Ökonomen vor einer US-Rezession warnen, richtet sich die Autoindustrie rund um Detroit auf ein weiteres trostloses Jahr ein. Auch der Chrysler-Chef ließ das anklingen: Mit Blick auf „Häusermarkt, den Einfluss der Subprime-Krise und die Stabilität der Banken“ gebe es einige Gründe zur Besorgnis.

Um sich im lange vernachlässigten Pkw-Segment besser aufzustellen, arbeitet Chrysler fieberhaft an Kooperationen mit anderen Herstellern. Der Zusammenarbeit mit dem chinesischen Kleinwagenbauer Chery ließ der Konzern nun eine Kooperation mit Nissan folgen: Der japanische Autobauer soll Chrysler spritsparende Autos für den südamerikanischen Markt liefern. Eine Vertiefung der Bindungen sei möglich, aber aktuell kein Thema, sagte der frühere Chrysler-Chef Tom La Sorda. Er arbeitet seit der Berufung Nardellis in die zweite Reihe.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×