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07.07.2015

10:39 Uhr

Citroen gibt Hydropneumatik auf

Der letzte Seufzer

Quelle:Spotpress

Citroen und Hydropneumatik gehören zusammen wie Paris und der Eiffelturm. Doch nun wollen die Franzosen auf ihr Technik-Wahrzeichen verzichten.

Citroen gibt Hydropneumatik auf - Der letzte Seufzer Citroen

Unterwegs mit Hydropneumatik-Federung

Offiziell eingeführt wurde die Technik 1955 bei der Markenikone Citroen DS

Jahrzehntelang waren die Limousinen von Citroen für ihre komfortablen Hydropneumatik-Fahrwerke berühmt. Künftig wird die Marke die Technik jedoch nicht mehr anbieten, wie Citroen-Chefin Linda Jackson nun gegenüber „Automotive News Europe“ erklärte. Das aktuelle Mittelklassemodell C5 wird demnach die letzte Baureihe sein, die optional mit der Hydropneumatik ausgerüstet werden kann.

Künftig sollen andere Technologien das markentypisch komfortable Fahrverhalten ermöglichen. Jackson wird nicht konkret, denkbar wären aber simple adaptive Stoßdämpfer oder die vor allem von den deutschen Premiumherstellern favorisierte Luftfederung. Beide Lösungen wären wohl günstiger als ein Festhalten an dem technischen Sonderweg der Hydropneumatik.

Offiziell eingeführt wurde die Technik 1955 bei der Markenikone Citroen DS, wo sie im Vergleich mit der damals üblichen Stahlfederung in Sachen Fahrkomfort Maßstäbe setzte, ohne die Straßenlage zu vernachlässigen. Für Federung und Dämpfung sorgte ein mit Gas und Flüssigkeit gefüllter Hydraulikzylinder, der durch raffinierte Ventilwege in der Lage war, die Karosserie immer auf idealer Höhe zu halten. Auch grobe Straßen wurden so glattgebügelt und Unebenheiten drangen nicht zu den Insassen durch.

Die Hydropneumatik hat aber nicht nur für hohen Fahrkomfort gesorgt, sondern der Citroen-Pkw auch etwas Menschliches verpasst. So gaben die Fahrzeuge häufig ein charakteristisches, behagliches Seufzen von sich, wenn sich die Karosserie nach dem Parken mittels Hydropneumatik setzte. Nach rund sechs Jahrzehnten ist es damit nun vorbei

Kommentare (2)

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Herr Roger Wendt

07.07.2015, 11:54 Uhr

Ich fahre den zweiten C5 als Geschäftswagen. Bei jeder Entscheidung hat mich so ein Milchgesicht von Citroen-Verkäufer bereits davon überzeugen wollen, dass die Stahlfederung der hydroaktiven Federung in nichts nachstünde, das ist blanker Unsinn. Dito bei Gesprächen auf der IAA, sog. Techniker aus dem Hause Citroen wollten mir denselben Mist verkaufen. Als wären sie das Auto nie gefahren. Nun kommt eine Frau Jackson, von wer weiß wo, und weiß es ebenfalls, nur nicht besser. Ich kann diesen Automobildilettanten - wo auf dem Personalmarkt kauft man so etwas ein - nur sagen, ohne Hydropneumatik entfällt der letzte Grund einen Citroen zu fahren, denn Auto können andere längst besser. Nur weiter so mit schrill-schrägen Designerkinkerlitzchen als Markenkennzeichen. Die Geschichte vom: Wie man eine Marke kaputtmacht, scheinbar eine französische Spezialität von den regierenden Sozialisten abgeschaut. Dies ist symptomatisch für Frankreichs siechende Industrie, sie kann noch nicht einmal gute alte Ideen bewahren, von neuen Ideen ganz zu schweigen.

Herr Manfred Carter

07.07.2015, 13:43 Uhr

Stimme Herrn Wendt voll zu. Mein Vater hat mehrere DS gefahren. Wenn sie fuhren, waren sie großartig (in Anlehnung an einen bekannten Spruch von Jean Gabin). Diese Hydropneumatik war nicht ein modischer Gag oder Firlefanz sondern technisch absolute Spitze. So wird der PSA-Konzern nicht reüssieren, wenn er das aufgibt.

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