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10.04.2012

14:32 Uhr

CNG und LPG

Gasantrieb als Alternative bei hohen Spritpreisen

VonJürgen Schramek
Quelle:MID

Speziell zur Ferienzeiten, aber auch sonst steigen die Benzinpreise rapide an. Eine Alternative zu Benzin und Diesel bietet das wesentlich günstigere Autogas mit dem man bis zu 40 Prozent der Treibstoffkosten sparen kann.

Die Gasflotte bei Opel besteht aus den Modellen Combo, Meriva, Corsa, Astra und Zafira. MID

Die Gasflotte bei Opel besteht aus den Modellen Combo, Meriva, Corsa, Astra und Zafira.

DüsseldorfDie kräftig angestiegenen Preise für Benzin und Diesel machen das Autofahren teuer. Auch Berufspendler und Wochenendausflügler suchen nach Alternativen, der Kostenfalle ein Schnippchen zu schlagen. Eine durchaus lohnenswerte Alternative stellen die mit Gas betrieben Fahrzeuge dar. Mit ihnen kann bis zu rund 40 Prozent der Treibstoffkosten eingespart werden . Bei jährlich 10.000 Kilometer Fahrstrecke und einem Verbrauch von sieben Litern pro 100 Kilometer mit herkömmlichen Treibstoff könnte ein Gaspilot rund 500 Euro bis 600 Euro auf die hohe Kante legen.

Nahezu jeder große Hersteller hat heutzutage gasbetriebene Fahrzeuge in seinem Angebot. Ob Flüssiggas (LPG) oder Erdgas (CNG). Ein intensives Gas-Engagement beweist unter anderem Opel. Die Rüsselsheimer bieten eine große Auswahl gasbetriebener Fahrzeuge für ihre Kunden direkt ab Werk an. Zur Zeit kann der Kunde die Modelle Corsa, Meriva und Astra mit LPG-Technik bestellen. Im Sommer wird das LPG-Angebot noch um den Zafira Tourer und den Insignia erweitert. Mit CNG-Technik rüstet die Marke derzeit zudem die Modelle Combo und Zafira aus.

Neben dem Preisvorteil an der Tankstelle bieten die Autogas-Modelle noch weitere Vorteile. Die CO2-Emissionen liegen im Gasbetrieb rund 15 Prozent niedriger als im Benzinbetrieb und alle LPG-Varianten von Opel arbeiten zudem bivalent, das heißt, sie können sowohl im LPG- als auch im Benzinmodus gefahren werden. Hat der Kunde beide Tanks (Benzin und Gas) komplett gefüllt, ergibt sich eine Reichweite je nach Modell von 1.100 Kilometer bis zu 1.500 Kilometer. Die Umschaltung von Gas auf Benzin kann mittels Schalter vorgenommen werden oder erfolgt automatisch. Der Extratank für die Gasfüllung ist platzsparend in der Reserveradmulde untergebracht und fasst 49 Liter.

Um die Umstellung und das Miteinander von Benzin- und Gasantrieb zu optimieren, haben die Opel-Techniker eine überarbeitete Software eingesetzt. Auf diese Weise können sich die Triebwerke besser auf den jeweils genutzten Kraftstoff einstellen. Dies führt zu mehr Effizienz und geringeren CO2-Emissionen.

Auto-Antriebe

Verbrennungsmotor

Billiges Öl in den USA und der Beginn der Massenmotorisierung durch Ford haben dem „Verbrenner“ zum Durchbruch verholfen. In verschiedenen Varianten treibt er heute beinahe alles an, was fährt. Ob Ottomotor oder Dieselmotor, beide Aggregate werden vor allem mit fossilen Brennstoffen, also Produkten aus Erdöl betrieben. Doch die Technik lässt je nach Modifikation auch anderen Treibstoff zu, etwa Alkohol, Biodiesel, Gase oder gar Frittenfett. So kann der Verbrenner auch ein alternativer Antrieb sein.

Autogas und Erdgas

Der Antrieb mit Autogas funktioniert nach einer technischen Umrüstung in fast allen Benzinmotoren. Die kostet je nach Modell einige tausend Euro. Der günstigere Preis für das Gas spart zwar Geld, die Investition rechnet sich meist aber nur für Vielfahrer. Autogas (LPG) ist allerdings nicht an allen Tankstellen zu haben, zudem schmälert der Zusatztank meist den Platz im Kofferraum. Ist der Gastank leer, fährt der Motor mit Benzin weiter.

Eine andere Möglichkeit ist Erdgas, das ebenfalls in einem herkömmlichen Ottomotor verbrannt wird. Autos mit Erdgas-Antrieb finden sich häufiger in größeren Flotten oder auch in Bussen. Auch hier ist das Tankstellennetz noch nicht flächendeckend. Ein redaktionelles Special zu diesem Thema finden Sie hier.

Hybrid

Autos mit Hybrid-Antrieb haben beides an Bord: einen Verbrennungs- und einen Elektromotor. Dabei gibt es mehrere Varianten wie sogenannte „milde“, „volle“ und Plug-in-Hybriden. In der „milden“ Variante wird die Batterie etwa mit der Bremsenergie aufgeladen und greift dem Verbrennungsmotor unter die Arme. Ein Vollhybrid kann auch rein elektrisch fahren, die Batterie wird während der Fahrt mit dem Benziner geladen, auch wird Energie beim Bremsen erzeugt. Der Plug-in-Hybrid schließlich kann an der Steckdose geladen werden, was seine Reichweite beim elektrischen Fahrbetrieb verlängert. Mehr zum Thema Hybrid und Elektro-Auto lesen Sie hier.

Elektromotor

Reine Elektroautos sind zurzeit noch echte Raritäten auf den Straßen der Welt, obwohl sie in den Anfangsjahren des Automobils schon einmal breiter vertreten waren als Verbrennungsmotoren. Sie werden von Batterien gespeist und kommen ganz ohne fossile Energieträger aus - wenn man davon absieht, dass der Strom oft aus Kohle, Gas oder Atomkraft gewonnen wird. Viele Hersteller forschen derzeit an E-Autos und verfolgen dabei etliche verschiedene Ansätze. So werden etwa herkömmliche Fahrzeuge umgebaut oder ganz neue Konzepte speziell für den Stromantrieb entwickelt.

Dabei hat der Antrieb eine lange Geschichte und ist alles andere als eine neue Idee. Bereits in der Frühzeit der Automobilgeschichte gab es „Stromer“, bei kleinen Lieferwagen erhielt sich der Antrieb. Billiges Öl und wachsender Bedienkomfort verhalfen dem Verbrenner aber zum Durchbruch. Nun erlebt die E-Technik eine Wiedergeburt. Das größte Problem dabei ist die Speichertechnik, sprich die Batterien. Mehr zum Thema Hybrid und Elektro-Auto lesen Sie hier.

Brennstoffzelle

Für Ingenieure ist sie die Krönung des Antriebs - lautlos, leistungsstark und aus dem Auspuff strömt nur Wasserdampf. Die Brennstoffzelle treibt bereits U-Boote an, auch Versuchsautos gibt es längst. Dennoch ist Technik noch lange nicht für den Massenmarkt bereit. Ungeklärt ist etwa die Frage, wie der Wasserstoff energieeffizient und umweltschonend gewonnen werden kann. Auch technisch gibt es noch viel zu klären, vom Ausbau des nötigen Tankstellennetzes einmal ganz zu schweigen. Trotzdem halten viele Experten die Brennstoffzelle für den Königsweg und das batteriegetriebene E-Auto für nicht viel mehr als einen Zwischenschritt in der Entwicklung der Mobilität der Zukunft.

Während im Corsa der 1,2-Liter-Ecoflex-Motor mit 83 PS arbeitet, ist der Meriva mit einem 120 PS starken 1,4-Liter-Triebwerk ausgestattet und der Astra aktiviert aus ebenfalls 1.4 Liter Hubraum 140 PS. Damit soll das Kompaktmodell aus Rüsselsheim eine Höchstgeschwindigkeit von 202 km/h erzielen und in 10,2 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Im LPG-Betrieb soll der Golf-Gegner umgerechnet 7,9 Liter Gas pro 100 Kilometer verbrauchen, bei einer Benzinversorgung 5,5 Liter pro 100 Kilometer.

Kommentare (5)

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Crash

11.04.2012, 22:43 Uhr

Der Gasantrieb ist nur ein Gewinn für die Umrüstfirma ,
mind. 2000.-Euro Umrüstkosten plus Eintrag im Kfz-Brief ,
Mehrverbrauch usw.
Im Übrigen wird auch Gas den Marktpreisen angepasst .
Und der Wiederverkauf läuft dann unter Preisabschläge .

Alternative : Benzin wird auch wieder billiger .

sternle128

11.04.2012, 23:38 Uhr

Erdgasautos (CNG) bieten noch größere Einsparmöglichkeiten und sind vor allem noch umweltschonender. Etwas mehr (markenübergreifende!) Recherche hätte ich von Ihnen schon erwartet.

Sonnenschein

12.04.2012, 09:17 Uhr

... ich fahre seit 3 Jahren LPG. Mein System spritzt das Gas flüssig direkt in die Brennkammer. Nach knapp 150.000 km kann ich folgendes beitragen:

- Umrüstkosten 2.600 €
- absolut keine Probleme oder Wartung
- Ersparnis gegenüber Benzin ca. 7.000 €
- Ersparnis gegenüber Diesel ca. 1.500 €
- Reichweite ca. 600 km auf LPG + 750 km auf Benzin
- Tankstellennetz bei LPG erheblich dichter als bei CNG

Ich kann Autogas uneingeschränkt empfehlen. Die Steuerrückzahlung über die Entfernungspauschale reicht bei mir für die jährliche Betankung (LPG + Startbenzin) sowie Steuer und Versicherung aus.
Man muss sich allerdings mit dem Thema beschäftigen und einen "gasfesten" Motor umrüsten. Neuwagen, wenn Direkteinspritzer, sind nur bedingt umrüstbar.

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