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06.05.2011

13:50 Uhr

CX 75 soll in Serie gehen

Jaguar bringt Hybrid-Supersportwagen auf die Straße

250 wohlhabende Sammler und Jaguar-Fans können sich schon mal bereit machen: Der spektakuläre CX 75 soll in Kleinserie gebaut werden.

Jaguar-Studie CX 75 bei der ersten Präsentation auf der Pariser Auto Show im Oktober 2010. Quelle: dapd

Jaguar-Studie CX 75 bei der ersten Präsentation auf der Pariser Auto Show im Oktober 2010.

LondonEin Hybrid-Traum wird Realität: Jaguar Land Rover, die Luxus-Konzerneinheit des indischen Auto-Konzerns Tata Motors, hat angekündigt, den auf verschiedenen Automessen als Konzeptstudie vorgestellten Öko-Supersportwagen CX 75 in Serie zu fertigen. Für 700.000 britische Pfund, umgerechnet 1,2 Millionen Dollar oder 940.000 Euro (netto!) soll ab dem Jahr 2013 eine entsprechende Kleinserie des 800-PS-Autos zu haben sein, sagte Tata CEO Carl-Peter Forster heute bei einer Pressekonferenz in London.

Entwickelt wird das Fahrzeug, das von 2013 bis 2015 nur 250 mal gebaut werden soll, vom Formel-1-Spezialisten Williams. 50 der 250 Modelle sollen aber als reine Rennfahrzeuge entstehen, denn Jaguar plant auch eine eigene Cup-Serie für den CX. Der Hersteller sagte, ernsthafte Interessenten für die Karbon-Karosse könnten sich ab heute gerne melden. Zwar wird es im Vergleich zum erstmals auf dem Pariser Autosalon 2010 gezeigten Concept Car noch zu einigen technischen Änderungen bei Motor und Antrieb kommen, das spektakuläre Design, das für viel Aufsehen gesorgt hatte, wird aber beibehalten.

Quelle: dapd

Bei der Studie kamen noch zwei kleine Gasturbinen im Fahrzeugheck als Reichweitenverlängerer (so genannte Range Extender) zum Einsatz, um die Lithium-Ionen-Batterie mit Strom zu versorgen. Diese Idee tritt für die Kleinserie zunächst in den Hintergrund, wird von Tata aber wohl auch künftig weiterentwickelt werden. Statt vier E-Motoren - einer je Rad - treibt in der nun geplanten Serie ein kleiner aufgeladener Verbrennungsmotor hinter der Fahrgastzelle mit 420 bis 500 PS den Wagen an, dazu kommen zwei starke Elektroaggregate, die Gesamtsystemleistung soll bei rund 800 PS liegen. Dennoch soll der Verbrauch unter vier Litern pro 100 Kilometer Strecke liegen, Jaguar spricht von 3,8 Litern.

Die Rede ist außerdem von einer Regelelektronik, die alle Räder antreibt. Der CX 75 kann rein elektrisch fahren, was gerade für die Londoner von Bedeutung ist. Die Reichweite von 31 Meilen, sprich 50 Kilometern, sollte reichen, die City auch beim üblichen Stau zu erreichen.

Quelle: dapd


Das weniger als 1.100 Kilo schwere Fahrzeug soll in etwas als drei Sekunden von Null auf fast 100 km/h (60 mph) spurten. Tempo 160 wird nach weniger als sechs Sekunden erreicht. Jaguar verspricht außerdem eine Spitzengeschwindigkeit von 200 Meilen pro Stunde an, also rund 320 km/h.

Für die Umweltbilanz versprach Jaguar Marken-Chef Ralf Speth mit konsequentem Leichtbau, also dem Einsatz von sehr viel Kohlefaser und dank der windschlüpfrigen Karosse nur 99 Gramm CO2 pro Kilometer erreichen zu können. Weitere technische Details sollen aber erst am 1. September verraten werden.

Tata Motors, Indiens größter Hersteller von Bussen und LKW, hatte Jaguar und Land Rover im Juni 2008 vom kriselnden US-Autokonzern Ford übernommen. Und mit ihrem neuesten Projekt treten die Inder direkt gegen den Porsche 918 Spyder an, der ebenfalls als Supersportler mit Elektromodul in Serie geht. Die Stuttgarter setzen einen 500 PS starken Achtzylinder ein, der von zwei 218 PS starken Elektromotoren unterstützt wird.

Von

fgh

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