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02.02.2005

15:33 Uhr

Daimler-Kunden werden individuell angeschrieben

Daimler-Chrysler wartet auf Dieselpumpen von Bosch

Wegen fehlerhafter Dieselpumpen vom Automobilzulieferer Bosch ruht die Produktion im spanischen Daimler-Chrysler-Werk in Vitoria. Der BMW-Konzern rief unterdessen 21 500 Autos wegen der mangelhaften Pumpen zurück.

HB STUTTGART. Ein Sprecher des Autokonzerns sagte am Mittwoch, bereits seit dem vergangenen Donnerstag (27.1.) würden dort keine Modelle der Baureihe Vito/Viano mehr gefertigt. Gleichzeitig teilte der Münchner Autokonzern BMW mit, dass wegen der fehlerhaften Pumpe weltweit 21 500 Autos in die Werkstätten zurückgerufen würden. Daimler-Chrysler will bis zum (morgigen) Donnerstag eine neue Lieferung von Bosch-Hochdruckdieselpumpen auf Fehlerfreiheit testen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden. An dem Produktionsstopp im DaimlerChrysler-Werk Sindelfingen am kommenden Montag und Dienstag (7./8. Februar) werde aber auch bei fehlerfreien Pumpen festgehalten. In Vitoria sind 4000 Mitarbeiter beschäftigt.

In Sindelfingen werden an den beiden betroffenen Tagen 4 000 Mercedes-Benz nicht gebaut. Bei BMW werden 3 600 Fahrzeuge nicht gebaut. Im Werk Dingolfing soll die Faschings-Auszeit von zwei Tagen um drei Tage ausgedehnt werden.

Bei Daimler-Chrysler will man sich nicht zu der Zahl der Rückrufe äußern. Die Kunde würden individuell angeschrieben. Der Ausfall der Dieseleinspritzpumpe habe sich nur auf Prüfständen gezeigt, aus der Fahrpraxis seien noch keine Mängel bekannt, hieß es.

Bei BMW seien in Deutschland 6 000 Kunden betroffen, sagte ein Sprecher in München. Es gehe um Fahrzeuge der Baureihen 3er, 5er, 7er, X3 und X5 mit Sechszylinder-Diesel-Motoren. Andere deutsche Autobauer sind wegen unterschiedlicher Diesel-Systeme kaum von den Problemen betroffen.

Sollten sich die neue Bosch-Pumpen als fehlerfrei erweisen, hängt der Anlauf der normalen Produktion davon ab, wie viele Pumpen der weltgrößte Automobilzulieferer wie schnell liefern kann. Zur Frage eines Schadenersatzes wollten sich auch am Mittwoch die Beteiligten nicht äußern. In einem Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ hieß es unter Berufung auf Branchenkreise, der Produktionsstopp könnte einen knapp dreistelligen Millionenbetrag kosten, den die Hersteller Bosch in Rechnung stellen würden.

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