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24.07.2017

13:00 Uhr

Das Geschäft mit Dienstrad-Leasing blüht

E-Bike statt E-Klasse

Immer mehr Firmen leasen für ihre Belegschaft Dienstfahrräder. Das freut nicht nur die Leasing-Branche. Auch der Fahrrad-Handel mischt gerne mit. Wo geht die Entwicklung hin?

Abhängig von Radpreis, Steuerklasse und Höhe des Einkommens lasse sich über das Leasing eines Dienstrades 15 bis 40 Prozent sparen im Vergleich zum Kauf des Fahrrades im Fachhandel, schätzen Anbieter für Fahrrad-Leasing und Verkehrsclubs. dpa

Dienstfahrrad nach Wal

Abhängig von Radpreis, Steuerklasse und Höhe des Einkommens lasse sich über das Leasing eines Dienstrades 15 bis 40 Prozent sparen im Vergleich zum Kauf des Fahrrades im Fachhandel, schätzen Anbieter für Fahrrad-Leasing und Verkehrsclubs.

HamburgSeit knapp fünf Jahren gelten für Dienstfahrräder ähnliche steuerliche Regeln wie für Dienstwagen. Seitdem blüht das Geschäft mit dem betrieblichen Fahrrad-Leasing. Firmen haben in der Regel keine zusätzlichen Kosten. Mitarbeiter können sich auf dem Weg vergleichsweise günstig ein Fahrrad zulegen. Die größten Nutznießer jedoch sind die Fahrrad-Leasing-Unternehmen hierzulande.

Dazu gehört die Freiburger Firma Jobrad. Sie gilt als einer der Pioniere in dieser Branche. Nach einem etwas trägen Anlauf habe sich die Zahl der Unternehmen, denen Jobrad Leasingangebote vermittelt, in den vergangenen Jahren stetig vergrößert, sagt Firmensprecherin Tina Barth.

Im September 2015 waren es 1000, ein knappes Jahr später 2800, inzwischen zählt man 4800 Unternehmen mit eine Million Beschäftigten (Stand: Juli 2017) zum Kundenkreis. Kleine Firmen leasen auch einmal nur eine Handvoll Räder, große Firmen durchaus mehrere tausend. Der Leasing-Anbieter beschäftigt inzwischen mehr als 100 Menschen.

Im Herbst 2012 wurden in einem Erlass der Finanzbehörden die Steuervorteile von Dienstwagen auf Fahrräder, Pedelecs und E-Bikes ausgeweitet. Das heißt: Ein Prozent des Listenpreises muss der Nutzer als geldwerten Vorteil versteuern, wenn er das Rad auch privat nutzen möchte. Für die zurückgelegten Strecken fällt jedoch, anders als beim Auto, keine weitere Versteuerung an. Wie auch bei Dienstwagen wollen sich viele Unternehmen den Umgang mit Mitarbeiterfahrzeugen ersparen und beauftragen Leasing-Firmen.

Ein verbreitetes Modell: Die Firma macht einen Rahmenvertrag mit dem Anbieter, der Mitarbeiter wählt ein Rad aus, die Leasing-Raten werden über Gehaltsumwandlung vom dessen Bruttogehalt abgezogen. Damit sinkt das zu versteuerende Einkommen. So müssen Mitarbeiter und Unternehmen weniger Abgaben leisten. Einige Firmen geben jene Ersparnisse an ihre Mitarbeiter weiter, etwa indem sie die Rad-Versicherung zahlen.

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Der Hamburger Anbieter IKB Leasing ist 2014 ins Fahrrad-Leasing eingestiegen. Im ersten Jahr wurden noch 80 bis 100 Leasingverträge abgewickelt, mittlerweile seien es 23 000, sagt Jörg Mertens, der bei IKB Leasing im Bereich Absatzfinanzierung tätig ist. Die Zahl der Unternehmen, die über die Firma Fahrräder leasen, sei in den vergangenen beiden Jahren von 600 auf 3700 gestiegen.

Belastbare Zahlen dazu, wie viele Dienstfahrräder auf deutschen Straßen unterwegs sind, gibt es nicht. Schätzungen schon. Auf mehr als 200 000 taxiert der Bundesverband mittelständische Wirtschaft in Berlin die Zahl. Verbandsgeschäftsführer Mario Ohoven zufolge stiegen immer mehr Mittelständler und ihre Mitarbeiter darauf um. Auch große Konzerne wie Deutsche Bahn oder SAP bieten Dienstrad-Leasing an.Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club schätzt, dass es jährlich mehrere Hunderttausend neue Diensträder gibt und verweist dabei auf dem Club bekannte Branchendaten.

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