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02.11.2012

11:35 Uhr

Debatte um Autorabatte

Auszüge aus den Briefen der Beteiligten

Rabattstudien von Ferdinand Dudenhöffer haben schon öfter heftige Reaktionen bei Autohändlern und -herstellern hervorgerufen. Diesmal geht es sogar sehr öffentlichkeitswirksam mit offenen Briefen zur Sache.

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn und Technik-Vorstand Ulrich Hackenberg mit einem Golf Blue Motion. AFP

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn und Technik-Vorstand Ulrich Hackenberg mit einem Golf Blue Motion.

DüsseldorfDudenhöffers Forschungsinstitut CAR hatte kürzlich in einer Studie behauptet, Volkswagen gebe auf den neuen Golf VII, der erst am 10. November bei den Händlern stehen soll, im Internet schon jetzt bis zu 28 Prozent Rabatt. Immer mehr Kunden verlangen seither bei ihrem Händler vergleichbare Preisnachlässe. Einzelne Autohändler und nun auch VW schlagen zurück. Europas größter Autokonzern veröffentlichte am Mittwoch eine Erklärung, die allein dem Professor aus Duisburg gewidmet ist.

Darin stellt sich der VW hinter einen offenen Brief von Burkhard Weller, Chef der Weller-Gruppe und einer der größten Autohändler der Republik, mit einem Jahresumsatz von zuletzt 900 Millionen Euro. Weller wirft Dudenhöffer vor, seine "Rabattschleudereien" nähmen ein Ausmaß an, "welches die Branche massiv schädigt, weil sie Unwahrheiten verbreiten". Weller räumt selbst Rabatte für den neuen Golf von 17 Prozent ein.

Die Vorwürfe und Dudenhöffers Replik in Auszügen:

Aus dem offenen Brief von Burkhard Weller an Ferdinand Dudenhöffer:

"(...) Ich würde Ihren Rabattauswüchsen nicht soviel Aufmerksamkeit schenken, wenn nicht der Verbraucher davon massiv getäuscht würde und mit diesen Erwartungen im Handel beim Verkäufer auftaucht. Das Resultat daraus ist, dass der Kunde völlig enttäuscht ist, sich bei erster Händlernachfrage zurück zieht und schlimmsten Falls den Kauf eines Neuwagens verschiebt, somit würden Sie auch noch volkswirtschaftlichen Schaden anrichten (...)".

Presse-Erklärung Volkswagen:

"(...) Volkswagen begrüßt ausdrücklich den aktuellen offenen Brief von Herrn Burkhard Weller und schließt sich der Kritik voll und ganz an. Volkswagen wird die Untersuchungsergebnisse von Hr. Dudenhöffer weiterhin sehr genau beobachten und hinterfragen (...)".

Stellungnahme von Ferdinand Dudenhöffer:

"(...) Die Behauptungen von Herrn Weller sind nachweisbar falsch. Damit sind auch die aus seiner Aussage abgeleiteten Implikationen falsch. Da VW die tatsächlichen Sachzusammenhänge kennt, überrascht es, dass sich der VW-Konzern zu diesen falschen Behauptungen einschließlich der abgeleiteten Folgen bekennt. Offensichtlich will derjenige, der den Rabattwettbewerb mit hohen Händlerprämien anschürt, sich bei demjenigen darüber beklagen., der dieses Verhalten mit objektiv nachzuvollziehenden Marktdaten wissenschaftlich analysiert. Umgangssprachlich könnte man von Scheinheiligkeit sprechen (...)".

Rabattdiskussion: VW geht „Autopapst“ Dudenhöffer an

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Der Autobauer schließt sich einem offenen Brief eines Händlers an. Darin wirft Burkhard Weller dem Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer vor, Unwahrheiten über Rabatte zu verbreiten. Der nennt die Anschuldigungen „skurril“.

Die Nerven in der Branche sind angespannt, wie erst jüngst Fiat-Boss Sergio Marchionne anzumerken war. Er warf Volkswagen vor wenigen Monaten eine rücksichtslose und zerstörerische Preispolitik vor. "Bei der Preisgestaltung gibt es ein Blutbad. Das ist ein Blutbad bei den Margen", zitierte ihn die "New York Times". VW forderte daraufhin die Ablösung von Marchionne als Chef des europäischen Branchenverbands ACEA, da sich die Wolfsburger verunglimpft sahen.

Chevrolet-Europachefin Susan Doherty empörte sich im September auf dem Pariser Autosalon ebenfalls über die hohen Nachlässe. Aber sie nannte unter den schlimmsten Sündern nicht etwa Volkswagen - sondern Fiat. So tobt denn neben der Rabattschlacht noch das sogenannte Blame-Game, wo einer den anderen für schuldig erklärt.

Kommentare (1)

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Empoerungsreflex

02.11.2012, 12:58 Uhr

Die Verschwörungstheorie der Industrie für den Michel:
Die Regierung versucht über den Professor die Preise für die Produkte der Industrie so zu drücken, dass der ausgebeutete und miesbezahlte Bürger sich zumindest noch ein Auto glaubt ! leisten zu können.

Lachhaft! Wenn VW den Golf für nen Preis anbieten würde, den ein Deutscher mit seinem Durchschnittgehalt auch zahlen kann, dann kann man auch am Mrkt bestehen ohne auf den Staat und Steuersubventionen angewiesen zu sein.

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