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02.12.2011

14:48 Uhr

Der große Check

60 Jahre Hauptuntersuchung

Quelle:dpa

Regelmäßig müssen Fahrzeugbesitzer nachweisen, dass ihr Auto oder Motorrad nicht zum alten Eisen gehört. Seit 60 Jahren gibt es die Hauptuntersuchung. Am 1. Dezember 1951 nahm sie mit einem reinen Mechanik-Check ihren Anfang.

Zentrale HU-Prüfstellen 1961 dpa

Zentrale HU-Prüfstellen 1961

Berlin/LosheimSind Bremsen und Stoßdämpfer in Ordnung? Funktioniert die Beleuchtung? Und rosten womöglich tragende Fahrzeugteile? Fragen wie diese beschäftigen staatlich anerkannte Kfz-Sachverständige seit nunmehr 60 Jahren. Seitdem müssen Kraftfahrzeuge in Deutschland regelmäßig zur Hauptuntersuchung (HU). Anlass dafür gab das Wirtschaftswunder. «Ab 1949 stieg die Zahl der Autos auf deutschen Straßen deutlich an», erklärt Johannes Näumann vom Verband der Technischen Überwachungs-Vereine (VdTÜV). 3,7 Millionen waren es 1951.

Was im Vergleich zu den rund 42 Millionen Pkw, die laut dem VdTÜV heute in Deutschland zugelassen sind, wenig erscheint, war für damalige Verhältnisse ein neuer Rekord. Die wachsende Begeisterung fürs eigene Auto hatte allerdings eine Kehrseite: Mit zunehmender Verkehrsdichte stieg die Zahl der Unfälle. Nicht selten waren technische Mängel an den Fahrzeugen die Ursache. Um die Sicherheit auf den Straßen zu verbessern, führte der Gesetzgeber deshalb die HU ein. Mit Wirkung zum 1. Dezember 1951 wurde sie im zweijährigen Turnus Pflicht. Technische Abnahmen hatte es zwar schon vorher gegeben. Anfangs mussten Fahrzeugkäufer aber nur einmalig nachweisen, dass ihr Vehikel verkehrssicher ist. Dann wurden 1937 regelmäßige Überprüfungen eingeführt - allerdings ohne festen Rhythmus.

60 Jahre HU, aber erst 50 Jahre Plakette dpa

60 Jahre HU, aber erst 50 Jahre Plakette

Geprüft wurde auf Anordnung der Behörde. Während sich Autofahrer heute selbst um die Einhaltung der HU-Termine kümmern müssen, wurden sie anfangs schriftlich geladen. Die Fahrzeugkontrollen gingen meist an zentralen Orten, zum Beispiel auf Markt- oder Kirmesplätzen, über die Bühne und nicht auf speziellen Prüfständen. «Für die Prüfer bedeutete das echten Körpereinsatz», betont Näumann. «Denn bei diesen improvisierten Untersuchungen gab es weder Hebebühne noch Grube.» Für einen Blick unter das Fahrzeug musste man sich also bücken - deshalb war die HU auch als «Kniescheibentermin» bekannt.

Eine Probefahrt gehörte ebenfalls zum Untersuchungsprogramm. Die schriftliche Einladung zur HU wurde 1961 durch die bis heute bekannte Plakette abgelöst. In den Folgejahren entstanden zentrale Prüfstellen, in denen mehrere Autos gleichzeitig abgefertigt werden konnten. Bis 1971 sei die HU für Autobesitzer ein echter Zittertermin gewesen, sagt Hans-Georg Marmit von der Sachverständigenorganisation KÜS: «Damals wurde nicht zwischen schweren und geringfügigen Mängeln unterschieden.» Schon kleine Fehler reichten aus, um Fahrzeuge vorübergehend aus dem Verkehr zu ziehen.

Kommentare (2)

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Dr.We

03.12.2011, 21:01 Uhr

"Eingeführt wurde die AU aus Umweltschutzgründen bereits im Jahr 1985." Ja und seit dem Ende der Vergaser ersetzt durch elekt. Einspritzanlagen gesteuert durch Breitbandlambdasonden findet die AU 1000x/Sec im Motor selbst statt. Seit dem sind die 28€ AU reiner Staatsbetrug! Ganz klamm heimlich wird die AU nun wegintegriert in eine Elektronik Prüfung: und wieder teurer! Eine bodenlose Sauerei.

Viele Grüsse
Dr. We

Account gelöscht!

04.12.2011, 13:46 Uhr

Wenn ein Fahrzeug durch den TÜV gekommen ist, unmittelbar danach einen Unfall aufgrund eines technischen Defekts hat, so haftet der TÜV nicht obwohl er das Fahrzeug als Verkehrssicher eingestuft hatte und horrende Gebühren kassierte.

Da kann ich nur sagen, hoch lebe die Abzocke!!!

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