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12.01.2005

09:55 Uhr

Nachrichten

Detroit im Zeichen der Geländewagen

Die Autohersteller setzen weiter auf Freizeitfahrzeuge mit Allradantrieb. Diese entwickeln sich allerdings zusehends von herkömmlichen Geländewagen zu sportlichen und multifunktionalen Kreuzungen aus verschiedenen Fahrzeuggattungen.

Detroit

Boulevard und Buckelpiste. Quelle: Thomas Geiger/dpa/gms

dpa/gms DETROIT. Die Autohersteller setzen weiter auf Freizeitfahrzeuge mit Allradantrieb. Diese entwickeln sich allerdings zusehends von herkömmlichen Geländewagen zu sportlichen und multifunktionalen Kreuzungen aus verschiedenen Fahrzeuggattungen.

Diesen Eindruck unterstreicht derzeit die Detroit Motor Show (12. bis 23. Januar), die auch im diesen Jahr wieder ganz im Zeichen von Offroadern, Suvs und anderen Allradkonzepten steht. Die wichtigste Neuheit für Boulevard und Buckelpiste ist sicherlich die zweite Generation der Mercedes M-Klasse, die im Frühjahr in den USA und im Sommer in Europa an den Start geht.

Der Geländewagen ist laut Mercedes in beinahe jeder Dimension einige Zentimeter gewachsen und bietet deshalb jetzt innen mehr Platz. Weil vor allem die Fahreigenschaften auf befestigten Straßen verbessert wurden und die Fähigkeiten im Gelände ebenfalls gewachsen sind, sei die M-Klasse jetzt ein perfekter Allrounder, der auf und abseits der Straße keine Kompromisse mehr verlange, verspricht Vorstandschef Eckhard Cordes.

Diesen Spagat zwischen Straße und Gelände will auch die Traditionsmarke Land Rover bewältigen, die in Detroit neben dem überarbeiteten Range Rover einen sportlichen Ableger des Flaggschiffs enthüllt hat. Dieser Range Rover Sport ist nach Angaben des Unternehmens in Format und Preis zwischen dem Range Rover und dem Modell Discovery positioniert. Er wird im Sommer nach Deutschland kommen und ist laut Land-Rover-Chef Matthew Taylor die britische Antwort auf Fahrzeuge wie den BMW X5 oder Porsche Cayenne. Daher wurde er vor allem mit dem Blick auf den Straßeneinsatz entwickelt.

„Der Range Rover Sport ist das beste "Fahrer-Auto", das Land Rover jemals entwickelt hat“, erklärt Taylor. Er soll deshalb vor allem Kunden ansprechen, die bislang noch eine luxuriöse Limousine besitzen. „Mit diesem Sports Tourer können sie ähnlich schnell und komfortabel auf der Autobahn fahren, schaffen es aber auch problemlos durch den Dschungel oder die Wüste.“

Während diese aktuellen Premieren bei aller PKW-Orientierung noch immer zweifelsfrei als Geländewagen gelten dürfen, weisen viele Designstudien in Detroit auf eine weitere Verschmelzung von Van, Kombi und Offroader hin. So hat etwa Mazda den MX-Crossport ins Rampenlicht gerückt, der nach Angaben von Pressesprecher Jochen Münzinger als Modell für die gehobene Mittelklasse der Suvs mit variablem Innenraum, großem Gepäckabteil und geländegängigem Antrieb in zwei, drei Jahren auch nach Europa kommen könnte.

Ähnliche Konzepte reifen offensichtlich auch bei der Honda-Luxus- Tochter Acura, die in Detroit den SUV RD-X enthüllt hat. Das gleiche gilt für Nissan, wo die Luxus-Sparte Infinity mit der Studie Kuraza eine sechssitzige Mischung aus noblem Van und praktischem Geländewagen auf die Räder gestellt hat. Sogar Subaru plant nun den Einstieg in dieses Segment: Nachdem die Marke bislang ausschließlich PKW mit Allradantrieb im Programm hatte, wurde nun in Detroit mit dem B9 Tribeca der erste echte Geländewagen enthüllt.

Zwar werden die klassischen Geländewagen nach Einschätzung von Marktbeobachter Nick Margetts von Jato Dynamics in Limburg in Hessen „zusehends in allradgetriebene Reisekombis mit erhöhter Bodenfreiheit“ verwandelt. Doch auch die alten Ideale hemdsärmeliger Offroad-Freunde nicht vollends vergessen. Dafür sorgt zum Beispiel Jeep mit den beiden Studien Hurricane und Gladiator. Sie werden nach Angaben des Unternehmens ganz bewusst als hoch motorisierte, grobschlächtige und extrem geländetaugliche Visionen für Allradler der Zukunft dargestellt.

Und auch der in den USA so beliebte Pick-Up wird den Trend zum Lifestyle-Geländewagen allem Anschein nach unbeschadet überstehen. Zwar profitieren auch die Pritschenwagen wie der Raider als Nachfolger des Mitsubishi L 200 oder die Ford-Studie des nächsten Explorer Sport Trac mitunter von einem flexibleren Innenleben und vor allem von mehr stilistischem Feingefühl bei der Wahl von Formen und Farben im Innenraum. Doch zählen laut Margetts bei diesen Fahrzeugen auch künftig vor allem die Größe und der Hubraum.

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