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04.01.2007

14:58 Uhr

Detroit Motor Show

Jubiläum der Autoshow mit Flunsch

Das Mekka der US-Autoindustrie rüstet sich fürs Jubiläum – doch zum 100. Geburtstag der Autoshow in Detroit dürften nur wenige amerikanische Branchengrößen in Partystimmung sein. Der Hauptgrund dafür kommt aus Asien.

Arbeiter decken einen Chevrolet Corvette ab, um ihn bei den Vorbereitungen zur Autoshow in Detroit vor Staub zu schützen. Foto: dpa

Arbeiter decken einen Chevrolet Corvette ab, um ihn bei den Vorbereitungen zur Autoshow in Detroit vor Staub zu schützen. Foto: dpa

HB DETROIT. Der größte Automarkt der Welt steht mitten in einem Abschwung, die US-Autobauer stecken in einer massiven Krise. Die anhaltende Rabattschlacht und der schwache Dollar dürften 2007 auch die deutschen Autobauer treffen. Angesichts der andauernd hohen Ölpreise stehen auf der Messe in Detroit (7.- 21.1.) verbrauchsarme Autos im Mittelpunkt. „Detroit 2007 wird so etwas wie das Schaulaufen der alternativen Antriebe“, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der FH Gelsenkirchen.

Vorbild für alle ist derzeit Toyota: Die Asiaten werden aus Sicht von Experten in diesem Jahr General Motors (GM) als größten Autobauer der Welt überholen. In den USA punktet Toyota auch mit Hybrid-Motoren - einer Mischung aus konventionellem Verbrennungs- und Elektromotor. Die Deutschen setzen dagegen hauptsächlich auf den Dieselantrieb. Während in Europa inzwischen mehr als 50 Prozent der Autos mit Dieselmotor verkauft werden, sind es in den USA nicht einmal zwei Prozent. Mercedes, Audi und Volkswagen wollen gemeinsam die so genannte Bluetec-Technologie populär machen. BMW will dagegen eigene Wege gehen. Autoexperte Dudenhöffer traut dem Diesel in den USA bis 2015 einen Marktanteil von 15 Prozent zu, dem Hybrid-Motor 20 Prozent.

Angesichts der Erfolge von Toyota mit Hybridmotoren wollen sich die Deutschen aber keine Blöße geben. BMW und DaimlerChrysler werkeln zusammen mit General Motors an der Entwicklung eigener Hybridantriebe. Volkswagen hat mit den Zulieferern Continental und ZF Friedrichshafen eine strategische Partnerschaft zur Entwicklung und Lieferung der Elektronik für künftige Hybridprojekte vereinbart.

Ungeachtet aller Hürden gibt sich die deutsche Autoindustrie optimistisch. „Die deutschen Marken werden bei einem rückläufigen US- Gesamtmarkt erneut gegen den Trend wachsen“, prognostiziert Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). 2006 verzeichneten die Deutschen in den USA mit mehr als 900 000 abgesetzten Autos einen Rekord. Die Deutschen hätten mit Autos mit deutlichen Verbrauchsvorteilen die passende Antwort auf die höheren Kraftstoffpreise, sagt Gottschalk.

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