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09.01.2007

18:44 Uhr

Detroit Motorshow

Wettlauf um die neue Technik

VonMartin-Werner Buchenau und Matthias Eberle

Neue Dieselmotoren, Hybridan-triebe, Autos mit Strom aus der Steckdose: Die Detroit Motorshow, jahrelang eine Muskelschau PS-starker Spritschleudern, reitet 2007 auf einer „grünen Welle“. Den weitesten Schritt in die Zukunft wagt der knapp vor der Ablösung stehende Weltmarktführer General Motors mit dem Elektro-Prototyp Volt.

GM-Chef Bob Lutz stellt in Detroit das Konzeptfahrzeug Volt vor. Foto: AP ap

GM-Chef Bob Lutz stellt in Detroit das Konzeptfahrzeug Volt vor. Foto: AP

DETROIT. Das Fahrzeug habe eine Reichweite von bis zu 1 000 Kilometern und sei drei Mal verbrauchsärmer als die heutigen Hybrid-Fahrzeuge, sagte GM-Vizechef Bob Lutz. Mit dem Auto, das an einer herkömmlichen Steckdose aufgeladen werden kann, will GM die technische Führung von Toyota zurückerobern. Das sei „keine PR-Übung, sondern ein echtes Programm mit echtem Geld dahinter“, versuchte GM-Produktchef Bob Lutz Bedenken von Kritikern zu zerstreuen. Der viertürige Chevrolet kombiniert eine Lithium-Ionen-Batterie und einen kleinen Dreizylinder-Motor, der mit Normalbenzin, Ethanol, Biodiesel oder Wasserstoff betrieben werden kann. Geht die Batterie zur Neige, lädt der Motor sie wieder auf.

Doch welcher umweltfreundliche Antrieb sich in der nächsten Generation durchsetzt, ist längst nicht entschieden. Bisher sind erst 200 000 Fahrzeuge mit Hybridantrieb unterwegs, aber die Wachstumsraten sind nach einigen Startschwierigkeiten insbesondere im weltgrößten Markt USA hoch. Dieselmotoren indes fristen in den Vereinigten Staaten ein Schattendasein, weil ihnen immer noch das Image anhängt, schmutzig und schwerfällig zu sein. Während in Europa fast jedes zweite Auto von einem Diesel angetrieben wird, sind in den USA Benziner die Regel und verbrauchsärmere Hybridmotoren auf dem Wachstumspfad.

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Auch in Schwellenländern wie Indien und China – den großen Wachstumsmärkten der Zukunft – kommt die deutsche Diesel-Domäne nicht gut an. Chinesische Autokäufer se-hen zu über 50 Prozent in der Wasserstoff-Brennstoffzelle die Zukunft, im Dieselmotor nur zu 5,2 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des Nürnberger Marktforschungsinstituts Puls hervor, die am Rande der Autoschau veröffentlicht wurde. Das Unternehmen befragte 3 500 Autokäufer in Deutschland, den USA, Frankreich, Großbritannien, Indien und China.

Nach Ansicht von Puls-Chef Konrad Weßner kommt vom Markt enormer Nachfragedruck auf die Automobilindustrie zu: „Wenn Autokäufer einen bestimmten Motor für zukunftsfähig halten, werden sie auch Hersteller bevorzugen, die in diesem Bereich als führend gelten.“ Beim Hybridmotor ist das Toyota – das Unternehmen will im laufenden Jahr General Motors als weltgrößten Autohersteller ablösen. 2007 will der japanische Konzern den Absatz von Hybrid-Fahrzeugen um gut ein Drittel auf bis zu 300 000 steigern.

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