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25.08.2014

10:04 Uhr

Deutsches Dragster-Rennen

Hot Wheels in Husum

Es stinkt nach verbrannten Gummi, es ist ohrenbetäubend laut und für manchen sehr faszinierend: Dragster-Rennen. Die gibt es auch in Deutschland. Wer mitmachen will, muss an seinem Auto sehr viel schrauben.

Volle Konzentration auf den Start: Ein Fahrer eines selbst gebauten Dragsters konzentriert sich am 23.08.2014 in Husum (Schleswig-Holstein) beim HotWheelz Dragsterrennen auf dem Flugplatz. dpa

Volle Konzentration auf den Start: Ein Fahrer eines selbst gebauten Dragsters konzentriert sich am 23.08.2014 in Husum (Schleswig-Holstein) beim HotWheelz Dragsterrennen auf dem Flugplatz.

HusumWo sonst Flugzeuge starten, sind am Wochenende ganz besondere Autos und Motorräder mit dröhnenden Motoren über die Piste gerast. Die Dragster-Szene hat sich auf dem beschaulichen Flugplatz in Husum-Schwesing (Schleswig-Holsten) getroffen, um sich im Beschleunigungsrennen zu messen.

Rund 140 Fahrer aus Deutschland und dem europäischen Ausland - darunter viele Dänen - zeigten den Zuschauern, die sich am Samstag und Sonntag entlang der Rennstrecke einfanden, aber auch sich selbst, was ihre Rennmaschinen können.

Einer von ihnen ist Winfried Gömer aus Lensahn. Der 50-Jährige steht am Samstagabend im Fahrerlager neben seinem 88er Camaro. Oder von dem, was vom Original noch übrig ist, denn das Auto ist vollkommen umgebaut. Der Innenraum besteht eigentlich nur noch aus Motor, außen ziert ein riesiger Hai die Karosserie.


Gestartet wurde in Husum in mehreren Leistungs- und Zeitklassen, wie Organisator Michael Ebsen erklärt. Streetcar, Street Modified Car oder Pro Street beispielsweise bei den Autos. Gefahren wird die klassische Viertelmeile, 402 Meter. In teilweise unter zehn Sekunden beschleunigen die Fahrer ihre Boliden auf dieser kurzen Strecke auf über 200 Stundenkilometer. Anschließend sind gute Bremsen gefragt.

Gömer, oder Fred, wie er von den Fahrern genannt wird, ist mit dem Rennverlauf ganz zufrieden. 10,3 Sekunden war seine Bestzeit am Samstag, die er am Sonntag noch verbessern wollte. Er startete mit seinem Camaro in der Klasse der modifizierten Streetcars.

Wenn er den Motor anlässt, dröhnt es gewaltig: 750 PS stecken unter der Haube, wenn Gömer Lachgas zuschaltet, sind es rund 1.000 Pferdestärken in seinem V-8-Motor. „Das lohnt sich hier aber nicht, dafür ist die Strecke zu schlecht“, sagte er.

Seit 1996 fährt Gömer Beschleunigungsrennen. „Wenn man einmal angefangen hat, kommt man nicht mehr davon ab“, sagt der 50-Jährige. Wirklich körperlich fit sein, müsse man ja auch nicht, nur gute Reflexe haben.

Nebenan stellen sich die Teilnehmer der nächsten Rennen auf, darunter auch einige Frauen, um zum Start zu fahren. Einige gucken noch mal schnell unter die Motorhaube, andere unterhalten sich mit ihren Familien, Mechanikern oder Freunden.

Es geht durchaus familiär zu in Husum, ein bisschen wie auf einem großen Klassentreffen. Gepimpte VW Golfs und Opel Corsas messen sich mit Pickups, Ami-Schlitten, aufgemotzten VW-Bussen und skurrilen Eigenbauten.

Dann der Start: Die Motoren heulen auf, die Reifen drehen durch und über allem liegt der Geruch von verbrannten Gummi. Gefahren werden in Husum sogenannte Sprint-Races, die Fahrer dürfen mehrmals an beiden Tagen starten.

Am Ende gewinne derjenige seine Klasse, der am wenigsten Sekunden für die Strecke gebraucht hat, sagt Ebsen. Im normalen Drag-Racing würden Samstags die Qualifikationen gefahren und Sonntags die Finalrennen. „Wir wollen hier aber so häufig fahren, wie es geht.“

Von

Birgitta von Gyldenfeldt

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