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07.01.2005

10:20 Uhr

Nachrichten

Die Auto-Zulassungsdokumente in 2005

Ein Fahrzeugbrief begleitete bislang die Eigner eines Fahrzeugs. 2005 jedoch soll das anders werden: Im Herbst haben Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief ausgedient, es kommen neue Zulassungsdokumente zum Einsatz.

Fahrzeugbrief

Noch ist die Anzahl der Vorbesitzer erkennbar. (Bild: Corinna Schaper/dpa/gms)

dpa/gms MÜNCHEN/FLENSBURG. Ein Fahrzeugbrief begleitete bislang die Eigner eines Fahrzeugs. 2005 jedoch soll das anders werden: Im Herbst haben Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief ausgedient, es kommen neue Zulassungsdokumente zum Einsatz.

Die werden europaweit einheitliche Identifizierungscodes enthalten, sollen fälschungssicher sein. Außerdem müssen sie öfter als bisher gegen neue Exemplare ausgetauscht werden.

„Die neuen Fahrzeugdokumente werden zum 1. Oktober eingeführt“, bestätigt Angela Bartholmae, Sprecherin der Kraftfahrt Bundesamtes (KBA) in Flensburg. Hintergrund der Änderung ist eine europäische Richtlinie, die eine Harmonisierung der Zulassungsdokumente vorsieht. Neu werden Aussehen und Inhalt der Dokumente sein, auch die Namen ändern sich. Was bisher Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief heißt, wird künftig Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II genannt werden.

Allerdings wird das Lesen der Daten auf der Bescheinigung I, dem früheren Fahrzeugschein, umständlicher: „Bisher sind die Angaben zu technischen Daten im Klartext aufgeführt“, sagt Dieter Meissner, Leiter der Zulassungsstellen im Landesbetrieb Verkehr in Hamburg. Wo heute Begriffe wie „Höchstgeschwindigkeit“ stehen, sind künftig für die europäischen Länder einheitliche Codes zu sehen. Erläuterungen dazu stehen auf der Rückseite des Papiers. Wichtig sind die Kürzel laut Adac-Juristin Katrin Stroech in München vor allem für den grenzüberschreitenden Verkehr. „So kann auch bei Kontrollen im Ausland der Inhalt der Papiere leichter geprüft werden.“

Umfangreicher sind die Änderungen am bisherigen Fahrzeugbrief - der künftigen Zulassungsbescheinigung Teil II. „Das Dokument wird künftig das Format DIN A4 habe und nur noch einseitig beschriftet sein“, sagt Meissner. Wegen des beschränkten Platzes können hier künftig nur noch zwei Halter eingetragen werden. „Schon der dritte Halter muss sich einen neuen Fahrzeugbrief besorgen“, sagt Alfred Fuhr, Sprecher des Automobilclubs von Deutschland (AvD) in Frankfurt. „Bisher konnte man anhand der Haltereintragungen im Fahrzeugbrief die Geschichte eines Fahrzeugs nachvollziehen. Dies wird in Zukunft schwieriger“, kritisiert Fuhr die Änderung.

Dafür bieten die neuen Papiere eine größere Fälschungssicherheit. „Die Fahrzeugscheine haben bisher keine Registrierungsnummer“, sagt Meissner. Die Spur eines gestohlenen Blanko-Dokumentes konnte also nur schwer zurückverfolgt werden. Künftig soll Fälschungen und Diebstählen gleich doppelt ein Riegel vorgeschoben werden: Zunächst erhält jedes Papier eine Vordrucknummer. „So lässt sich nachweisen, an welchen Mitarbeiter das Dokument gegangen ist. Beim Ausfüllen werden die Papiere dann noch mit einer zusätzlichen Nummer versehen.“

Hinzu kommen Sicherheitsmerkmale in dem Papier an sich. Unter anderem wird es sowohl in der Zulassungsbescheinigung Teil I als auch im Teil II Wasserzeichen geben. Bei deren Form setzt man allerdings nicht auf europäische Vereinheitlichung, sondern eher auf traditionelle deutsche Symbole: Laut dem Bundesgesetzblatt wird das Wasserzeichen die Form eines „stilisierten Adlers“ haben.

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