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31.01.2005

10:38 Uhr

Die fotorealistische Abbildung der Straße soll die Routenführung erleichtern

Navigationsgeräte können künftig sehen

VonFred Wagner

Im Pkw der Zukunft rücken die virtuelle und reale Welt enger zusammen. Das Navigationssystem der nächsten Generation führt den Autofahrer nicht mehr mit Pfeilen durch den Verkehr, sondern bildet die Umgebung realitätsgetreu ab.

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Das neue Navigationssystem projiziert den Wegweiser in das Display der Windschutzscheibe.

DÜSSELDORF. Eine im Fahrzeug eingebaute Kamera zeichnet dazu die Umgebung vor dem Fahrzeug auf. Computer integrieren die Routeninformation anschließend in das aufgenommene Videobild. Hierfür gleicht der Rechner die erfassten Objektdaten mit den gespeicherten Straßeninformationen ab und präsentiert dann die passende Route auf dem Videobild. Dieses Augmented Reality genannte Verfahren soll künftig in ein Head-up-Display integriert auf die Windschutzscheibe projiziert werden. So kann der Fahrer immer das Verkehrsgeschehen im Blick behalten, was den Straßenverkehr sicherer machen soll.

„Spätestens in zehn Jahren wird es die Orientierungshilfe in der heutigen Form nicht mehr geben“, sagt Hans-Gerd Krekels, der bei Siemens VDO Automotive für Innovationen und die Produktstrategie verantwortlich ist. Das Navigationssystem der Zukunft, das von Siemens Forschern entwickelt wird, könne dann auf abstrakte Pfeile und Piktogramme, mehr oder weniger verständliche Kartendarstellungen und uniforme Sprachkommandos verzichten, die den Autofahrer ablenken und verwirren können – insbesondere bei komplexen Verkehrssituationen.

Schon heute wird die Technik der erweiterten Realität (Augmented Reality) in unterschiedlichen Bereichen genutzt. Zum Beispiel bei medizinischen Operationen, in der Architekturplanung, der Produktentwicklung und Konstruktion, bei Sportübertragungen im Fernsehen, Filmproduktionen oder Computer-spielen. Der Konzern ist nach eigenen Angaben der erste Hersteller, der die Technik in ein Navigationssystem integriert hat. Den Prototypen, der auf dieser Zukunftstechnologie basiert, testet BMW in Versuchsfahrzeugen. Man sei aber auch mit anderen Automobilherstellern im Gespräch. Mit einer Serieneinführung ist allerdings erst nach dem Jahr 2010 zu rechnen, sagt Krekels.

Bis dahin sind jedoch noch einige Hürden zu nehmen. So muss die Rechenleistung der Navigationssyteme stark verbessert werden und auch bei der Einbindung der virtuellen Realität gibt es noch Optimierungsbedarf. „Das Integrieren der Kamerainformationen und Navigationsdaten, das so genannte Tracking, ist eine der größten Herausforderungen“, sagt Didier Stricker, Augmented-Realitiy-Experte am Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung (IDG) in Darmstadt. Stricker arbeitet bei dem „Arvika“-Projekt mit, bei dem Anwendungen für die Erweiterte Realität in der Produktion entwickelt werden.

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