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06.11.2013

11:55 Uhr

Die neuen Motorradmodelle

Von Streetfightern, Monstern und Donnervögeln

VonUlf Böhringer
Quelle:Spotpress

Einen einheitlichen Trend können wir bei den neuen Motorädern, die gerade auf der Eicma Premiere feiern, nicht ausmachen. Einerseits wird vereinfacht und abgespeckt, andererseits mächtig aufgerüstet.

Die neue S 1000R, vom sehr erfolgreichen Superbike S 1000 RR abgeleitet, leistet bei einem fahrfertigen Leergewicht von nur 207 Kilogramm stramme 118 kW/160 PS bei 11.000/min BMW

Die neue S 1000R, vom sehr erfolgreichen Superbike S 1000 RR abgeleitet, leistet bei einem fahrfertigen Leergewicht von nur 207 Kilogramm stramme 118 kW/160 PS bei 11.000/min

Was die IAA für Frankfurt, ist die Eicma für Mailand, nur das es in Italien um Motorräder geht. Die wichtigsten Neuheiten im Überblick: BMW schlägt ein neues Leistungskapitel bei seinen Roadster-Modellen auf: Die neue S 1000R, vom sehr erfolgreichen Superbike S 1000 RR abgeleitet, leistet bei einem fahrfertigen Leergewicht von nur 207 Kilogramm stramme 118 kW/160 PS bei 11.000/min – kein Wunder, dass die Bayern angesichts dieser Daten von einem „Dynamic-Roadster“ sprechen.

Serienmäßig bietet die S 1000 R zwei Fahrmodi (Road, Rain) sowie die Automatische Stabilitätskontrolle ASC. Auch das teilintegrale Renn-ABS ist zusammen mit einem Lenkungsdämpfer Serie. Optional gibt es die Sonderausstattung „Fahrmodi Pro“und das aus der HP4 bekannte semiaktive Fahrwerk DDC. Das hat natürlich seinen (Mehr-)Preis, wobei der Grundpreis der S 1000 R sehr aggressiv ist: 12.800 Euro sind ein Wort, das viele Mitbewerber ungern hören dürften.

Gewohnt gediegen erscheint die Neuauflage des Komfort-Tourers R 1200 RT, der nun vom wassergekühlten 92kW/125-PS-Vierventilboxer befeuert wird, den wir schon in der GS kennen. Trotz ähnlicher Silhouette wie bisher erscheint die neue RT dynamischer und ist es mit Sicherheit auch: Insbesondere wenn man sie mit dem neuen Schaltassistenten Pro ordert, der sowohl beim Hinauf- und Herunterschalten aktiv wird – eine Weltneuheit. Die Scheinwerferfront erinnert an die K 1600 GT, weist jedoch kein Xenonlicht auf. Der Preis der neuen R 1200 RT beträgt 16.990 Euro.

Erstmals für die Öffentlichkeit zu sehen ist die „R nineT“. Sie erinnert nicht nur an das 90. Jahr des Bestehens von BMW, sondern auch an die Boxer-Ikone R 90S aus dem Jahr 1976. Ein Retro-Bike ist die R nineT nicht, sondern ein topmodernes Motorrad mit historischen Bezügen: Sie besitzt den luftgekühlten 1200er Boxermotor mit 81 kW/110 PS sowie eine aus dem Supersportler S 1000 RR entwickelte Gabel und überzeugt außer durch ihre sehr wertige Ausstrahlung durch vielfältige Customizing-Möglichkeiten. Sie ist ab Frühjahr zum Preis von 14.500 Euro lieferbar.

Ebenfalls erstmals in die Öffentlichkeit fährt die BMW R 1200 GS Adventure, der Fernreise-Ableger des bayerischen Erfolgsmodells. Zahlreiche Detailänderungen dienen gesteigerter Geländegängigkeit sowie höherem Fahrkomfort. Serienmäßig wird die Adventure mit ABS, ASC sowie zwei Fahrmodi (Rain, Road) geliefert, weitere Fahrmodi sind per Sonderausstattung erhältlich. Der Preis der neuen R 1200 GS Adventure beträgt 15.900 Euro.

In die Monster 1200S wird eine  verschärfte Triebwerksversion mit 107 kW/145 PS eingebaut Ducati

In die Monster 1200S wird eine verschärfte Triebwerksversion mit 107 kW/145 PS eingebaut

Der seit letztem Jahr zu Audi gehörende italienische Sportmotorrad-Hersteller Ducati präsentiert in Mailand die Nachfolgerin des wohl wichtigsten Modells, nämlich eine neue Monster. Im nächsten Jahr wird es zusätzlich zur 696er und 796er Monster als neues Topmodell die Monster 1200 geben; sie wird vom 1198 ccm großen Testastretta 11°-Doppelzündungsmotor in L-Form mit 99 kW/135 PS befeuert. In die Monster 1200S wird eine  verschärfte Triebwerksversion mit 107 kW/145 PS eingebaut. Die zweite Generation dieses Triebwerks, das bereits in den Modellen Diavel und Multistrada Dienst tut, ist als volltragendes Element direkt im neu entwickelten Gitterrohrrahmen befestigt. Bei der Triebwerksabstimmung lag das Hauptaugenmerk auf einer fülligen Drehmomentkurve; der Spitzenwert erreicht 125 Nm bei 7.250/min. Bei der Basis-1200er beträgt der Drehmoment-Peak bei 118 Nm.

Serie ist das Ducati Safety Pack (DSP) mit Riding Mode-Technologie, in die das dreistufige Bosch ABS 9MP und die 8-Stufen-DTC integriert ist. Garant für perfekte Verzögerung ist die Brembo-Bremsanlage mit radial montierten M50 Monobloc-Bremssätteln. Der Radstand der nun 209 kg wiegenden Monster wuchs zugunsten verbesserter Stabilität und erhöhten Fahrkomforts zu zweit um sechs Zentimeter, der Lenker liegt höher und dichter beim Fahrer. Erstmals bei Ducati findet sich ein höhenverstellbares Sitzsystem. Eine Besonderheit stellt auch die neue TFT-Instrumentenkombi dar: Das Display verfügt in Abhängigkeit vom gewählten Riding-Mode (Urban, Touring, Sport) über drei verschiedene Layouts; die dann sichtbaren Anzeigen präferieren die für den jeweiligen Einsatz wichtigsten Elemente.

In Mailand stehen auch der neue Mittelklasse-Superbike 899 Panigale und der auf 500 Exemplare limitierte neue Hypersportler „Superleggera“ auf Panigale-Basis, der mit 177 kg (fahrfertig!) und über 200 PS neue Bestwerte setzt – auch beim Preis: Er beträgt ca. 65.000 Euro.

Vollständig neu entwickelt wurde der Tourencruiser CTX1300 mit V4-Motor Honda

Vollständig neu entwickelt wurde der Tourencruiser CTX1300 mit V4-Motor

Honda nimmt Abschied von seinen bisher recht aufwendigen Vierzylinder-Mittelklassemodellen – Hornet, CBR600F, CBR600RR – und setzt auf eine technisch vereinfachte Modellplattform, genannt CB650. Herzstück ist ein um 30° nach vorne geneigt eingebauter 650er-Vierzylinder-Reihenmotor. Entwicklungsziel war es, deutlich bessere Leistungswerte im unteren und mittleren Drehzahlbereich zu erreichen. Die Maximalleistung von 64 kW/87 PS liegt bei 11.000/min. an, das maximale Drehmoment von 63 Nm bei 8.000/min. Hintergrund der Neukonstruktion ist eine wirtschaftlichere Produktion, um gegenüber den Wettbewerbsmodellen preisaggressiver auftreten zu können. Als erste Versionen gibt es ab Frühjahr die 208 Kilogramm wiegende unverkleidete CB650F und den vollverkleideten Sportler CBR650F (211 kg).

Die bisher drei Modelle der NC700-Baureihe – S, X und Integra – werden um 75 ccm zu leistungsstärkeren 750ern „upgegradet“; damit soll für mehr Distanz zu den bisher leistungsgleichen CB500-Modellen gesorgt werden. Künftig liefern die Triebwerke 55 PS (bisher 48 PS), sie sind über den gesamten Drehzahlbereich leistungs- und durchzugsstärker. Zudem erhalten die Motoren eine zweite Ausgleichswelle.

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