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19.11.2011

11:38 Uhr

Die Zukunft der Straße

Audi und die Vision vom Superauto

VonCarsten Herz, Mark Christian Schneider

Audi will dem Auto Flügel verleihen. Allerdings nur als Türen. Denn der Traum vom fliegenden Auto wird auch in zwanzig Jahren wohl noch einer bleiben. Alles andere hat der Konzern aber bereits in Angriff genommen.

Das Audi-Konzeptfahrzeug E-tron. Reuters

Das Audi-Konzeptfahrzeug E-tron.

IngolstadtDas Auto der Zukunft fährt auf Kugeln statt auf Rädern. Zum Einsteigen schwingen die Flügeltüren nach oben. Wie ein Pilot sitzt der Fahrer vor digitalen Displays im Cockpit aus beschichtetem Glasfaser-Laminat. Bisher ist der Sportwagen RSQ, die Vision des Autobauers Audi für das Sportcoupé im Jahr 2035, nur ein Einzelstück. Die Designer und Ingenieure haben es als Dienstwagen von Hollywood-Star Will Smith für den Film "I, Robot" kreiert. Inzwischen steht die Zukunft des Autos im Ingolstädter Firmenmuseum.

Die Zukunft möglichst bald auf unsere Straßen zu bringen, ist die Aufgabe von Audis Entwicklungschef Michael Dick. Der Mann mit den feinen weißen Haaren und der schmalen Brille macht bei unserem Besuch in seinem Zukunftslabor keinen Hehl daraus, dass die Branche vor einem gewaltigen Umbruch steht. "Alternative Antriebe, Leichtbau, neue Mobilitätskonzepte - wir sind mitten dabei, das Auto ein zweites Mal zu erfinden", sagt er.

Der Maschinenbauer weiß, welche Rolle ihm und seinem Ressort zukommt. Die Hersteller müssen ihre Fahrzeuge fit machen für die Generation Facebook. Autos werden rollende Kommunikationszentralen. Die Hersteller arbeiten an Lösungen, die den Trends unserer technisierten Lebenswelt Rechnung tragen: Navigation und Nachrichtenübertragung in Echtzeit, Vernetzung überall, mobile Büroarbeit und bargeldloses Bezahlen beim Tanken oder Parken.

In zehn oder 15 Jahren soll all das Standard sein. Weltweit sind dafür Tausende Entwickler im Einsatz. Audi und die Konzernmutter VW unterhalten im Bereich Car-Communication Labore in Peking und in der Ideenschmiede Silicon Valley. Bricht in China die Nacht herein, nehmen die Spezialisten in den USA ihre Arbeit wieder auf. Insgesamt sind mehr als 6.000 Menschen bei Audi in der Forschung und Entwicklung tätig - im gesamten VW-Konzern sind es gut 30.000.

In der Ingolstädter Firmenzentrale füllen über 1000 Entwickler Audis Leitspruch "Vorsprung durch Technik" mit Leben. Ricky Hudi ist mit seinem Team verantwortlich für Elektrik und Elektronik. Das Zentrum für Elektronikentwicklung residiert ein paar Kilometer Luftlinie entfernt vom Audi-Vorstand im Gebäude T20, direkt neben der Produktion. Hier arbeitet Audi unter strenger Geheimhaltung an der vernetzten Zukunft seiner Autos.

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