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11.05.2016

14:36 Uhr

Dienstwagen-Check der DUH

Umweltministerin fährt nicht klimafreundlich

Die Deutsche Umwelthilfe untersucht regelmäßig, wie klimafreundlich deutsche Politiker sich chauffieren lassen. In diesem Jahr muss ausgerechnet Bundesumweltministerin Barbara Hendricks einen bösen Absturz verkraften.

Die Deutsche Umwelthilfe hat ihren jährlichen Umweltcheck für Politiker-Dienstwagen vorgestellt. picture alliance/dpa

Wie sauber sind Politiker-Dienstwagen?

Die Deutsche Umwelthilfe hat ihren jährlichen Umweltcheck für Politiker-Dienstwagen vorgestellt.

BerlinDie deutsche Umweltministerin ist im Dienstwagen nicht gerade klimafreundlich unterwegs: Von den Bundesministern nutzt Barbara Hendricks das Auto mit dem höchsten CO2-Ausstoß (159 Gramm pro Kilometer). Den letzten Platz im diesjährigen Dienstwagen-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) teilt sie sich mit zwei SPD-Parteikollegen, Justizminister Heiko Maas und Familienministerin Manuela Schwesig.

Vor einem Jahr hatte Hendricks noch den ersten Platz belegt - ihr neues Auto stößt aber mehr CO2 aus, zudem haben viele Kollegen sich sparsamere Wagen zugelegt. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der von Umweltschützern selten Lob hört, steht dagegen ganz gut da: Der CSU-Politiker wird im Wagen mit dem zweitgeringsten CO2-Ausstoß gefahren, nur Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) ist noch sparsamer unterwegs.

Eine „grüne Karte“ für klimaverträgliche Fahrzeuge bekam kein Bundesminister. Die gab es nur für Autos mit weniger als 124 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer, Spitzenreiterin Wanka ist aber mit 132 Gramm unterwegs. Die EU erlaubt derzeit noch 130 Gramm pro Kilometer für neu zugelassene Autos, ab 2020 sollen es nur noch 95 Gramm sein.

Insgesamt vergab die Umwelthilfe in diesem Jahr nur acht „Grüne Karten“, alle  an Hybridautos mit kombiniertem Benzin- und Elektroantrieb. Die einzige „Grüne Karte“ auf Bundesebene erhielt Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) aus dem Bundesverkehrsministerium, der ein mit einem CO2-Ausstoß von 112 Gramm je Kilometer fährt. Im vergangenen Jahr gab es 42 „Grüne Karten“. Die meisten Spitzenpolitiker fahren jedoch Dieselautos.

Genau die möchte die DUH aus den Fuhrparks von Ministerien verbannt sehen. Vor dem Hintergrund der Erkenntnisse aus dem Abgasskandal forderte sie die Politiker auf, vorerst auf die Anschaffung von Dieselfahrzeugen zu verzichten. Dies gelte zumindest so lange, wie die Autohersteller die Einhaltung von Grenzwerten für Stickoxidemissionen im Straßenbetrieb nicht sicherstellen könnten, erklärte der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch bei der Vorstellung des Dienstwagenchecks am Mittwoch in Berlin.

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