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29.01.2007

09:45 Uhr

Digitale Prototypen

C-Klasse aus dem Computer

VonFred Wagner

Weltneuheit bei Mercedes: Die neue C-Klasse basiert auf Prototypen, die nur im Netzwerk vorhanden sind. Das digitale Auto bietet den Vorteil der risikofreien Testfahrt. Dabei berücksichtigen die Entwickler auch Alltagssituationen. Das absolvierte Pensum ist enorm.

Hat eine digitale Vorlage: Die neue C-Klasse von Mercedes (Bild: Daimler-Chrysler/dpa/gms) Quelle: dpa

Hat eine digitale Vorlage: Die neue C-Klasse von Mercedes (Bild: Daimler-Chrysler/dpa/gms)

BERLIN. Ende März bringt Mercedes-Benz die neue C-Klasse auf den Markt – nach Angaben des Unternehmens das erste Serienfahrzeug der Welt, das auf Basis eines digitalen Prototypen konzipiert und entwickelt wurde. Dazu bündelten die Entwickler alle bisherigen Simulationsmethoden und erzeugten ein virtuelles Auto, das nur im weltweiten Rechner-Netzwerk der Mercedes-Entwickler existiert.

Virtuelle Technologien und digitale Prototypen sind in der Arbeit innovativer Unternehmen seit langem unverzichtbar geworden. Der Hauptgrund: Mit Computermodellen lässt sich frühzeitig in einer dreidimensionalen künstlichen Welt ausgiebig und risikofrei experimentieren.

Im Bauwesen, im Maschinenbau, in der Medizintechnik und vor allem in der Automobilindustrie gehören digitale Modelle deshalb schon zum Alltag. Lange bevor ein Prototyp auf echten Rädern steht, können Konstrukteure per Mausklick erkennen, ob Reifen und Felgen der Karosserie zu nahe kommen oder Fahrwerkkomponenten wie Bremse und Spurstange streifen. Auch virtuelle Crash-Tests, die teure Materialschlachten ersparen, gehören seit Jahren bei allen Automobilherstellern zum Entwicklungsprogramm.

Die Ingenieure von Mercedes-Benz gingen mit der virtuellen C-Klasse jedoch einen Schritt weiter. Mit Hilfe des neuartigen Prototypen wurde nicht nur die Crashsicherheit und der Insassenschutz entwickelt und getestet. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Thema Fahrkomfort gewidmet – per Computersimulation wurden etwa Geräusch-, Federungs - und Abrollkomfort sowie die Klimatisierung erprobt. Dafür stand den Entwicklern ein vollständiges virtuelles Abbild des Autos zur Verfügung, erzeugt aus der riesigen Datenmenge von rund 2130 Gigabyte.

Hochmoderne Prüfstände wie der „Ride-Simulator" wurden mit den Daten der C-Klasse und den Fahrbahnoberflächen realer Teststrecken programmiert, so dass die Ingenieure das neue Mercedes-Modell bereits in einer sehr frühen Projektphase auf dem Prüfstand „fahren“ konnten

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