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03.09.2015

13:24 Uhr

E-Autos im Carsharing

Die Spannung lässt nach

VonHolger Holzer
Quelle:Spotpress

Auf den ersten Blick passen sie perfekt zusammen: der Carsharing-Trend und das Elektroauto. Doch Ohne finanzielle Anreize verliert für viele Anbieter der elektrische Kurzzeit-Mietwagen an Reiz.

Der Mitsubishi EV zählt zu den beliebtesten E-Autos beim Carsharing Cambio

Oft geteilte Alternative:

Der Mitsubishi EV zählt zu den beliebtesten E-Autos beim Carsharing.

Wo sich potentielle E-Autokäufer um die notorischen Probleme der elektrisch angetriebenen Pkw sorgen müssen, kann der Carsharing-Kunde eigentlich nur müde lächeln. Denn die bekannten Nachteile zählen für ihn kaum: Die geringe Reichweite spielt für den Kurzstreckeneinsatz in der Stadt keine Rolle, ebenso wenig der Preis oder die Unsicherheit über die Batterielebensdauer. Und auch auf der Anbieterseite könnte das Elektromobil ein Hit sein: Die Wartungskosten sind gering, der Imagegewinn hoch. Doch richtig eingeschlagen hat der elektrische Antrieb bei den Kurzzeit-Mietautos bislang nicht. Und nun könnte der geringe Bestand noch weiter schrumpfen.

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Seit Jahren sind sie im Gespräch, doch noch führen E-Autos ein Nischendasein. Auch die Zahl neu zugelassener Hybride bleibt niedrig. Hersteller wie VW und Audi motzen die magere Statistik mit Eigenzulassungen auf.

Fast jedes zehnte Carsharing-Auto in Deutschland ist aktuell batteriebetrieben. Von den insgesamt 1.561 Fahrzeugen zählen rund 950 zu den Flotten der Carsharing-Töchter von Autoherstellern, wie der Bundesverband Car Sharing (BCS) in Berlin ermittelt hat. 245 fahren in den gemischten Flotten kleinerer stationärer Car-Sharing-Unternehmen, 366 sind für spezielle E-Auto-Anbieter unterwegs. Vor allem bei den beiden letztgenannten Unternehmensarten ist die Elektro-Euphorie jedoch mittlerweile verflogen.

Die Zahl der dort zugelassenen Batterie-Mobile werde in Zukunft wieder sinken, prognostiziert Willi Loose, Geschäftsführer des BCS. „Ein Großteil der Fahrzeuge ist im Rahmen von Förderprojekten angeschafft worden“, weiß er. Laufen die Projekte aus, verschwinden auch die Autos bald wieder.

Ohne finanzielle Anreize verliert für viele Anbieter der elektrische Kurzzeit-Mietwagen an Reiz. „Die Margen im Carsharing sind gering“, sagt Loose, „die Kosten für E-Autos hoch.“ Für die meist mittelständischen Unternehmen stelle sich die Frage, ob sie ein Batteriemobil oder lieber drei konventionelle Fahrzeuge anschafften.

Auf Nachlässe beim Kaufpreis können sie mangels Stückzahl kaum hoffen. Was fast noch schwerer wiegt: Viele Kunden verschmähen das E-Auto. „Wenn beide Fahrzeuge nebeneinander stehen, sind konventionelle Modelle immer besser ausgelastet als E-Autos“, hat Loose registriert. Er vermutet Berührungsängste der Nutzer als einen der Gründe.

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Eine Rolle spielen dürfte dabei auch die Angst, mit leerem Akku liegen zu bleiben. Das mag im Stadtverkehr irrational sein – trotzdem sind eingeschränkte Reichweite und lange Ladezeiten auch für die Kurzstrecken-Mobile ein Problem. Vor allem auf Anbieterseite. Der nämlich braucht ein intelligentes Lademanagement, muss bei der Reservierung des Kunden schon den mehrstündigen Tankstopp an der stationären Ladesäule berücksichtigen. Eine ordentliche Auslastung ist so nur schwer zu erreichen.

Kommentare (2)

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Frau Lanna P

04.09.2015, 11:56 Uhr

I am Lanna, a student of Munich University of Applied Sciences currently working on the master thesis. I need your opinion regarding the influence of the oil price in the leasing of green cars. The survey will take less than a minute from your time. Everybody over 18 years old can participate, German citizens or internationals living and working within Germany.
Thank you in advance!

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Frau Rosi Raubbau

09.09.2015, 20:21 Uhr

Da haben die Medien einen grossen Anteil an der Negativ-Propaganda weil ja noch nicht alles so rund läuft bei den Elektro-Autos. Medien - wenn ihr weiter die Benziner-Lobby unterstützt, wird es ein mühsamer Wandel. Dabei stehen gute Systeme und neue Technologien bereit. Auch die Berliner Neutrino Inc./Hauptaktionär Holger Thorsten Schubart haben mit der Entwicklung es Prototypen N-Cell eine innovative Neutrino-Technologie mit einer CarBattery Reichweite bis zu 2.000km in Planung. Wir müssen den neuen Technologien und Elektro-Autos den Weg ebnen...

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