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24.03.2011

08:29 Uhr

Edle Sport-Kombis

Vom Lademeister zum Lifestyle-Objekt

Quelle:dpa

Immer mehr Luxusmarken tasten sich in die Welt der Edel-Kombis vor. Sogar Ferrari baut jetzt eine Hochgeschwindigkeits-Familienkutsche - steht damit aber nur stellvertretend für einen Trend.

Maranello/KölnGeräumig, praktisch, familienfreundlich: Damit wären die Vorteile eines klassischen Kombis auf den Punkt gebracht. Emotionen wie ein Sportwagen wecken solche Autos in der Regel nicht. Doch das ändert sich gerade. Eines der letzten Tabus in der Autowelt ist gebrochen: Aston Martin und Porsche tasten sich mit Rapide und Panamera in die Welt der Luxuslimousinen vor. Und auch wenn dem gerade auf dem Genfer Autosalon enthüllten Ferrari FF streng genommen zwei Türen fehlen, ist das neue Flaggschiff aus Maranello nichts anderes als ein besonders sportlicher Kombi. Damit erreicht ein Trend die Luxusklasse, der ein paar Segmente weiter unten mit Autos wie dem Audi A4 Avant, Alfa 156 Sportwagon oder Opel Insignia Sports Tourer schon seit Jahren erkennbar ist. Nicht die Last, sondern die Lust steht bei der Entwicklung im Vordergrund - und der frühere Lademeister wird zum Lifestyle-Objekt.

Für den Designkritiker Paolo Tumminelli von der Kölner International School of Design ist das eine logische Folge des gesellschaftlichen Wandels: „Zusammen mit dem traditionellen Familienbild ist auch der klassische, geräumige Kombi untergegangen. Jetzt sind, wenn überhaupt, Kleinfamilien in Großraumfahrzeugen angesagt“, erklärt er. So wie aus der Limousine das viertürige Coupé und aus dem Stadtwagen ein „City-Flitzer“ geworden sei, bekomme nun auch der Kombi ein sportliches Image verliehen. Kein Auto zeigt das besser als der Ferrari FF.

Stolz sprechen die Italiener vom mittlerweile 485 kW/660 PS starken V12-Motor, einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,7 Sekunden und 335 km/h Spitzentempo. Und im gleichen Atemzug reden sie über den Sitzkomfort im Fond, die umklappbare Rückbank und bis zu 800 Liter Kofferraumvolumen - als hätten solche Werte bis dato je bei einem Ferrari interessiert.

Die Fiat-Tochter steht mit ihrem Hochgeschwindigkeits-Kombi nicht alleine da: Vor den Toren von Mailand hat zum Beispiel der Karosseriebauer Touring Superleggera aus der Erinnerung an die einst vor allem von den Engländern gepflegte Fahrzeuggattung des Shooting Brakes ein Geschäft gemacht. Für rund 600.000 Euro baut das Unternehmen seit gut einem Jahr den Bentley Continental zum Luxus-Lademeister Flying Star um. In jeweils rund 4.000 Stunden Handarbeit sollen insgesamt 20 zweitürige Lifestyle-Laster mit 400 bis 1200 Litern Ladevolumen entstehen. Der 6,0 Liter großen W12-Motor mit 449 kW/610 PS bringt das Auto auf eine Höchstgeschwindigkeit von 322 km/h.

Flying Star

Funkelnder Stern am Kombi-Himmel: Der Flying Star entsteht beim italienischen Karosseriebauer Touring Superleggera für 600.000 Euro in Handarbeit.

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