Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.09.2011

08:16 Uhr

Edle Zweitwagen

Daimler plant ein fünftes Kompaktmodell

VonCarsten Herz

Die deutschen Premiumhersteller drängen immer stärker ins Kleinwagensegment. Neben Audi und BMW hat auch Konkurrent Mercedes-Benz dort große Pläne.

Mercedes CLS Shooting Brake: An die Studie soll der neue Kompaktwagen von Mercedes-Benz anknüpfen, aber natürlich wird er deutlich kleiner ausfallen. Mercedes CLS Shooting Brake

Mercedes CLS Shooting Brake: An die Studie soll der neue Kompaktwagen von Mercedes-Benz anknüpfen, aber natürlich wird er deutlich kleiner ausfallen.

FrankfurtDaimler-Boss Dieter Zetsche gab jetzt grünes Licht, die geplante neue Kompaktwagenfamilie der Stuttgarter noch um ein weiteres fünftes Modell auszubauen. Der Wagen werde eine Mischung aus Coupé und Kombi und damit an den größeren CLS Shooting Brake anknüpfen, hieß es in Branchenkreisen, die damit einen Bericht des Fachblatts "Automotive News Europe" bestätigten.
Zetsche forciert damit seine Attacke in der wichtigen Kompaktklasse. Als erstes Auto aus dieser Modellgruppe präsentieren die Stuttgarter bereits kommende Woche auf der Frankfurter Autoshow IAA den neuen vergleichsweise konventionellen Mercedes-Van B-Klasse, dem nun weitere vier kleine Modelle folgen sollen. Die bisherigen Mercedes-Varianten in diesem Segment, die A- und die B-Klasse, erreichten aber keine hohen Absatzzahlen; mit der neuen Modellgeneration - mit Varianten von sportlich bis elegant - soll jetzt die Wende kommen.

2014 solle die Mischung aus Coupe und Kombi als sogenannte „Shooting-Brake-Variante“ auf den Markt kommen, heißt es mit Verweis auf oberste Führungskreise. Als Name sei CLC Shooting Brake im Gespräch. Das Unternehmen wollte die Informationen dem Fachblatt gegenüber nicht kommentieren. Daimler hatte bereits im Frühjahr auf der Automesse in Shanghai eine Studie der neuen A-Klasse vorgestellt.

Als weitere Modellvarianten sind ein A-Klasse Coupé und ein kompakter Geländewagen GLC im Gespräch. Mittelfristig ist laut „Automotive News Europe“ der jährliche Verkauf von 400.000 Wagen der gesamten Familie geplant. Außer in Rastatt laufen die Wagen künftig auch im neuen Mercedes-Werk im ungarischen Kecskemét vom Band. Zudem denkt Daimler-Chef Dieter Zetsche über eine Produktion in China nach.

Daimler steht mit seinen Kompaktwagen-Plänen nicht allein. Auch die VW-Nobeltochter Audi und der größte deutsche Premiumhersteller BMW erweitern massiv ihre Produktpalette nach unten. So wird BMW-Boss Norbert Reithofer auf der Autoshow in Frankfurt die neue Generation des BMW 1er und mit einem Coupé eine neue Variante des Mini zeigen. Audi denkt derweil über neue Varianten des A1 nach und plant einen Ausbau der A3-Reihe, deren neue Generation bereits 2012 an den Start geht.

Bei den kleinen Autos für Großstadtmenschen "mit dem Hang zur Individualität", sagte BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson kürzlich, spielt künftig die Musik: "Es ist keine Frage, dass das Kleinwagensegment am stärksten wachsen wird." Schon heute ist das Kleinwagen- und Kompaktsegment der größte Bereich im Automarkt - es ist allerdings auch das am härtesten umkämpfte. Doch BMW peilt an, mittelfristig allein rund 40 Prozent seiner Autos in den unteren Segmenten zu verkaufen.

Der Wettbewerb verschärft sich damit weiter. Dennoch müssen sich Opel & Co. keine allzu großen Sorgen machen. IHS Automotive Analyst Christoph Stürmer glaubt, dass die Attacke die Gewichte nur marginal verschieben wird: "Die Nobelhersteller werden sich einen Kampf um das obere Ende des edlen Zweitwagen-Markts liefern - darunter ist noch genug Platz für die Volumenhersteller."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×