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01.11.2013

11:35 Uhr

Ehrgeizige Expansionspläne

Nissans Mehr-Ist-Mehr-Strategie

VonPeter Weißenberg
Quelle:Spotpress

Die japanische Renault-Schwester will mit neuen Modellen, Design und mehr Qualität auf Europas Märkten Gas geben. Gegen harte Konkurrenz ist dabei aber „mehr“ allein noch nicht die ausreichende Taktik.

Nissan-Expansionspläne - Die Mehr-Strategie Nissan

Nissan baut starke Sportwagen (GT-R, 370 Z) genauso wie sparsame Elektroautos (Leaf). In den wichtigen Märkten China und Südostasien verkaufen sich die Wagen des japanischen Herstelleraber derzeit nur mäßig.

Thomas Hausch hat eine klare Perspektive: Bis 2016 soll seine Marke Marktführer unter den asiatischen Herstellern in Europa werden, wünscht sich der Geschäftsführer von Nissan Center Europe. Und das gilt auch für den deutschen Markt. Ein ehrgeiziger Plan – denn Wettbewerber wie Hyundai oder Toyota setzen einiges daran, dieses Ziel zu durchkreuzen.

Da hilft nur eine Mehr-Strategie. Die hat die japanische Schwester von Renault jetzt am Rande einer Präsentation der neuesten Produkte umrissen. Das sind die taktischen Bausteine, um die Pole-Position zu erreichen:

Mehr Modelle: In München waren der runderneuerte Kleinwagen Micra, der neue und deutlich gewachsene Minivan Note und der Elektro-Kompaktwagen Leaf zu sehen. Doch diese Premieren und Modellpflegen sind ein laues Lüftchen gegen das, was sich die Japaner in den kommenden drei Jahren verordnet haben: Bis 2016 sollen 15 neue Modelle auf den Markt kommen. Darunter allein im kommenden Jahr so wichtige wie die Nachfolger der Crossover Qashqai und X-Trail sowie vor allem einem neuen Kompakten.

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Mehr Markt: Mit dieser massiven Ausweitung der Palette will Nissan raus aus der Nische. Mit SUV wie dem Qashqai oder Juke sind die Japaner zwar sehr erfolgreich, doch in mehr als der Hälfte aller Marktsegmente hat Nissan derzeit kein Angebot. Das ändert schon der neue Note. Deswegen folgt 2014 der Golf-Konkurrent – und auch ein Passat-Wettbewerber wird wohl in einigen Jahren wieder von Nissan zu kaufen sein. Um diesen Kraftakt zu stemmen braucht es:

Mehr Konzern-Hilfe: Das Schlagwort dazu heißt „common module family“ -  der Modul-Baukasten für neue Modelle von Renault, Nissan, Infiniti, Datsun oder Dacia. Viele Gleichteile, die sich kostensparend variabel auf verschiedenen Radständen und Fahrzeuggrößen bauen lassen, ermöglichen mehr Modelle; denn die Entwicklungs- und Produktionskosten sinken um hoch zweistellige Prozentzahlen. Bei Nissan werden ab 2014 bereits Qashqai und X-Trail, bei Renault der Nachfolger des Laguna und Espace von den Vorteilen des Baukasten-Systems profitieren. Und die nächste Generation des Micra kann so neben Renaults in Frankreich produziert werden.

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Beschleunigungswerte nahe Vettels Formel-1-Renner, Geschwindigkeiten jenseits der 300. Das können nur sündhaft teure Supersportwagen. Der Nissan GT-R tritt den Gegenbeweis an: Er wirft 550 PS für 92.000 Euro ins Rennen.

Mehr Qualität: Schon jetzt geben sich die Japaner große Mühe, dem Kundenwunsch nach hochwertigerem Ambiente nachzukommen. Beim aktuellen Micra aus indischer Fertigung wird trotz nettem Klavierlack auf der Mittelkonsole indes sonst immer noch viel Hartplastik verwendet – und das nicht immer passgenau. Der neue Note und der aufgewertete Leaf zeigen dagegen eindrücklicher, wohin der Qualitätsanspruch gehen soll: Gute Verarbeitung und sichtlich angenehmere Oberflächen liefern einen Schuss Schick. Aus britischer Produktion übrigens.

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