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30.07.2012

12:57 Uhr

Elektroauto V60

Limitierte Volvo-Erstauflage bereits vergriffen

Quelle:MID

Dass ein Auto bereits Monate vor der Markteinführung ausverkauft ist, kommt selten vor. Volvo aber hat’s geschafft. Auch deswegen, weil die Erstauflage des V60 Plug-in-Hybrids auf 1.000 Fahrzeuge limitiert ist.

Der 11,2 Kilowattstunden speichernde Lithiumionenakku des Plug-in Hybrid kann über eine Steckdose geladen werden, was 50 Kilometer rein elektrischen Fahrbetrieb ermöglicht. PR

Der 11,2 Kilowattstunden speichernde Lithiumionenakku des Plug-in Hybrid kann über eine Steckdose geladen werden, was 50 Kilometer rein elektrischen Fahrbetrieb ermöglicht.

SyltDass ein Auto bereits Monate vor der Markteinführung vergriffen ist, kommt heutzutage kaum noch vor. Volvo aber hat’s geschafft: Die limitierte, 1000 Fahrzeuge umfassende Erstauflage des V60 Plug-in-Hybrids ist Herstellerangaben zufolge ausverkauft, obwohl die Auslieferung erst im Dezember beginnt.

Der Preis von 56.900 Euro war offensichtlich kein Kaufhemmnis. Volvo erklärt dies damit, dass Extras im Wert von rund 5000 Euro die mit demselben Betrag in den Endpreis einfließende Hybridtechnik begleiten. Mit ihrer Hilfe hat der Hersteller einen Norm-Verbrauch von 1,9 Liter Diesel je 100 Kilometer realisiert und kann damit dem 4,63-Meter-Kombi einen Kohlendioxidausstoß von 49 Gramm pro Kilometer attestieren.

Das Besondere an der Volvo-Lösung, die ab Mitte 2013 auch in kostengünstigerer Ausführung produziert werden soll, ist nicht die Kombination von Hybridtechnik und Dieselantrieb, die auch Citroën und Peugeot im Angebot haben, sondern der zusätzliche Stromanschluss. Die Batterie, die bis zu 50 Kilometer im E-Modus ermöglichen soll, kann an jeder Haushaltssteckdose aufgeladen werden, während ein Großteil der aktuell offerierten Hybridmodelle auf den Verbrennungsmotor als Stromerzeuger angewiesen ist.

Per Tastendruck lässt sich im V60 Plug-in-Hybrid die gewünschte Antriebsart wählen: Neben dem rein elektrischen kennt das System auch einen Misch- und einen Power-Modus. Dann kann der Fahrer gleichzeitig die vom Fünfzylinder-Turbodiesel erzeugte Maximalleistung von 158 kW/215 PS und die 51 kW/70 PS des E-Motors abrufen und den Wagen in 6,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen.

Da die Hinterräder elektrisch angetrieben werden, während die Dieselkraft nach vorne geleitet wird, verfügt der V60 Plug-in-Hybrid in dieser Situation über einen Allradantrieb, der mit einem Drehmomentmaximum von über 600 Nm fertig werden muss.

Auto-Antriebe

Verbrennungsmotor

Billiges Öl in den USA und der Beginn der Massenmotorisierung durch Ford haben dem „Verbrenner“ zum Durchbruch verholfen. In verschiedenen Varianten treibt er heute beinahe alles an, was fährt. Ob Ottomotor oder Dieselmotor, beide Aggregate werden vor allem mit fossilen Brennstoffen, also Produkten aus Erdöl betrieben. Doch die Technik lässt je nach Modifikation auch anderen Treibstoff zu, etwa Alkohol, Biodiesel, Gase oder gar Frittenfett. So kann der Verbrenner auch ein alternativer Antrieb sein.

Autogas und Erdgas

Der Antrieb mit Autogas funktioniert nach einer technischen Umrüstung in fast allen Benzinmotoren. Die kostet je nach Modell einige tausend Euro. Der günstigere Preis für das Gas spart zwar Geld, die Investition rechnet sich meist aber nur für Vielfahrer. Autogas (LPG) ist allerdings nicht an allen Tankstellen zu haben, zudem schmälert der Zusatztank meist den Platz im Kofferraum. Ist der Gastank leer, fährt der Motor mit Benzin weiter.

Eine andere Möglichkeit ist Erdgas, das ebenfalls in einem herkömmlichen Ottomotor verbrannt wird. Autos mit Erdgas-Antrieb finden sich häufiger in größeren Flotten oder auch in Bussen. Auch hier ist das Tankstellennetz noch nicht flächendeckend. Ein redaktionelles Special zu diesem Thema finden Sie hier.

Hybrid

Autos mit Hybrid-Antrieb haben beides an Bord: einen Verbrennungs- und einen Elektromotor. Dabei gibt es mehrere Varianten wie sogenannte „milde“, „volle“ und Plug-in-Hybriden. In der „milden“ Variante wird die Batterie etwa mit der Bremsenergie aufgeladen und greift dem Verbrennungsmotor unter die Arme. Ein Vollhybrid kann auch rein elektrisch fahren, die Batterie wird während der Fahrt mit dem Benziner geladen, auch wird Energie beim Bremsen erzeugt. Der Plug-in-Hybrid schließlich kann an der Steckdose geladen werden, was seine Reichweite beim elektrischen Fahrbetrieb verlängert. Mehr zum Thema Hybrid und Elektro-Auto lesen Sie hier.

Elektromotor

Reine Elektroautos sind zurzeit noch echte Raritäten auf den Straßen der Welt, obwohl sie in den Anfangsjahren des Automobils schon einmal breiter vertreten waren als Verbrennungsmotoren. Sie werden von Batterien gespeist und kommen ganz ohne fossile Energieträger aus - wenn man davon absieht, dass der Strom oft aus Kohle, Gas oder Atomkraft gewonnen wird. Viele Hersteller forschen derzeit an E-Autos und verfolgen dabei etliche verschiedene Ansätze. So werden etwa herkömmliche Fahrzeuge umgebaut oder ganz neue Konzepte speziell für den Stromantrieb entwickelt.

Dabei hat der Antrieb eine lange Geschichte und ist alles andere als eine neue Idee. Bereits in der Frühzeit der Automobilgeschichte gab es „Stromer“, bei kleinen Lieferwagen erhielt sich der Antrieb. Billiges Öl und wachsender Bedienkomfort verhalfen dem Verbrenner aber zum Durchbruch. Nun erlebt die E-Technik eine Wiedergeburt. Das größte Problem dabei ist die Speichertechnik, sprich die Batterien. Mehr zum Thema Hybrid und Elektro-Auto lesen Sie hier.

Brennstoffzelle

Für Ingenieure ist sie die Krönung des Antriebs - lautlos, leistungsstark und aus dem Auspuff strömt nur Wasserdampf. Die Brennstoffzelle treibt bereits U-Boote an, auch Versuchsautos gibt es längst. Dennoch ist Technik noch lange nicht für den Massenmarkt bereit. Ungeklärt ist etwa die Frage, wie der Wasserstoff energieeffizient und umweltschonend gewonnen werden kann. Auch technisch gibt es noch viel zu klären, vom Ausbau des nötigen Tankstellennetzes einmal ganz zu schweigen. Trotzdem halten viele Experten die Brennstoffzelle für den Königsweg und das batteriegetriebene E-Auto für nicht viel mehr als einen Zwischenschritt in der Entwicklung der Mobilität der Zukunft.

Den 11,2 Kilowattstunden speichernden Lithiumionenakku zu befüllen, dauert an einem 10-Ampere-Anschluss 4,5 Stunden. Bei einer Stromstärke von sechs Ampere ist der E-Motor nach 7,5 Stunden wieder voll einsatzfähig; stellt die Ladestation 16 Ampere bereit, reichen 3,5 Stunden. Stehen keine Langstreckenfahrten auf dem Programm, sondern nur der tägliche Weg zu Arbeit, zum Einkauf und zu den Freizeitaktivitäten, ist es also möglich, dass der Wagen über viele Wochen hinweg ausschließlich elektrisch bewegt wird.

Volvo baut deshalb in den Tank des V60 Plug-in-Hybrid einen Sensor ein, der die Kraftstoffqualität prüft. Verschlechtert sie sich, wird der Verbrennungsmotor zwangsweise in Gang gesetzt und so Platz für frischen Diesel-Sprit geschaffen.

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