Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.12.2011

21:09 Uhr

Elektroautos

Wenn der Tank zum Extra wird

Quelle:dpa

Energiespeicher auf Zeit: Weil Batterien für Elektroautos in der Anschaffung sehr teuer sind, überlegen sich Hersteller neue Vertriebskonzepte. Oft kann man die Akkus nur mieten. Handelt es sich um reine Preiskosmetik?

Renault Twizy dpa

Renault Twizy

Brühl/Duisburg6990 Euro für einen elektrischen Stadtflitzer mit zwei Sitzplätzen, 45 km/h Höchstgeschwindigkeit und eine Reichweite von 100 Kilometern - auf den ersten Blick ist der ab Frühjahr 2012 lieferbare Renault Twizy damit fast ein Schnäppchen. Doch die Sache hat einen Haken: Für diesen Preis kann beim Renault-Händler niemand vom Hof fahren. Denn dem Elektroflitzer fehlt der Akku. Den gibt es bei den Franzosen nur zur Miete, so dass pro Monat noch einmal 45 Euro anfallen.

Mit diesem Konzept, das Renault zu anderen Preisen auch auf die Elektroversionen von Kangoo und Fluence sowie auf den batteriebetriebenen Kleinwagen Zoe übertragen will, sind die Franzosen nicht alleine. Auch den elektrische Smart ED, der im nächsten Jahr in den Handel kommt, wird Daimler zumindest auf Wunsch mit einem Mietakku anbieten. «Bei uns hat der Kunde die Wahl, ob er das ganze Auto kauft oder den Akku bewusst ausschließt», sagt Pressesprecherin Sprecherin Eva Wiese. Mitsubishi oder Citroën verkaufen ihre elektrischen Kleinwagen i-Miev und C-Zero ganz regulär.

Den baugleichen iOn von Peugeot gibt es als Komplettfahrzeug dagegen nur im Leasing. Und auch den zum elektrischen Einser umgebauten BMW ActiveE kann man laut Pressesprecher Tobias Hahn nicht kaufen: «Das ist ein Fahrzeug für den Flottenversuch und wird für einen Monatsbetrag vermietet.»

Was bei einem konventionellen Fahrzeug undenkbar wäre, ist bei den Elektromobilen offenbar gerade in Mode: «Hier wird derzeit nicht nur die Technik getestet, sondern die Hersteller experimentieren auch mit ihren Verkaufsstrategien», erläutert der Automobilwirtschaftler Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Handyvertragbundle

02.12.2011, 23:16 Uhr

45 Euro Miete sind 540 Euro p.a.. Für 540 Euro kann man bei einem Spritpreis von ca. 1,60 Euro und einem Durchschnittsverbrauch von 4 Liter eines solchen Leichtautos immerhin konventionell (Ottomotor) ca. 8.400 Kilometer p.a. zurücklegen zuzügl. Stromkosten, aber abzüglich weniger Wartungskosten und "Null Ölwechsel, Zahnriemenwechsel, etc.".

Beim "Mietmodell" zahlt der Käufer etwas drauf ... es wirkt aber natürlich weniger der Anfangskaufpreis "schmerzlich". Vielleicht kann ja das Zukunftsmodell weiter mit einem Smartphonevertrag gekoppelt werden - ein Autohersteller kann ja besser verhandeln, wie ein Einzelkunde (Endverbraucher). Solche Bündelungen werden es nocht attraktiver gestalten.

Trotzdem zahlen natürlich die Küfer der ersten Generationen "drauf" - auch ein erster CD-Player war noch sehr teuer.

Aber es ist halt die Pioneerphase für Hersteller und Kunden. Man kann auch nicht alles immer rational sehen - elektrisches Fahren ist emotional anders. Eine Welt die auch mit immer neuen Batteriengenerationen zu mehr Reichweite kommen wird ... bis der Wasserstoff mit Brennstoffzellen kommt und nochmals einen Reichweitensprung hinlegen wird oder die Super-Luft-Batterie (explosionssicher) am Markt zu haben ist.

Elektromobilität steht ja noch batterientechnisch in der Findungsphase. Aber jede Innovationstechnologie fängt nun einmal etwas teuer an.

Das Mietmodel incl. Handyvertrag wird das Geschäftsmodell für die junge Generation werden. Allerdings sollte die Höchstkilometerzahl p.a. noch viel großzügiger ausgelegt werden, sonst fühlt die der Kunde "etwas an der Nase geführt".

Das Geschäftsmodell an sich ist aber noch ausbaufähig ... Konkurrenz wird das Geschäft kundenfreundlich beleben.

Account gelöscht!

03.12.2011, 09:09 Uhr

Das Angebot von Better Place in Israel und Dänemark IST ein Rundum-Sorglos-Paket weil in den monatlichen Kosten die an Better Place zu zahlen ist folgendes enthalten ist:
- Die Kosten für die Akku-Miete (Abnutzung des Akkus)
- Die Energiekosten für das Aufladen des Akkus
- Die Benutzung des privaten und der öffentlichen Ladepunkte
- Die Benutzung der Akku-Wechselstationenen
- Ein 24 Stunden Service durch Better Place Mitarbeiter
Das alles weiß auch Herr Dudenhöffer und trotzdem gibt er dem Konzept von Renault und Better Place wenige Chancen.
"Dudenhöffer sieht in der Strategie von Renault aber einen entscheidenden Nachteil: Bei diesem Modell werde der Preisvorteil von Strom gegenüber Sprit wegen der hinzukommenden Miete nicht voll ausgeschöpft".

Dabei ist es so, dass Better Place den Strom zu Großhandelskonditionen einkaufen kann und langfristige Verträge mit Energieversorgern abschießen kann. Solche Konditionen bekommt privat niemand hin.
Deshalb ist es ein Scheinargument, dass dieses Modell nicht kostengünstig ist.
Das Gegenteil ist der Fall. Wenn man das E-Fahrzeug mit Akku kauft hat man alle Risiken (in Bezug auf den Akku), den Wertverlust und kann nur den teuren Autostrom kaufen.
Ich bin davon überzeugt, dass das Modell von Better Place richtungsweisend sein wird.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×