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18.10.2013

09:44 Uhr

Erste Ausfahrt im neuen Audi A8

Eine besondere Lichtgestalt

VonPatrick Broich
Quelle:Spotpress

Der neue S-Klasse ist da, nun wertet Audi sein Flaggschiff A8 mit einer Runderneuerung auf: Modifizierte Motoren, weniger Verbrauch, mehr Leistung, und neue Assistenten. Etwas spezielles sind die teuren LED-Leuchten.

 Der neue S-Klasse ist da, so muss Audi seinem Flaggschiff A8 nach vier Jahren eine Runderneuerung. Audi

Nach vier Jahren auf dem Markt gönnt Audi seinem Flaggschiff A8 eine vor allem technische Runderneuerung.

Verona Starringer vom Audi-Produktmarketing klingt selbstbewusst, wenn sie über den aufgefrischten Audi A8 referiert. Von Manufaktur-Qualität ist die Rede, vom sportlichsten Fahrzeug im Segment. Modifikation tat aber auch in der Tat Not bei der größten Limousine aus Ingolstadt, hat doch Mercedes gerade seine komplett erneuerte S-Klasse mit einem wahren Feuerwerk an Technik aufgelegt.

Aber natürlich ist der A8 jetzt kein von Grund auf neues Auto – das muss er nach vier Jahren auch noch nicht sein. Entsprechend moderat fallen die optischen Änderungen aus: Eine Chromspange ziert nun Heckdeckel und Rücklichter.

Gestalterisch tätig werden kann der Käufer außerdem, indem er die 2.400 Euro zusätzlich kostenden LED-Scheinwerfer mit variabler, kamera- und navigationsdatenbasierter Lichtverteilung ordert; deren 24 Segmente stechen auch in ausgeschaltetem Zustand ins Auge. Dennoch dürfte der Nachbar kaum wahrnehmen, wenn man hier zuschlägt. Der Audi A8 kostet ab 74.500 Euro, dafür gibt es den 3,0 TDI mit acht PS mehr im Vergleich zu früher und einem halben Liter weniger Verbrauch.

Also gehen 190 kW/258 PS an sämtliche Räder, das reicht für 250 Sachen und sportliche 5,9 Sekunden bis Landstraßen-Tempo. Mehr Performance muss man nicht haben, kann man aber. Audi ist der einzige Hersteller, der eine große Limousine mit V8-Selbstzünder anbietet.

Audi-Kunden bekommen exakt 283 kW/385 PS für 94.800 Euro beim 4,2 TDI. Der Achtender gönnt sich laut Werk 7,4 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer und ist damit noch immer vergleichsweise sparsam unterwegs. Immerhin stürmt der rasante Ölverkoster binnen 4,7 Sekunden auf 100 km/h – willkommen in der Sportwagenwelt. Dabei klingt er nach wuchtigem Maschinenbau und gibt sein Diesel-Dasein akustisch nur preis, wenn man bei ausgeschalteter Lüftung und stillem Radio wirklich penibel horcht.

Im Alltag gehen die Motorenklänge unter, nur unter Last wummert es großvolumig-angenehm aus Richtung Haube, wenngleich der Euro-6-Selbstzünder den Kollegen aus dem Benziner-Regal in seiner phonetischen Attraktivität kaum Paroli bieten kann. Dafür wird hier nicht gepfuscht mit Soundmodulen, beteuert Martin Weisbrodt aus der Gesamtfahrzeug-Entwicklung.

Sorgfältig zu komponieren und abzustimmen wüssten die Experten aus der Klangabteilung aber natürlich schon, bestätigt der Techniker. Dem Zufall überlassen die Ingolstädter also nichts. Auch nicht, dass keine Hubräume mehr aus den Schriftzügen hervorgehen, schließlich sind große Volumina unchic geworden.

Downsizing spielt auch für Audi eine Rolle, allerdings hat man den Achtzylindern noch keine generelle Absage erteilt. Im Gegenteil, kürzlich erst haben die Ingenieure aus Oberbayern ein neues Triebwerk entwickelt mit vier Litern Hubraum (immerhin 0,2 Liter weniger als früher), zwei Turboladern und jeder Menge Punch.

Eine Chromspange ziert nun Heckdeckel und Rücklichter.  Audi

Eine schmale durchlaufende Chromspange ziert nun Heckdeckel und Rücklichter.

Das Aggregat tat bereits in der ersten Serie Dienst, leistet aber jetzt 320 kW/435 PS und ist damit 15 PS stärker als sein Vorgänger. Mit 0,3 Litern weniger Verbrauch wird man weder die Welt retten noch sein Konto signifikant entlasten, doch der Konsum geht angesichts der Daten in Ordnung. Um die neun Liter soll der moderne Direkteinspritzer pro 100 Kilometer durch die Leitungen pressen. Dass in der Praxis mit rund zwei Litern mehr zu rechnen ist, entschädigt der dezent bollernde und kultiviert laufende Otto mit bissiger Kraftentfaltung.

Ein kleines Turboloch kann die mit Zylinderabschaltung gesegnete Maschine dann aber noch nicht leugnen, bevor sich die Reifen in den Asphalt krallen und die Luxuslimousine druckvoll auf Tempo bringen. Viereinhalb Sekunden bis 100 sind ein Wort, und die 250 km/h Höchstgeschwindigkeit würden locker übertroffen, wäre da nicht der gemeine Abregler.

Kommentare (1)

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A8fahrer

22.10.2013, 10:33 Uhr

Also das hier klingt nicht ganz so positiv (http://www.mycar.net/auto/audi/a8/306-audi-a8-3-0-tfsi-quattro-die-kleine-s-klasse-ist-da.html). Offensichtlich ist der
Akku des A8 Hybrid eher schwach auf der Brust und teilautonomes Fahren (Stichwort - Hänge weg vom Lenkrad) gibt es auch nicht?

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