Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.01.2007

12:47 Uhr

Expertentagung beginnt am Donnerstag in Goslar

Tempolimit zentrales Thema beim Verkehrsgerichtstag

Die Einführung eines Tempolimits ist eines der zentralen Themen des Verkehrsgerichtstages, der am (morgigen) Donnerstag in Goslar beginnt. Experten beschäftigen sich mit der Frage, ob die Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit die Zahl der Unfälle reduzieren könnte.

HB GOSLAR. Bereits vor Beginn der Konferenz haben sich mehrere Verbände gegen ein generelles Tempolimit ausgesprochen. Der ACE legte indes eine Studie vor, wonach eine variable, an die jeweiligen Verkehrsverhältnisse angepasste Geschwindigkeitsbegrenzung wesentlich effektiver sei.

Die Zahl der Unfälle auf der Autobahn könne um bis zu 30 Prozent zurückgehen, wenn ein intelligentes dynamisches Geschwindigkeitsmanagement eingeführt werde, ergab die Studie. Der Auto Club Europa forderte anstelle eines generellen Tempolimits mehr variable Geschwindigkeitsanzeigen - angepasst etwa an Verkehrsdichte, Wetter, Straßenzustand oder Luftreinhaltung. Solche computergestützten Systeme gibt es bereits, bisher allerdings nur auf weniger als zehn Prozent der Autobahnstrecken.

Auch der Automobilclub von Deutschland (AvD) lehnte ein generelles Tempolimit als unwirksam ab; der ADAC wies darauf hin, dass sich Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee in der neuen Ausgabe der „ADACmotorwelt“ gegen ein starres Tempolimit auf Autobahnen ausgesprochen habe.

Dagegen bekräftigte der Verkehrsclub Deutschland (VCD) seine Forderung nach einem Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf Autobahnen, Tempo 90 auf Landstraßen und 30 Stundenkilometern in Innenstädten. Hermann-Josef Vogt vom VCD-Bundesvorstand erklärte: „Durch Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen wie auf einem Teilstück der A24 von Berlin nach Hamburg konnte die Zahl der Unfälle deutlich gesenkt werden. Diese Erfolge brauchen wir flächendeckend durch deutschlandweit geltende Tempolimits.“

Der Verkehrsgerichtstag beschäftigt sich außerdem mit Themen wie Baustellen auf der Autobahn, Zündsperren als Möglichkeit der Alkoholprävention oder Autokauf im Internet. Zur Begrüßung spricht der frühere Generalbundesanwalt Kay Nehm zu den mehr als 1 000 erwarteten Experten aus Justiz, Polizei, Industrie und Versicherungen. Nehm ist Präsident der Deutschen Akademie für Verkehrswissenschaften, die die Veranstaltung ausrichtet.

Als Gastredner ist in diesem Jahr Bundesjustizministerin Brigitte Zypries eingeladen. Die SPD-Politikerin spricht über Verkehrsrecht und die deutsche EU-Ratspräsidentschaft.

Vor der Veranstaltung sollte am Mittwochabend die Deutsche Akademie für Verkehrswissenschaft zu einer Mitgliederversammlung zusammenkommen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×