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24.01.2007

09:00 Uhr

Extrem-Tuning

Wenn Tempo 300 zu langsam ist

Bei Autos vom Typ eines Porsche 911 Turbo oder Ferrari F430 geraten Autofans schnell ins Schwärmen: Sie reden über die Formen, über reichlich PS unter der Haube und Höchstgeschwindigkeiten, die denen von Formel-1-Boliden sehr nahe kommen.

Extrem-Tuning  dpa

Der Brabus Rocket beschleunigt auf bis zu 366 km/h (Bild: Brabus/dpa/gms)

dpa/gms LEONBERG. Doch manchen Besitzern dieser Straßenrenner sind die ab Werk möglichen gut 300 Stundenkilometer (km/h) Spitze immer noch zu langsam. Sie lassen ihre Flitzer von Firmen hochrüsten, die sich auf das Tunen von Supersportwagen spezialisiert haben.

Das Unternehmen Techart aus Leonberg-Höfingen in Baden-Württemberg etwa hat sich mit Umbauten von Porsche-Modellen einen Namen gemacht. Auf der Tuningmesse Essen Motor Show haben die Schwaben im Dezember ihre Version eines Porsche 911 Turbo vorgestellt. Der 3,6-Liter-Boxermotor leistet darin nach diversen Modifikationen 427 kW/580 PS. Das sind rund 74 kW/100 PS mehr als in der Werksauslegung. Das Maximaltempo klettert von 310 auf 339 km/h, und den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 absolviert der Bolide in 3,4 statt 3,9 Sekunden. Das Komplettfahrzeug kostet laut Techart ab 185 000 Euro aufwärts.

Noch mehr PS auf einen Werks-Porsche draufsatteln will ein Team um den Motortuner RS Tuning und den Fahrwerkspezialisten H & R: Der Wagen mit der Bezeichnung „Mission 400 Plus Konzept“, soll auf 775 kW/1 054 PS kommen und mehr als 400 km/h schnell sein. Um die Leistungswerte zu erreichen, will man den Sechszylinder-Boxer von 3,6 auf 3,8 Liter Hubraum vergrößern, neue Zylinderköpfe und Hochleistungsnockenwellen montieren sowie das Dach tiefer setzen und stärker geneigte A-Säulen einziehen. Beides soll für eine windschlüpfrigere Aerodynamik sorgen.

Ziel des Projekts ist es, einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord für Straßen-Sportwagen aufzustellen. Dieser wird zurzeit noch vom Brabus Rocket gehalten: Die „Rakete“ auf Basis des Mercedes CLS wird von einem überarbeiteten V12-Biturbomotor auf 366 km/h beschleunigt. Das Aggregat wurde dafür von 5,5 auf 6,3 Liter Hubraum aufgebohrt und die Leistung von 380 kW/517 PS auf 537 kW/730 PS erhöht. Ab 348 000 Euro muss der Kunde für den Temporausch hinblättern.

Nicht ganz so rasant fällt die Vollgasfahrt im „Le Mansory“ aus, einem heiß gemachten Bentley Continental GT. Dessen Vortrieb wird laut Tuner Mansory bei 330 km/h nur vom Luftwiderstand gebremst. Eingriffe in die Motorelektronik bringen das 6,0 Liter große W12-Aggregat auf 478 kW/650 PS. Äußerlich unterscheidet sich der „Le Mansory“ vom ab Werk eher nobel-zurückhaltend designten Bentley-Coupé durch auffällige Karosserieanbauteile und schwarz lackierte 22-Zoll-Felgen. Dazu kommt eine Lackierung in Schwarz und Orange, die den Zweitürer optisch in die Nähe des Rennsports rücken soll.

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