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13.11.2013

10:37 Uhr

Fahrbericht Dacia Duster

Star der Schnäppchenjäger

VonBenjamin Bessinger
Quelle:Spotpress

Er ist und bleibt der billigste Geländewagen der Republik. Auf Prestige wird bei Dacia weiterhin gepfiffen – aber ein wenig Premium-Look darf es nach der Modellpflege des Duster aber schon sein.

Neu ist das Chrom am Kühler Dacia

An der Frontpartie ist unter anderem das Chrom am Kühler neu.

Premium – wenn ein Manager von Dacia dieses Wort in den Mund nimmt, dann nur als Synonym für überteuerten Firlefanz. Denn Prestige ist für die rumänische Renault-Tochter ein Schimpf- und Status ein Fremdwort. Doch auch wenn es Dacia mit dieser Einstellung zur Erfolgsmarke gebracht und in weniger als zehn Jahren mehr als 2,5 Millionen Autos verkauft hat, geht es offenbar nicht ganz ohne Glanz und Gloria. Deshalb rüsten die Rumänen ihr Flaggschiff Duster jetzt nach drei Jahren nicht nur technisch auf, sondern spendieren dem kompakten Geländegänger auch reichlich neue Schminke.

Bei einem unveränderten und damit auch weiterhin konkurrenzlosen niedrigen Grundpreis von 10.490 Euro bekommt der Bestseller unter den Billigheimern deshalb zur Modellpflege im Januar vor allem mit einem chromglänzenden Kühlergrill und neu gestaltete Schweinwerfern, die funkeln wie Edelsteine. Na ja, zumindest wie der Strass von Swarowski. Dazu hat Dacia die Rückleuchten neu geformt und die Dachreling etwas markanter gestaltet.

Wo es Dacia außen mit ein bisschen glänzendem Plastik einen Hauch von Premium zaubert, geht es innen vor allem ums Praktische. Zwar gibt es jetzt auch abgesteppte Sitzpolster im Bentley-Look und ein paar neue Zierkonsolen. Doch der ganze Stolz der Entwickler ist die ausgetauschte Mittelkonsole, die eine Handvoll zusätzlicher Ablagen und obendrein Platz für das billige Touchscreen-Navi bietet, das man schon aus Sandero & Co kennt.

Von neumodischem Firlefanz und den üblichen Ausstattungsorgien will Dacia auch weiterhin nichts wissen. Aber auch auf die Optionsliste schleichen sich mit dem Modellwechsel ein paar Luxusextras. Die serienmäßigen Seitenairbags und das ESP – über die wird niemand schimpfen. Aber ein Tempomat und die Einparkhilfe für das große Heck – für einen Dacia ist das fast schon Oberklasse. Und trotzdem ein cleverer Schachzug. Denn viel öfter als bei einem Renault wird bei den Rumänen die Top-Ausstattung bestellt, sagt Produktmanager Damien Scopel und spricht von einem „Prestige“-Anteil von weit über 50 Prozent.

Kommentare (5)

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13.11.2013, 13:57 Uhr

"Sieht gut aus: Auf dem Parkplatz des Discounters und vor dem Outlet-Center"

Komisch, ich sehe vor dem Discounter ALLE Fahrzeugmarken. Sowohl der Mercedes, aber auch den Golf.

Ich finde diese Aussage nicht nur frech und dreist, sondern auch geschmacklos. Mal ein Denkanstoß an die Redaktion: Recherchieren Sie doch einmal wie viele Dacias fremdfinanziert werden. Und wie viele Autos werden im Gegensatz dazu im "Premiumsegment" fremdfinanziert sind, also dem Eigentümer überhaupt nicht gehören. Wie hoch ist die Rate an Leasing und Kreditfinanzierung bei BMW, Mercedes oder Audi?

Wer ist nun der solidere und Reichere von beiden? Der, der sich einen Gebrauchsgegenstand finanzieren muss? Oder doch der, der einen Gebrauchsgegenstand mit hohem Wertverlust bar bezahlt und sich nicht verschuldet?

Meine Frau und ich arbeiten Vollzeit und wir nagen mit Sicherheit nicht am Hungertuch. Vermutlich verdienen wir weit mehr, als Ihre Redakteure. Trotzdem fahre ich einen Dacia. Und btw. bin ich damit sogar schon vor dem Maritim Stuttgart vorgefahren.

Schmitz

13.11.2013, 14:56 Uhr

Solange es noch BMWs zu kaufen gibt sehe ich überhaupt keinen Grund diesen "rumänischen Volkswagen" zu fahren. Wer Autos kauft die in Werken hergestellt werden, welche einen Monatslohn von EUR 285,00 zahlen, kauft sicher auch Kleidung aus Bangladesh. Mir scheint die soziale Verantwortung ist völlig abhanden gekommen.

Premiumfan

13.11.2013, 15:52 Uhr

Jede Schraube deines BMWs ist in München hergestelt, darum heisst schliesslich BMW Premiumhersteller, weil alles so teuer in München produziert wird.
Deine Socken, Unterhosen, Shirts und Jeans kommen auch bestimmt aus München.

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