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12.06.2017

09:21 Uhr

Fahrbericht: Honda Civic Type R

Messerscharf

VonMax Friedhoff
Quelle:Spotpress

Mit dem neuen Civic Type R hat sich Honda den Rekord für frontangetriebene Autos auf der Nordschleife zurückgeholt. Höchste Zeit, dem scharfen Japaners auf den Zahn zu fühlen. Auf dem Track und der Landstraße.

Fahrbericht: Honda Civic Type R - Messerscharf Honda

Fahrbericht: Honda Civic Type R

Die Lenkung ist extrem präzise und das Fahrvergnügen besonders hoch

Der neue Honda Civic Type R ist kein typischer „Liebe auf den ersten Blick“-Kandidat. Schon der Vorgänger, der 2015 auf den Markt kam, war ein extrem auffällig gestaltetes Auto. Doch die 2017er-Generation setzt noch einen drauf: Der Spoiler am Heck wurde größer, die Schürzen wilder und das gesamte Auto breiter.

Und dieser Auspuff: Drei Endrohre in zwei unterschiedlichen Größen ragen unter dem etwas unförmigen Heck hervor. Der neue Civic Type R erinnert mehr an die Rallye-Haudegen Mitsubishi Evo oder Subaru Impreza denn an einen Kompaktwagen im Golf-Segment.

Die Sitzposition ist nahezu perfekt Honda

Blick in den Innenraum

Die Sitzposition ist nahezu perfekt

Der Honda will auffallen, schließlich hat er die versammelte Konkurrenz im Kampf um die schnellste Rundenzeit eines frontangetriebenen Serienautos auf der Nordschleife des Nürburgrings hinter sich gelassen: 7:43,8 Minuten – rund 3,4 Sekunden schneller als der VW Golf Clubsport S und 6,8 Sekunden unter der Bestzeit des Vorgängers.

Doch wo findet der neue Type R die wertvolle Zeit? Es sind viele Komponenten, die sich wie ein Puzzle zusammenfügen. Es gibt ein neues steiferes (plus 37 Prozent) und leichteres (minus 16 Kilogramm) Chassis, eine Doppellenker-Vorder- und eine Mehrlenker-Hinterachse sowie eine neue Doppelritzel-Lenkung. Diese Komponenten ergeben ein schärferes aber gleichzeitig stabileres Fahrgefühl als bei der vorigen Generation.

Der Type R lenkt ein wie von einer unsichtbaren Schnur gezogen und bleibt selbst bei heftigen Lastwechseln sehr stabil auf der Hinterachse. Trotzdem lässt sich das Heck mit leichtem Lupfen oder Linksbremsen in der Kurve zum Mitlenken überreden. Die Lenkung ist extrem direkt und nicht ganz frei von Leistungseinflüssen, baut einen angenehmen Widerstand bei sportlicher Kurvenfahrt auf und lässt sich sehr genau dosieren.

Die Gestaltung des Hecks ist fragwürdig Honda

Honda Civic Type R

Die Gestaltung des Hecks ist fragwürdig

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der besseren Gesamtperformance des Civic ist die Aerodynamik. Der Type R ist der einzige Kompaktsportler, der echten Abtrieb produziert – und das merkt man. Die Luft strömt über den großen Frontsplitter, die ausladenden Seitenschweller sowie den feststehenden Heckspoiler und drückt den Japaner bei hohem Tempo fest auf den Asphalt.

Besonders in langen schnellen Kurven lässt sich die Magie der Aerodynamik erfahren. Und dort spielt einem sportlichen Fahrstil auch die Kombination aus dem Sperrdifferenzial an der Vorderachse und einem Torque-Vectoring-ähnlichen Stabilitätsprogramm mit Bremseingriff, welches das kurveninnere Rad am Durchdrehen hindert und die Kurvengeschwindigkeiten sehr hoch werden lässt, in die Karten.

Für die hartgesottenen Sportfahrer, die ständig vom Fahrwerk über die Fahrbahneigenschaften unterrichtet werden wollen, ist der Modus „R+“ gedacht.  Hersteller

Honda Civic Type R

Für die hartgesottenen Sportfahrer, die ständig vom Fahrwerk über die Fahrbahneigenschaften unterrichtet werden wollen, ist der Modus „R+“ gedacht. 

Aus der Kurve heraus und auf der Geraden geht der neue Type R extrem gut vorwärts. Die 235 kW/320 PS – zehn PS mehr als beim Vorgänger dank einer neuen Abgasanlage – und 400 Newtonmeter Drehmoment, die der Zweiliter-Turbo produziert, sind für ein Auto dieser Größe mehr als ausreichend. Selbst oberhalb von 180 km/h kann man die Beschleunigung noch spüren.

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