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13.09.2016

07:03 Uhr

Fahren in Tokio

Fahrtraining auf dem Parkhaus-Dach

VonJörg Schwieder
Quelle:Spotpress

Wer das Abenteuer liebt, möge sich hier ans Steuer eines Pkw setzen: Der Straßenverkehr in Tokio ist ein Erlebnis der besonderen Art - angefangen beim Fahrtraining auf dem Dach eines Einkaufszentrums.

Landesweit gibt es in Japan unter den 1.300 Fahrschulen des Landes nur eine Handvoll auf dem Dach eines Gebäudes. Die Kanamachi Driving School war die erste im Großraum Tokio Jörg Schwieder/SP-X

Fahrtraining auf dem Dach eines Gebäudes

Landesweit gibt es in Japan nur eine Handvoll Fahrschulen auf dem Dach eines Gebäudes. Die Kanamachi Driving School war die erste im Großraum Tokio

Es ist eng. Und es ist voll: 38 Millionen Einwohner leben in der größten Metropolregion der Welt. Dazu kommen Millionen von Pendlern. Tokio, Megalopolis auf der Fläche von Schleswig-Holstein. Linksverkehr. Lenkrad auf der Beifahrerseite. Das Navi ist sehr höflich, spricht aber ausschließlich japanisch. Wenn der Verkehr auf den etwa 24.000 Straßenkilometern im Großraum Tokio-Yokohama für Einheimische schon eine Herausforderung ist, dann wird das Abenteuer Autofahren zum Alptraum für unerfahrene Europäer.

Diese Stadt scheint entweder aus einem Gewirr von Einbahnstraßen zu bestehen oder aus vierspurigen Autobahnzubringern, die unvorsichtige Touristen unweigerlich auf das Schnellstraßen-Netz befördern. Weil Letzteres sich zum Großteil auf Stelzen und in mehrstöckigen Ebenen kunstvoll verschlungen durch die Stadt windet, kann der Fahrer nun getrost einen Blick auf und in die vorbeiziehenden Bürotürme wenige Meter neben der Fahrbahn werfen. Sightseeing bei durchschnittlich 18 Stundenkilometern, der statistischen Durchschnittsgeschwindigkeit in Tokio. Bis zur nächsten Abfahrt dauert es jetzt ein wenig.

Inhaber Inoue Takeshi hatte schon vor über 40 Jahren die Idee, seine Fahrschule ein paar Stockwerke nach oben zu verlegen Jörg Schwieder/SP-X

Über den Dächern von Tokio

Inhaber Inoue Takeshi hatte schon vor über 40 Jahren die Idee, seine Fahrschule ein paar Stockwerke nach oben zu verlegen.

Die japanischen Behörden stellen deutschen Touristen in der Regel problemlos eine befristete Fahrerlaubnis aus. Das dauert einige Wochen und benötigt viel Formularkram, aber voilà, mit etwas Geduld bekommt man dann eine ins Japanische übersetzte Kopie zurück. Wer jetzt tatsächlich vorhat, sich in dieser Stadt auf eigene Faust und mit vier Rädern zu bewegen, sollte sich zunächst trotzdem einige Fahrstunden in einer Fahrschule gönnen. Die von uns gewählte „Kanamachi Driving School“ ist allerdings ein Sonderfall, selbst für diese Stadt.

Ein Lift führt auf das Dach eines Einkaufszentrums. Inhaber Inoue Takeshi hatte schon vor über 40 Jahren die Idee, seine Fahrschule ein paar Stockwerke nach oben zu verlegen. In der Satellitenstadt Kanamachi, vor den Toren Tokios, fand er das ideale Gebäude dafür. Er sei der Erste in ganz Tokio gewesen, der diese Idee hatte, erzählt er.

Ein stabiler Zaun markiert ringsum die Grenze zwischen Asphalt und Abgrund. Ein Bahnübergang über Ampelkreuzungen. Eine scharfe S-Kurve. Engstellen mit Bordsteinkante. Parksituationen. Eine Rampe mit einer Steigung von neun Prozent. Ein bunter Parcours, beinahe wie für fahrradfahrende Schüler in Deutschland.

Kommentare (7)

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13.09.2016, 08:20 Uhr

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13.09.2016, 08:21 Uhr

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