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28.08.2014

08:51 Uhr

Fahrrad-Test des ADAC

Deutsche Radfahrer leben gefährlich

Im aktuellen Fahrrad-Test hat der ADAC zwölf deutsche Großstädte auf ihre Fahrradfreundlichkeit getestet. Das Resultat ist ernüchternd: Selbst die besten Städte bewerteten die Tester lediglich als „durchschnittlich“.

In seinem aktuellen Fahrrad-Test kritisiert der ADAC vor allem die Unfallhäufigkeit. dpa

In seinem aktuellen Fahrrad-Test kritisiert der ADAC vor allem die Unfallhäufigkeit.

MünchenRadfahrer haben es in deutschen Großstädten nicht leicht. Beim Fahrrad-Test des ADAC in zwölf Metropolen erreichten München und Stuttgart als beste Städte lediglich die Gesamtnote „durchschnittlich“, wie der Autoclub am Donnerstag mitteilte. Schlusslichter in Sachen Fahrradfreundlichkeit seien Dresden und Dortmund.

Drei Tester waren im Auftrag des ADAC im vergangenen Herbst in Berlin, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart unterwegs. Auch Daten der Kommunen flossen ein, etwa zu Unfallzahlen.

In jeder Stadt fuhren die Tester zehn Routen mit durchschnittlich 28 Kilometern Länge ab. Die Tester kritisierten vor allem die Unfallhäufigkeit von Radfahrern, zu schmale Radwege, zu wenige oder schlecht ausgestattete Abstellplätze sowie mangelnde Serviceangebote wie Fahrrad-Verleihstationen oder Reparaturmöglichkeiten.

Vergleichsweise gut schnitten die Städte bei der Radwegeförderung ab, fast durchweg haperte es bei den Fahrradständern sowie bei der Unfallträchtigkeit der Wege. Der ADAC rief die Städte auf, mehr Unfallanalysen zu machen, um entsprechende Maßnahmen abzuleiten.

Die wichtigsten Tipps zur Fahrrad-Wartung

Gutes Werkzeug, gute Arbeit

Fahrräder sind in den vergangenen Jahren viel besser, aber damit auch komplexer geworden, sagt Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad (pd-f). "Richtigen Laien würde ich nur empfehlen, die Kette zu ölen und die Luft aufzupumpen." Neben Schrauberwissen sind meist auch spezielle Werkzeuge für die Reparatur nötig. "Ohne einen präzisen Drehmomentschlüssel geht zum Beispiel bei modernen Rädern nichts."

Prüfstellen

Die wichtigsten Prüfstellen bei der Wartung sind Räder, Bremsen, Licht und Schaltung. Die Bremsen müssen gut greifen, Felgenflanken und Bremsscheiben ausreichend dick sein.

Bei der Lichtanlage können die Kabel brüchig und die Lampengläser trüb werden oder die Kontakte oxidieren.

Die Gänge der Schaltung müssen sauber einrasten, die Kette sollte geschmeidig laufen. Außerdem sollte nichts klappern, Rost oder Schmutz sind ebenfalls schlecht.

Risse?

Für technikaffine Radler haben Fahrrad-Experten Tipps für die systematische Wartung. Nach gründlicher Reinigung steht erst einmal die Suche nach Rissen, Verformungen oder anderen Auffälligkeiten am Fahrrad an.

Danach am besten prüfen, ob alle Schrauben fest sitzen. Bei Bedarf wird vorsichtig nachgezogen.

Anschließend die Beleuchtung testen: Sitzen die Stecker des Lichtkabels an den Leuchten und am Dynamo fest? Sind alle Reflektoren an ihrem Platz und intakt?

Räder

Der optimale Reifendruck steht auf der Reifenflanke. Ist er zu niedrig, erhöht das den Verschleiß des Materials. Oft vernachlässigt wird das seitliche Karkassengewebe. Die Karkasse ist das tragende Gerüst im Gummireifen. Werden die Reifen mit zu wenig Luftdruck gefahren, besteht die Gefahr, dass das Gewebe aufreißt. Wenn die Reifenflanke Längsrisse hat, ist Vorsicht geboten - dann droht der Reifen zu platzen.

Kette

Besonderes Augenmerk gilt der Kette. Sie muss von grobem Schmutz befreit und mit Kettenöl oder -fließfett von innen an den Laschen geschmiert werden. Am Antrieb verschleißen auch Ritzel und Kettenblätter. Ihr Austausch ist nur etwas für geübte Schrauber.

Bremse

Den Zustand von Bremsbelägen können auch Laien beurteilen: Sind die Querrillen der Bremsklötze nicht mehr deutlich zu erkennen, müssen die Klötze erneuert werden. Eine durchgebremste Felge bleibt dagegen oft unbemerkt. Durch den Druck im Reifen kann sich eine verschlissene Felgenflanke so weit nach außen wölben, dass die Bremse schleift oder bricht.

Bremszüge gehören zu den besonders sensiblen Fahrradbauteilen. Werden die Bremsinnenzüge beim Einbauen nicht gut gefettet, können sie an der Außenhülle stark reiben. Dann nutzen sich die Drahtzüge schnell ab, können reißen - und die Bremse fällt plötzlich aus.

Schaltung

Außenhüllen und Seilzüge der Schaltung sollten wie die der Bremsen ohne Knicke und Beschädigungen verlaufen. Die Drehgriffe oder Schalthebel müssen sich leicht betätigen lassen.

Lager

Außerdem muss das Steuerlager in der Lenkgabel - auch Steuersatz genannt - einwandfrei funktionieren. Das lässt sich folgendermaßen testen: Die vordere Handbremse anziehen und das Rad vor und zurück bewegen. Wenn das Lager lose ist, ist ein deutliches Ruckeln im Lenker zu spüren. Dann sollte das Lager nachjustiert werden - am besten vom Profi.

Hilfe zur Selbsthilfe

Wer sich diese handwerklichen Arbeiten nicht komplett zutraut, kann in eine Selbsthilfewerkstatt fahren. Dort können Radler eigenständig an ihrem Fahrrad schrauben. Das nötige Werkzeug wird gestellt - und ein paar Tipps vom Fachpersonal gibt es in der Regel noch dazu, wenn Laien bei der Reparatur an die Grenzen ihrer Fähigkeiten geraten.

Bereits 2004 testete der ADAC mehrere Städte. Einige von ihnen hätten ihr Niveau trotz leicht gestiegener Anforderungen gehalten, etwa Dresden, Nürnberg, Leipzig und Frankfurt, sagte Testleiterin Simone Saalmann.

Stuttgart konnte sich sogar etwas verbessern. Leicht verloren haben Hannover und Dortmund. Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf und Köln waren damals nicht getestet worden.

Von

dpa

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