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30.11.2013

09:42 Uhr

Familienkutsche mit Pedalen

Der überraschende Boom der Lastenfahrräder

VonHeiko Haupt
Quelle:Spotpress

Alle Welt redet von neuen Mobilitätskonzepten für die verstopfte Großstadt. Doch die Bewohner der Metropol-Regionen entdecken gerade ein ganz anderes Transportmittel wieder: Das längst vergessene Lastenfahrrad.

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Zum Beispiel der Gedanke, dass im ständig staugeplagten Großstadtdschungel ein Lastenfahrrad an Autos Stelle den Kurzstrecken-Transport von Kind und Kegel übernehmen könnte, während der Wagen in der nach langem Suchen ergatterten Parklücke auf den nächsten Langstreckeneinsatz wartet.

Der Blick auf die Fahrradwege und Discounter-Parkplätze in Städten wie Hamburg, Berlin oder München zeigt jedoch, dass immer mehr Menschen die Idee gar nicht mehr absurd finden. Hier kurven Familienväter mit dem dreirädrigen Lastenstrampler zum Kindergarten, verstauen während der Fahrt den Nachwuchs in fest montierten voluminösen Kisten vor dem Lenker, oder bringen darin komplette Wocheneinkäufe unter.

„Die Lastenfahrräder sind definitiv der Mega-Trend neben den E-Bikes“, bestätigt Bettina Cibulski vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Berlin. „Gerade in den Großstädten wollen Familien keinen Parkplatzstress haben. Lastenfahrräder ermöglichen es, dass man mit der ganzen Familie mobil ist, ohne das Auto nutzen zu müssen.“

Allerdings hat der Trend zur Familienkutsche mit Tretantrieb nichts mit einer grundsätzlichen Auto-Verweigerung zu tun: „Ich bin die ganze Woche beruflich mit dem Wagen unterwegs. Nach Feierabend suche ich nicht selten eine halbe Stunde nach einem Parkplatz“, erzählt der 36-jährige Manfred K. aus Hamburg. „Wenn wir dann einkaufen wollen oder mit den Kindern etwas unternehmen, nutzen wir häufig das Lastenfahrrad – man hat Bewegung und vor allem keinen Stress.“ Denn während es auf den Straßen der Hansestadt häufig nur im Schritttempo vorangeht, ist K. mit den beiden Kindern vor sich in der Holzkiste häufig schneller unterwegs.

Der 36-jährige gehört zu der typischen Käufergruppe von Lastenfahrrädern: „Es sind häufig junge Familien, die solche Räder kaufen“, sagt Boris Mesaric Fahrrad-Spezialgeschäft Two Wheels Good in Hamburg. Die Auswahl für diese Kunden ist mittlerweile umfangreich. Die meisten der gefragten Modelle kommen aus Dänemark oder den Niederlanden, wo sich diverse Hersteller auf Lastenfahrräder spezialisiert haben. So fertigen Christiana Bikes oder De Fietsfabriek dreirädrige Gefährte, die mit ihrer an der Front zwischen zwei Rädern montierten eckigen Holzkiste klassisch anmuten. Andere Anbieter wie Riese & Müller setzen auf modernes Design und nur zwei Räder – hier findet sich der „Laderaum“ in einem deutlich verlängerten und stabiler ausgelegten Rahmen.

Kommentare (1)

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JSaade

06.12.2013, 15:18 Uhr

Klar gibt es gebrauchte Autos auch schon für 3000€, aber es sind doch die Betriebskosten (Versicherung, Treibstoff, TÜV, Reparaturen), die Auto fahren teuer machen. Die Betriebskosten eines Lastenrades sind sehr viel geringer und somit ist die Anschaffung eines Lastenrads ökonomisch sinnvoller als die eines Autos.

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