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08.03.2012

08:20 Uhr

Ferrari

Bei 900 PS ist irgendwann Schluss

VonSebastian Schaal

Leichter, stärker, schneller. Der Dreiklang gilt für fast jeden neuen Sportwagen, natürlich auch für den F12 Berlinetta. Doch Ferrari-Präsident Luca Montezemolo sieht die Hatz nach immer höheren PS-Zahlen vor dem Ende.

Weltpremiere des neuen F12 Berlinetta auf dem 82. Genfer Autosalon. Der Nachfolger des F599 stellt gleich mehrere Ferrari-Superlative auf. AFP

Weltpremiere des neuen F12 Berlinetta auf dem 82. Genfer Autosalon. Der Nachfolger des F599 stellt gleich mehrere Ferrari-Superlative auf.

Genf740 Pferdestärken und eine Höchstgeschwindigkeit von 340 Stundenkilometer. Solche Werte konnte noch kein in Serie gefertigter Ferrari bieten. Doch für den Ferrari-Präsidenten Luca Montezemolo bietet das neue Hochleistungscoupé mehr als Rekordzahlen.

„Das Auto ist in drei Bereichen sehr innovativ“, sagt Montezemolo im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Erstens ist der Verbrauch um dreißig Prozent geringer als bei unserem bisherigen V12-Modell. Die zweite Innovation ist der Leichtbau des F12.“ Durch den intelligenten Einsatz von Aluminium konnten die Ingenieure Gewicht sparen und trotzdem die Steifigkeit der Karosserie erhöhen.

Als dritten Punkt nennt der Ferrari-Präsident die Elektronik – schließlich müssen 740 PS auf die Straße gebracht werden. „Für mich ist das Beste an diesem Auto, dass es so einfach und leicht zu fahren ist, trotz dieser unglaublichen Kraft.“

Dazu trägt auch die Aerodynamik bei, der F12 war länger im Windkanal als alle anderen Ferrari-Modelle. Doch das Herzstück des F12 Berlinetta ist und bleibt der Motor. Von einem kleineren Aggregat in dem Gran Turismo will Montezemolo aber nichts wissen. „Der V12 gehört zu unserer Tradition. Und ich denke, die 12 ist sehr wichtig.“ Dabei gehe es aber nicht um Werte für das Autoquartett, sondern um den einzigartigen Klang und die Emotion des Zwölfzylinders.

In absehbarer Zukunft werden Ferrari-Motoren – egal ob V8 oder V12 – von E-Maschinen Unterstützung erhalten.  „Nächstes Jahr wird es bei Ferrari eine große Hybrid-Überraschung geben“, so der 65-Jährige. „Es ist aber noch zu früh, um über genau Leistungsdaten oder irgendwelche Absatzzahlen zu reden.“

Dabei ist es möglich, dass der Hybrid ähnlich wie in dem Formel-1-System Kers auf Knopfdruck seine elektrische Zusatzpower entfaltet. Ein derartiges Konzept hatte der Sportwagenbauer auch bereits vor zwei Jahren auf dem Genfer Auto-Salon in der Studie 599 HY-KERS gezeigt.

Hat angesichts des enormen Medienandrangs allen Grund zur Freude: Ferrari-Präsident Luca Cordero di Montezemolo. Reuters

Hat angesichts des enormen Medienandrangs allen Grund zur Freude: Ferrari-Präsident Luca Cordero di Montezemolo.

Doch der Hybrid ist noch Zukunftsmusik. In der Gegenwart lebt Ferrari von seinem ersten Allrad-Modell, dem FF, und dem auf der IAA vorgestellten Cabrio des 458. Beide Fahrzeuge sind im Moment bei den Kunden sehr beliebt. „Zugegeben, die Nachfrage nach dem 458 Spider ist mir fast schon ein bisschen zu hoch“, sagt Montezemolo.

Wer heute bestellt, muss derzeit zwei Jahre auf sein Auto warten. „Ich will eine maximale Wartezeit von 18 Monaten, aber auf der anderen Seite will ich auch nicht zu viel produzieren.“ Ein Ferrari soll eben immer noch ein exklusives Auto bleiben, das man nicht zu häufig auf den Straßen sieht.

Ein Heck, das in Genf ein Blitzlichtgewitter auslöste. Der Ferrari-Nachfolger für den F599 ist von jeder Seite aus betrachtet schön. dpa

Ein Heck, das in Genf ein Blitzlichtgewitter auslöste. Der Ferrari-Nachfolger für den F599 ist von jeder Seite aus betrachtet schön.

Die hohe Nachfrage bei dem 458 Spider hat auch einen handfesten Grund, der aus Aluminium gefertigt ist: das Hardtop. Der Vorgänger musste noch mit einem Stoffdach auskommen. Die Vorteile sind klar. Mit einem Hardtop ist der Komfort höher, gerade die Windgeräusche bei höheren Geschwindigkeiten. „Außerdem ist es ein vielseitiges Auto. Du kaufst ein Coupé, und dreizehn Sekunden später hast du ein Cabrio.“

Kommentare (4)

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Porschefahrer

08.03.2012, 09:16 Uhr

"...aber auf der anderen Seite will ich auch nicht zu viel produzieren." Ein Ferrari soll eben immer noch ein exklusives Auto bleiben, das man nicht zu häufig auf den Straßen sieht...."

Erklärt das mal den Managern bei Porsche mit VW-Massenwaren-Einfluss. Die bauen bald den Macan. Kommt bestimmt auch noch ein Porsche-Bully und ein Porsche-Caddy. Wer es sich leisten kann, sollte sich einen Ferrari kaufen. Ich kann es mir nicht leisten und muss wohl mein kleines bisschen Exklusivität im VW-Massenwaren-Mischmasch begraben.

nonprofit

08.03.2012, 18:11 Uhr

Hoffentlich kommt bald Tempo 130 auf den deutschen Raserbahnen!
Mann kann kaum noch mit 120 bis 130 LKW's überholen, ohne dass lichthupende und/oder drängelnde Spinner (gerne auch im Passat/Audi) versuchen sich ihr vermeintliches Recht auf die linke Spur einzufordern. Anschließend können die 900 PS im Ferrari gerne kommen.

Armer_Junge

08.03.2012, 18:30 Uhr

@nonprofit

Man darf aber auch ruhig mal von denen sprechen, die mit 104 km/h einen LKW überholen und dann den nächsten LKW, der ja schon 2 Kilometer weiter zu sehen ist, auch gleich noch überholen wollen. Dafür wird dann die linke Spur blockiert und alle die hinter dem Blockierer fahren, sind selbstverständlich alle Raser. Mal eben rechts rüber fahren und noch nicht mal vom Gas gehen müssen, ist einfach nicht drin. Man muss sich doch behaupten. Diese bösen Passat- und Audi-Fahrer! Geht doch garnicht. Gehören alle verboten. Und erst die BMWs und Mercedes und Porsches und Ferraris. Hoffentlich kommt bald die Maut für PKWs auf der Autobahn. Dann bleiben ein paar von den linke Spurblockierern im Dauerstau auf der Landstraße und der Rest bleibt gleich zuhause. Von mir aus auch noch der Sprit auf 6 Euro der Liter, damit die Autobahn mal wieder frei ist. Wer außerhalb von Geschwindigkeitsbeschränkungen selbstauferlegte Moralapostel-100-km/h fahren will, soll auf der Bundesstraße fahren und nicht alle anderen zu Rasern ernennen.

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