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29.11.2011

10:22 Uhr

Flugautos

Der unruhige Traum vom Abheben

Quelle:dpa

Nur Fliegen ist schöner, so warb Opel einst für seinen Sportwagen GT. Doch der Traum vom Fliegen erfasste schon vor 100 Jahren die Autoentwickler. Leider sind bislang aber nur wenige Projekte flug- und straßentauglich.

US-Entwickler Paul Moller tüftelt seit 50 Jahren am Flugauto. Sein aktuelles Projekt, das Skycar, ist allerdings noch ein Prototyp. dpa

US-Entwickler Paul Moller tüftelt seit 50 Jahren am Flugauto. Sein aktuelles Projekt, das Skycar, ist allerdings noch ein Prototyp.

BerlinBei Stau könnten sie einfach abheben: Flugautos. Doch als Mittel gegen verstopfte Straßen werden die Fluggeräte nicht konstruiert. Eher für "Männer in Anzügen" als Alternative zum Business-Flieger, sagt ein Entwickler. Bislang gibt es aber nur wenige Prototypen.

Der Traum vom Fliegen mit dem Auto ist überraschend alt: Schon vor 100 Jahren, als manche Automobilmarke erst gegründet wurde, gab es ein erstes Flugauto. "Bereits 1911 wurde in Paris ein Flugauto gezeigt, 1912 bestand es die ersten Erprobungstests", sagt John Brown, der sich im Gespräch als Chefredakteur der "Roadable Times", dem "Weltforum für Flugautos", vorstellt und auf seiner Website sehr umfangreich die teils abstrusen Entwicklungen und Tüfteleien rund um das Thema dokumentiert hat.

Auch in der Gegenwart arbeiten Tüftler an dem technischen Zwitter aus Fahrzeug und Fluggerät. "Wir sind die berühmte Nasenlänge vorn", sagt Brown. Der gebürtige Australier ist auch Projektleiter bei der Braunschweiger Firma Carplane und verfolgt seit Jahren ein Ziel: Sowohl ein gutes Auto als auch ein gutes Flugzeug zu bauen - und zwar in einem Fahrzeug vereint, erklärt er.

Dass bisher noch kein Flugauto auf dem Markt ist, das den Namen auch verdient, hat Gründe. Zwar können Produkte wie das britische Skycar des Unternehmers Gilo Cardozo bereits gekauft werden, und auch das Maverick genannte Flugauto des US-Amerikaners Steve Saint. Doch die Lösungen sind laut Brown "entweder Buggys mit einem Gleitschirm oder Flugzeuge, denen man Räder für die Straße anschraubt". Ein von Grund auf entwickeltes Flugauto ist dem Entwickler zufolge noch nicht zu haben.

In der Luft erinnert er an einen Helikopter: der Tragschrauber PAL-V der niederländischen Firma PAL-V Europe BV. dpa

In der Luft erinnert er an einen Helikopter: der Tragschrauber PAL-V der niederländischen Firma PAL-V Europe BV.

Frühestens 2015 wird der Carplane auf den Markt kommen. Doch die Zielkonflikte, mit denen die Ingenieure generell zu kämpfen haben, glaubt Brown bereits gelöst zu haben. Schwierigkeiten mache bei der Entwicklung von Flugautos etwa die Gewichtsverteilung. "Ein Flugzeug muss für Start und Landung über die Hinterachse kippen können. Ein Auto dagegen benötigt gleich viel Gewicht vorn und hinten."

Zudem werde ein Mechanismus für die Regelung von Auf- und Abtrieb gebraucht: Wird das Gefährt als Auto genutzt, muss es auch bei höheren Geschwindigkeiten am Boden bleiben. Als Flugzeug im Einsatz, ist genau das Gegenteil gewünscht.

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