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28.12.2012

07:04 Uhr

Gebrauchtwagen liegen im Trend

Autokäufer werden sparsam

Quelle:dpa

Die Zeichen stehen eindeutig auf Sparen: Nur noch rund ein Viertel (27 Prozent) der potenziellen Autokäufer und damit 19 Prozent weniger als im Vorjahr plant derzeit die Anschaffung eines Neuwagens.

Immer mehr Deutsche interessieren sich für Gebrauchtwagen. dpa

Immer mehr Deutsche interessieren sich für Gebrauchtwagen.

Losheim am SeeDie Zeichen stehen eindeutig auf Sparen: Nur noch rund ein Viertel (27 Prozent) der potenziellen Autokäufer und damit 19 Prozent weniger als im Vorjahr plant derzeit die Anschaffung eines Neuwagens. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Sachverständigenorganisation KÜS in Losheim am See. Demnach steigt zugleich das Interesse an Gebrauchtwagen: Gegenüber gut einem Fünftel (21 Prozent) im Jahr 2011 wollen laut der aktuellen Erhebung fast ein Drittel (31 Prozent) sich lieber einen Gebrauchten zulegen.

Auch der Betrag, den Käufer für die Anschaffung eines Gebrauchten ausgeben wollen, ist gesunken: Nur noch gut ein Zehntel (12 Prozent) wollen mehr als 20.000 Euro auf den Tisch legen (2011: 21 Prozent). Dagegen plant ein Drittel (32 Prozent) zwischen 10.000 und 15.000 Euro ein, zuvor waren es hier 24 Prozent.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Dazu passt auch, dass nur noch gut ein Viertel (28 Prozent) nach jungen Gebrauchtwagen mit einem Alter von maximal zwei Jahren Ausschau hält. Zuvor waren es über die Hälfte der Befragten (53 Prozent). Zugelegt haben dafür die Vier- bis Fünfjährigen von 15 auf 23 Prozent.

Dass die potenziellen Gebrauchtwagenkäufer weniger auf der hohen Kante haben, zeigt auch der Trend zu günstigeren Klein- und Kleinstwagen. 23 Prozent der Befragten plant eine Anschaffung in diesem Segment, 2011 waren es nur 6 Prozent. Demgegenüber sackte der Wunsch nach einem Geländewagen von 12 auf 5 Prozent ab. KÜS-Sprecher Hans-Georg Marmit interpretierte die Ergebnisse als «Umwandlung des Trends aufgrund der wirtschaftlichen Situation».

Für die Studie «Trend-Tacho» lässt die KÜS jeweils rund 1.000 Autofahrer in Deutschland befragen.

Kommentare (1)

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Norbert

28.12.2012, 14:56 Uhr

In der heutigen Zeit ist es sehr teuer ein eigenes Auto zu besitzen. Nicht nur die Neufahrzeuge sind überteuert, auch die meisten Gebrauchtfahrzeuge sind viel zu teuer. Wer hat denn heute noch 10.000 Euro frei zur Verfügung? Es ist schon schwierig die Hälfte davon aufzutreiben.

Immer mehr Menschen werden das Fahrrad benutzen müssen oder auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, da ein Auto einfach zu teuer ist. Es sind nicht nur die (hohen) Anschaffungskosten, dazu kommen Sprit, Versicherung, TÜV, KFZ-Steuer und Wartung. So können schnell bis zu 25% des Gehaltes für das Auto ausgegeben werden.

Die Autohersteller bekommen das zu spüren: immer mehr Nachfrageausfälle müssen die Hersteller zum Umdenken zwingen.

In Griechenland müssen die Menschen schon zwangsweise das Auto abmelden, weil nicht einmal mehr Geld für die KFZ-Steuer vorhanden ist. Die gesamte Bevölkerung ist in Geldnot. Das Geld der "Rettungspakete" kommt bei der Bevölkerung nicht an, es geht nämlich direkt zu den Banken und dort bleibt es auch.

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