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29.03.2012

13:09 Uhr

Gebrauchtwagenmarkt

Cabrios haben immer Konjunktur

Quelle:MID

Wer jetzt ein Cabrio für die schönen Wochen des Jahres kaufen möchte, muss angeblich keinen Preisaufschlag fürchten. Laut Schwacke gibt es beim Preis von gebrauchten Cabrios saisonal kaum Unterschiede.

Gebrauchte Cabrios: Diesel sind beliebter als Benziner. MID

Gebrauchte Cabrios: Diesel sind beliebter als Benziner.

MaintalFrühjahr ist Cabrio-Zeit. Viele Zeitgenossen mit dem Wunsch nach einem Cabrio können sich auch jetzt noch auf die Suche nach einem passenden Fahrzeug begeben. Kein Problem, denn die Vorstellung, dass gebrauchte Cabrios im Winter oder Herbst günstiger zu bekommen sind, erteilt der Fahrzeugbewerter Schwacke eine Absage. Denn gemäß dessen Restwertanalyse zeigen sich bei den Preisen kaum saisonale Unterschiede. Ein Kauf kann also mit gutem Gewissen ganzjährig geplant werden.

Laut Schwacke überwiegt der Benzinmotor bei den Cabrios. Und die raren Dieselmodelle sind beim Gebrauchthändler rasch vergriffen. Ein Mini II oder ein Mercedes CLK als Diesel stehen gemeinhin nur wenige Tage beim Händler, die entsprechenden Benziner brauchen zum Teil drei mal länger, bis sie einen Käufer finden. Sehr gefragt sind Mini Cabrio, Mercedes-Benz E-Klasse und Audi A4.

Generell dauerte es bei einem gebrauchten Cabrio gegenüber ihren geschlossenen Pendants deutlich länger, bis sie einen Käufer finden. Fast ein halbes Jahr (191 Tage) beträgt laut Schwacke die durchschnittliche Verweildauer bei einem Händler.

Mit Blick auf den Gesamt-Gebrauchtautomarkt stellt derweil ist die Internet-Angebotsbörse AutoScout24.de fest, dass der durchschnittliche Preis für Gebrauchtwagen im März wieder leicht gesunken ist. Auf 16.228 Euro beläuft sich im Schnitt der Preis eines Gebrauchten. Das sind 0,18 Prozent weniger als im Februar.

Die Nachfrage ist dabei in fast allen Segmenten zurückgegangen. Am stärksten rückläufig war das Interesse an Geländewagen mit minus elf Prozent. Auch die Oberklasse hat mit minus acht Prozent und die Vans mit minus sechs Prozent Federn lassen müssen. Abwärts ging es ebenfalls bei der Mittelklasse mit minus drei Prozent und bei den Kompakten mit minus einem Prozent. Einzig bei den Kleinwagen lag die Nachfrage auf dem Niveau des Vormonats.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Die Geländewagen waren auch die Kategorie, bei der sich die größte Differenz zwischen Angebots- und Nachfrageentwicklung einstellte. Während die Nachfrage um elf Prozent nachließ, stieg das Angebot um sieben Prozent an.

Bei den beliebtesten Modellen hat sich wenig verändert, die Spitzenplätze der Kategorien teilen sich München und Wolfsburg. Bei den Kleinwagen, den Kompakten und den Vans hat VW mit Polo, Golf und Touran die Nase vorn. BMW liegt bei Geländewagen, Mittel- und Oberklasse mit X5, 3er und 7er auf dem obersten Rang.

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