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03.09.2012

15:47 Uhr

Gebrauchtwagenmarkt

Restwerte und Standzeiten sinken

Quelle:MID

Für fast alle automobilen Fahrzeugklassen weist EurotaxSchwacke für den August 2012 sinkende Restwerte aus. Selbst bei den Minis und Kompakt-SUVs gehts abwärts. Dafür verkaufen sie sich etwas flotter.

EurotaxSchwacke weist für den August 2012 sinkende Restwerte aus. Die letzten stabilen Restwerte von Minis und Kompakt-SUV bröckeln nun ebenfalls. MID

EurotaxSchwacke weist für den August 2012 sinkende Restwerte aus. Die letzten stabilen Restwerte von Minis und Kompakt-SUV bröckeln nun ebenfalls.

MaintalFür fast alle automobilen Fahrzeugklassen weist EurotaxSchwacke für den August 2012 sinkende Restwerte aus. Selbst die bisher stabilen Restwerte für die Minis und Kompakt-SUV liegen nur noch 0,3 Prozent über dem Vergleichswert vom Mai 2008. Die letzten stabilen Restwerte von Minis und Kompakt-SUV bröckeln nun ebenfalls. Diese Entwicklung hat die Marktbeobachter überrascht, weil sich beide Fahrzeugklassen bei den Neuzulassungen starker Nachfrage erfreuen. Auch die als Neufahrzeuge nach wie vor gefragten Mini- und Maxi-Vans lassen bei den Restwerten Federn.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Große SUV haben gegenüber dem Vormonat 1,6 Prozent an Restwert verloren und liegen gegenüber dem Vergleichszeitraum mit minus 14,8 Prozent an der Spitze des Wertverlusts. Die Geländewagen bauen ebenfalls ab, stehen aber im Vergleich zu anderen Segmenten noch gut da. Die Ausnahme bildet das Segment der unteren Mittelklasse, die um 0,2 Prozent zulegen konnte. Langfristig wird ihr aber auch eine negative Entwicklung vorausgesagt. Die bewerteten Fahrzeuge sind jeweils 36 Monate alt und haben eine Laufleistung von 60.000 Kilometern.

Die Standzeit von Gebrauchtwagen hat sich im Juli um einen Tag auf 105 Tage verkürzt. Oberklassefahrzeuge standen dagegen mit durchschnittlich 131 Tagen länger bei den Händlern als im Juni. MID

Die Standzeit von Gebrauchtwagen hat sich im Juli um einen Tag auf 105 Tage verkürzt. Oberklassefahrzeuge standen dagegen mit durchschnittlich 131 Tagen länger bei den Händlern als im Juni.

Doch es gibt für die Gebrauchtwagenhändler auch einen erfreulichen Trend: Im Durchschnitt stand das Angebot im Juli im Schnitt einen Tag kürzer auf dem Hof, die Standzeit hat sich von 106 auf 105 Tage verkürzt. Laut Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) und Berechnungen von EurotaxSchwacke zeichneten vor allem kleinere Pkw-Klassen für die Verbesserung der Marktsituation verantwortlich. Oberklassefahrzeuge standen dagegen mit durchschnittlich 131 Tagen länger bei den Händlern als im Juni.

Deutlich wurde im ersten Halbjahr 2012 eine stärke Differenzierung der Nachfrage zwischen den Gruppen gegenüber dem Vorjahr 2011. Geländewagen, Kompakt- und Luxus-SUV wurden um 20 Prozent weniger nachgefragt. Kleinstwagen waren unverändert begehrt und Kleinwagen mussten ein Minus von 5,3 Prozent hinnehmen.

Die verlängerten Standzeiten müssen allerdings auch vor dem Hintergrund des gesteigerten Angebots gesehen werden. Die absolute Zahl der gehandelten Fahrzeuge ist gestiegen. Dabei wiesen die Kompakt-SUV und großen Vans die stärksten Zuwachsraten auf, während die Sportwagen sowohl bei den Absatzzahlen als auch der Verkaufsgeschwindigkeit in den Rückwärtsgang schalteten.

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