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21.02.2014

09:43 Uhr

Gefährliche Mitfahrgelegenheit

Fernbusfahrer überschreiten Lenkzeiten

Quelle:Spotpress

Fernbusse sind eine günstige Alternative zur Bahnfahrt. Manch günstiger Preis könnte aber teuer erkauft sein, legt ein Bericht nahe. Das Problem liegt auch in der Struktur der Branche begründet.

Fernbusfahrer überschreiten Lenkzeiten - Gefährliche Mitfahrgelegenheit Setra

Wenn Fernbusfahrer Lenkzeiten überschreiten steigt die Übermüdung und damit die Unfallgefahr.

Seit der Liberalisierung des Fernbus-Marktes ist das Angebot an günstigen Alternativen zur Bahnfahrt deutlich gestiegen. Der hohe Konkurrenzdruck zwischen den Busunternehmen hat aber seine Schattenseiten: Wie die Zeitschrift „Auto Bild“ berichtet, hält sich etwa ein Viertel der Fernbusfahrer nicht an vorgeschriebene Lenk- und Ruhezeiten. Das belegen dem Bericht zufolge Polizeikontrollen und Stichproben des Mobilitätsvereins Mobifair. Folgen können Übermüdung und damit steigende Unfallgefahr sein.

Das Problem liegt laut Verdi-Vorstand Stefan Heimlich in der Struktur der Branche: Große Betreiber ließen viele kleine Subunternehmen für sich fahren, was zu hohem Konkurrenzdruck und engen Zeitplänen führt. Er fordert, dass sich Busse nicht mehr starten lassen dürften, wenn die Lenkzeit überschritten ist.

Die wichtigsten Fragen zum Fernbus

Welche Linien fahren welche Städte an?

In Deutschland gibt es Busgesellschaften, die zum Teil nur einzelne Fernbuslinien bedienen, während andere Anbieter fast alle großen Städte des Landes und auch Ziele im europäischen Ausland ansteuern. Alle Routen und ihre Preise zu vergleichen, ist für den Reisenden fast unmöglich.

Wo kann man Fahrkarten kaufen?

Fahrkarten für den Fernbus können bei den jeweiligen Busgesellschaften erworben werden. Am einfachsten geht das über deren Internetseiten. Einige Anbieter verkaufen ihre Tickets auch über Reisebüros oder andere Verkaufsstellen in größeren Städten.

Was kosten Fernbus-Karten?

In der Regel ist die Fahrt mit dem Fernbus günstiger als mit allen anderen Verkehrsmitteln – selbst mit der Bahn. Wer direkt beim Anbieter bucht, geht meist sicher, dass er den günstigsten Fahrpreis zahlt. Reist man mit mehreren Personen, ist mitunter auch eine Gruppenermäßigung drin.

Wo findet man Sparangebote und Aktionen?

Der zunehmende Wettbewerb zwischen den Anbietern von Fernbusfahrten kommt dem Kunden zugute. Sie profitieren von Spar- und Aktionspreisen sowie Rabatten, beispielsweise für Frühbucher. So sind Fahrpreise von wenigen Euro selbst für lange Strecken keine Seltenheit. Zu finden sind die Angebote auf den Internetseiten der Busgesellschaften.

Sind Fahrkarten übertragbar?

Je nach Anbieter können bereits gekaufte Fahrkarten auf einen anderen Namen ausgestellt werden. Dabei kann eine Gebühr anfallen, insbesondere wenn die Änderung des Namens kurzfristig erfolgt.

Lassen sich Karten umbuchen oder stornieren?

Häufig ist eine Umbuchung auf eine andere Zeit – zum Teil auch kostenlos – möglich, allerdings unterscheiden sich die Bedingungen der Anbieter in Bezug auf die Gebühren und auch den Zeitraum, indem eine Umbuchung möglich ist. Eine Stornierung ist wie die Buchung meist problemlos über das Internet möglich, jedoch fällt hier meist eine Stornogebühr an.

Wie viel Gepäck ist erlaubt?

Üblich im Fernbus sind Gewichte und Mengen wie beim Fliegen, dennoch gibt es Unterschiede zwischen den Anbietern. Reist man mit mehr als nur Handgepäck, empfiehlt es sich daher, vor Fahrtantritt genauerer Informationen bei der jeweiligen Busgesellschaft einzuholen. Schwere und sperrige Gegenstände wie Sportgeräte, Musikinstrumente oder große Koffer können meist gegen eine zusätzliche Gebühr mitgenommen werden. Rollstühle und Kinderwagen fahren kostenlos mit. Wichtig: Sperrgepäck rechtzeitig anmelden!

Darf ein Fahrrad mit?

Manche Busgesellschaften erlauben die Mitnahme eines Fahrrades. Dafür fallen in der Regel Extra-Kosten von einigen Euro an.

Darf ein Haustier mit?

Das Mitnehmen von Haustieren ist meist nicht erlaubt. Davon ausgenommen ist das Mitführen eines Blindenhundes.

Sind Fernbusse barrierefrei?

Im Zuge der Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes wurde auch die Barrierefreiheit von Fernbussen beschlossen. Demnach muss jeder Fernbus mit zwei Plätzen für Rollstuhlfahrer ausgestattet sein. Allerdings wurde den Busgesellschaften eine Übergangsfrist bis 2016 eingeräumt. Bereits angeschaffte Busse müssen gar erst 2019 barrierefrei sein.

Bekommen Schwerbehinderte Ermäßigungen?

Gegen Vorlage eines Schwerbehindertenausweises gewähren die Busgesellschaften Ermäßigungen. Rollstühle, orthopädische Hilfsmittel wie Krücken und ggf. eine Begleitperson dürfen kostenlos mit an Bord. Voraussetzung ist natürlich ein entsprechender Nachweis sowie eine rechtzeitige Anmeldung.

Quelle

Selbst unter den vier Marktführern MeinFernbus, Flixbus, Berlin-Linienbus und ADAC-Postbus gibt es möglicherweise schwarze Schafe. Bei einer Polizeikontrolle im Januar dieses Jahres wurden laut "Auto Bild" sieben Busse beanstandet, darunter auch zwei der großen Unternehmen.

Gegenüber der Zeitschrift gaben allerdings alle genannten Unternehmen an, dass die Polizei an ihren Bussen keine Mängel festgestellt habe. Als direkte Reaktion auf die Kritik der "Auto Bild" wehrte sich das Unternehmen Flixbus: "Wir widersprechen Verdi-Vorstand Stefan Heimlich. Die Darstellung vom hohen Konkurrenzdruck, der zu Lasten der Fahrer ausgetragen wird und zu engen Zeitplänen führt ist schlichtweg falsch."

Kommentare (1)

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21.02.2014, 10:00 Uhr

Tja, und wenn dann BWL I bei diesen Kampfpreisen, mit denen die Busse zur Zeit noch auftreten, um an Fahrgäste zu kommen, zu wirken beginnt, muß man mal wieder auf die Kostenbremse treten. Und das wird bedeuten: weniger technische Überprüfungen und den ohnehin spartanischen Service weiter runter bei steigenden Preisen...

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