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30.11.2012

09:35 Uhr

Geldanlage oder Resterampe?

Zum Ersten, zum Zweiten - Saab versteigert sich selbst

Quelle:MID

Die Montagebänder bei Saab ruhen seit fast einem Jahr. Im letzten Produktionsjahr 2012 entstand nur noch eine Handvoll Neubaufahrzeuge. 68 davon werden nun in Schweden versteigert. Darunter sind einige Besonderheiten.

Die Limousine Saab 9-5 gehört zu den 68 Neufahrzeugen, die sich bis zum 16. Dezember in Schweden ersteigern lassen. Pressefoto

Die Limousine Saab 9-5 gehört zu den 68 Neufahrzeugen, die sich bis zum 16. Dezember in Schweden ersteigern lassen.

Trollhättan/SchwedenFast ein Jahr nach der Insolvenz des schwedischen Autobauers Saab kommen immer noch verwertbare Reste und Artefakte der Marke unter den Hammer. Nun besteht für besonders harte Fans der Marke die Möglichkeit, bei einer Auktion durch das schwedische Auktionshaus "kvd" 68 Neuwagen zu ersteigern, die nie den Weg in den Handel gefunden haben. Das Angebot umfasst unter anderem Fahrzeuge, die nur in einer limitierten Auflage entstanden sind, aber auch Autos, die noch kurz vor dem Ende der Marke in Produktion gingen, aber nicht mehr ausgeliefert werden konnten.

Zu den Objekten der Versteigerung gehören beispielsweise 18 von insgesamt 30 gebauten Kombis der neuen Baureihe 9-5. Außerdem 29 von den 54 Limousinen der Baureihe, die noch 2012 entstanden sind. Der für einen Serienanlauf 2010 geplante 9-5 streckte sich über repräsentative 5,01 Meter, war damit 17 Zentimeter länger als sein Vorgänger und basiert auf der sogenannten "Epsilon-II-Plattform" von General Motors, die bereits der Opel Insignia und der Buick LaCrosse nutzten.

Die Flexibilität der Plattform dokumentiert der beim Saab 9-5 im Vergleich zum Opel Insignia um elf Zentimeter verlängerte Radstand von 2840 Millimetern. Beim Fahrwerk löste vorne eine Konstruktion mit doppelten Querlenkern die alte Mc-Phersonachse ab, hinten kam eine Multilenkerachse zum Einsatz. Bei den Motoren waren Benziner zwischen 110 kW/150 PS und 220 kW/300 PS vorgesehen, sowie Zweiliter-Diesel mit 110 kW/150 PS und 132 kW/180 PS.

Zu den echten Raritäten zählen zehn Exemplare des SUV 9-4X. Sie verkörpern den verfügbaren Restbestand aus den letzten 700 gefertigten Einheiten. Das attraktivste Angebot ist dabei der 9-4X mit der Fahrgestellnummer 1 für Europa. In die Auktion kommt zudem ein Exemplar des Saab 9-3 SportCombi in der Version "Sky Blue" und das ehemalige Dienstfahrzeug des gescheiterten Investors Victor Muller, ein 9-5 Aero mit einem 220 kW/300 PS starken V6-Benziner. Echte Raritäten sind nicht zuletzt zwei Cabrios aus der 9-3 Baureihe "Independence Edition".

Mit diesem Sondermodell wollte Saab 2011 den ersten Geburtstag als unabhängiger Hersteller feiern. Wegen der Insolvenz entstanden statt der geplanten 366 Fahrzeuge nur 38 Exemplare. Das Modell verfügte unter anderem über eine exklusive Lederausstattung, Carbon-Verkleidungen im Innenraum, Leichtmetallräder mit 18 Zoll Durchmesser und erhielten wahlweise einen Benzinmotor mit 162 kW/220 PS oder einen Diesel mit 132 kW/180 PS.

Interessenten können bis zum 16. Dezember bei kvd mitbieten. Informationen auf Englisch sind auf der Webseite www.kvdauctions.com verfügbar. Die aktuellen Höchstgebote bewegen sich in Bereichen von rund 25 bis 30 Prozent des ehemaligen Listenpreises der Neuwagen. Allerdings müssen sich Bieter darüber im Klaren sein, dass die Autos nicht über die erforderlichen Dokumente verfügen, die für eine Zulassung notwendig sind. Also sind die letzten fabrikneuen Saabs nur Fälle für Sammlungen und Garagen. Nicht für den öffentlichen Straßenverkehr.

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