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18.01.2005

14:10 Uhr

Nachrichten

Gerichtsurteil ist kein Freibrief für kiffende Autofahrer

Trotz der erfolgreichen Verfassungsbeschwerde eines Haschischkonsumenten sollten Autofahrer sich nach dem Drogenkonsum nicht Auto fahren. Regelmäßige Kiffer müssen auch künftig damit rechnen, den Führerschein zu verlieren, so der Adac in München.

Joint

Ein Mann hatte einen Joint geraucht und war 16 Stunden später Auto gefahren.

dpa/gms MÜNCHEN. Trotz der erfolgreichen Verfassungsbeschwerde eines Haschischkonsumenten sollten Autofahrer sich nach dem Drogenkonsum nicht Auto fahren. Regelmäßige Kiffer müssen auch künftig damit rechnen, den Führerschein zu verlieren, so der Adac in München.

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hatte Ende 2004 entschieden, dass der Nachweis von Cannabis- Wirkstoffresten im Blut noch nicht für eine Verurteilung wegen des Fahrens unter Drogeneinfluss ausreicht (Az.: 1 BvR 2 652/03).

Das Gericht habe allerdings zugleich ausdrücklich bestätigt, dass das absolute Drogenverbot für Autofahrer im Einklang mit dem Grundgesetz steht, erläutert der Adac. Aus Blutproben könne neben der aktuellen Menge an Wirkstoffen auch die Konsumhäufigkeit ermittelt werden. Damit könne die Führerscheinstelle allein wegen des erwiesenen Gewohnheitskonsums die Fahrerlaubnis entziehen - auch dann, wenn der analytische Grenzwert unterschritten wird.

Im entschiedenen Fall hatte ein Autofahrer am Abend einen Joint geraucht und sich 16 Stunden später ins Auto gesetzt. Da sein Verhalten der Polizei auffiel, wurde sein Urin getestet. Dabei wurde Spuren des Cannabis-Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC) von weniger als 0,5 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) gefunden.

Während das zuständige Amtsgericht eine Geldbuße und ein Fahrverbot verhängte, hob das Verfassungsgericht das Urteil auf: Inzwischen sei der Nachweis von Drogenwirkstoffen im Blut auch noch Wochen später möglich. Ein nachgewiesener THC-Rest müsse daher nicht automatisch die Fahrtüchtigkeit einschränken, zumal der Grenzwert bei rund 1 ng/ml liege.

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