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08.01.2007

17:07 Uhr

GM sorgt für viel Wirbel

Elektro- und Hybridautos sind die neuen Hoffnungsträger

Beobachter reiben sich die Augen: Wird ausgerechnet im Mutterland PS-starker Spritschleudern das Ende des Verbrennungsmotors eingeleitet? In den Hallen der wichtigsten US-Automesse, der Detroit Auto Show, beherrschen in diesem Jahr Elektro- und Hybridantriebe die Gespräche.

HB DETROIT. Die großen Hersteller übertreffen sich gegenseitig in ihren Plänen für klimafreundliche und sparsame Autos. Für den meisten Wirbel sorgte General Motors: Der weltgrößte Autobauer kündigte die Wiederbelebung des 2003 aufgegebenen elektrischen Autos EV1 an. Das nun „Volt“ genannte Fahrzeug soll ausschließlich mit Strom fahren - die Batterien sollen aber auch von einem Bordmotor aufgeladen werden können.

„Die Weiterentwicklung der Akku-Technik wird den Zeitpunkt des Produktionsstarts definieren“, sagte GM-Produktentwickler Jon Lauckner. Damit wird in zwei bis drei Jahren gerechnet.

„Das ist keine PR-Übung, sondern ein echtes Programm mit echtem Geld dahinter“, versuchte GM-Produktchef Bob Lutz Bedenken von Kritikern zu zerstreuen. Der Akku des Volt soll für eine Strecke von bis zu 65 Kilometern reichen - was dem täglichen Durchschnittsgebrauch einer amerikanischen Familie entspricht. Im Gegensatz zu den 2003 eingestampften Plänen für das Elektroauto EV1 soll der Volt kleinere, schneller aufladbare Batterien haben, schneller fahren und mehr Platz für Passagiere haben. Mit dem Auto will GM unter anderem dem japanischen Konkurrenten Toyota die Stirn bieten, der bislang das Feld umweltfreundlicher Autoantriebe dominiert.

Toyota erwartet neue Rekorde bei Hybrid-Autos

Dabei kann Toyota bereits auf handfeste Erfolge verweisen. Im Jahr 2006 verkaufte der japanische Konzern, der GM in diesem Jahr wohl den Rang als größter Autohersteller ablaufen dürfte, 191.000 Autos mit der so genannten Hybrid-Technologie, einer Kombination aus Elektro- und Benzinmotor. 2007 will Toyota deren Absatz um gut ein Drittel auf bis zu 300.000 steigern.

Andere Hersteller springen auf den Zug auf: Honda kündigte nun an, die Entwicklung eines Hybrid-Autos, das an die Steckdose angeschlossen werden kann, zu erwägen. Noch seien allerdings die Ladezeiten und Kapazitäten von Batterien nicht ausreichend, sagte Honda-Entwicklungsvorstand Motaotsu Shiraishi.

Die für umweltfreundliche Technologien bekannte deutsche Industrie ist in Detroit noch nicht mit Ideen für Elektroautos vertreten. Die Hersteller setzen vielmehr auf sparsame Dieseltechnologie. Mercedes-Benz, VW und Audi arbeiten zusammen, um die in den USA bislang verpönten Selbstzünder mit einer einheitlichen Abgasreinigungstechnik unter dem Markennamen „Bluetec“ durchzusetzen. Langfristig wollen aber auch die deutschen Hersteller bei Elektroantrieben nicht hintan stehen: Hersteller wie VW, DaimlerChrysler oder BMW wollen nach früheren Angaben teilweise schon 2008 eigene Hybrid-Autos auf den Markt bringen.

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