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10.07.2013

13:34 Uhr

Goodwood Festival of Speed

Knackt der W196 R den Auktions-Weltrekord?

VonCarl Christian Jancke

Beim Festival of Speed im britischen Goodwood werden historische Auto-Pretiosen von prominenten Fahrern ausgeführt. Gekrönt wird das Event durch die Versteigerung eines ganz besonderen Grand-Prix-Rennwagen.

Die Versteigerung eines Mercedes-Benz W 196 R begleitet das diesjährige Goodwood Festival of Speed (11. - 14.7.2013). Die Auktion wird ein Höhepunkt des Wochenendes sein, das ganz im Zeichen des historischen Motorsports steht. PR

Die Versteigerung eines Mercedes-Benz W 196 R begleitet das diesjährige Goodwood Festival of Speed (11. - 14.7.2013). Die Auktion wird ein Höhepunkt des Wochenendes sein, das ganz im Zeichen des historischen Motorsports steht.

Berlin/DüsseldorfNelson Piquet wurde 1983 Formel 1 Weltmeister mit einem Brabham BMW BT52 mit der Startnummer 5. In Goodwood wird das frisch restaurierte Stück mit ihm vereint sein. Die rund 1.200 PS (es gab seinerzeit keinen Prüfstand, auf dem die Höchstleistung gemessen werden konnte) starke Konstruktion des Motorenpapstes Paul Rosche basierte zwar auf dem Motorblock, der schon im BMW 1500 anno 1961 Dienst tat. Darüber war vom Turbolader bis zur Motorelektronik alles neu. Wenn ein Motor länger als ein Rennen hielt, raunte Motorsport-Chef Rosche: „Wir brauchen mehr Leistung“.

Das Weltmeisterauto wurde in mühevoller Kleinarbeit von Grund neu aufgebaut. Und zwar just von jenen Mechanikern und Monteuren, die vor 30 Jahren bereits an den Motor Hand angelegt hatten. Und deren Herrschaftswissen war gefragt. Schließlich gab es so gut wie keine technischen Unterlagen.

Für die Hersteller ist die Aura des historischen Motorsports Gold wert. Deshalb hat Audi ein noch aufwendigeres Projekt aufgesetzt. Die historischen Silberpfeile der Vorgängerfirma Auto Union aus Zwickau fielen den Sowjets zum Opfer. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks gelang es, Einzelteile im Baltikum wieder zu finden. Heute bringt man den Auto Union Type C in Goodwood an den Start. 

Der legendäre 16 Zylinder aus der Feder des Konstruktionsbüros von Ferdinand Porsche lieferte sich auf den Grand-Prix-Strecken der Welt vor dem Krieg harte Schlachten mit den Mercedes-Silberpfeilen. Am Steuer der Pink-Floyd-Drummer Nick Mason, dessen Sammlung so umfangreich ist, dass er den Bestand nach einem einfachen Prinzip relativ konstant hält: Alles was nicht älter als 10 Jahre nicht gefahren wurde, wird verkauft. Beim Festival of Speed wird er deshalb vorsichtshalber seinen eigenen Ferrari 250 GTO aus der Garage holen, von dem es nur 69 Stück gibt und der mit als teuerstes Auto der Welt gelten kann.

Auf dem Silberpfeil vom Typ W 196 R mit der Fahrgestellnummer 006/54, den Bonhams am 12. Juli unter den Hammer bringt, gewann Juan Manuel Fangio 1954 die Großen Preise von Deutschland und der Schweiz. PR

Auf dem Silberpfeil vom Typ W 196 R mit der Fahrgestellnummer 006/54, den Bonhams am 12. Juli unter den Hammer bringt, gewann Juan Manuel Fangio 1954 die Großen Preise von Deutschland und der Schweiz.

Für Mercedes-Benz Classic ist das mit Sicherheit keine Option. Schon lange betreibt der Stuttgarter Konzern gezielte Markenpflege. Sechs der noch vorhandenen W196  Grand Prix-Wagen befinden sich in der Hand des Konzerns. Drei davon werden in Goodwood zu sehen fahren. Am Steuer ist unter anderem die über 80 Jahre alte Rennfahrer-Legende Stirling Moss.

Wer selbst ein solches Fahrzeug lenken will, hat nach Goodwood dazu Gelegenheit. Der einzig noch bekannte Wagen, der sich nicht im Eigentum von Daimler oder staatlichen Museen befindet, wird in Goodwood versteigert.

Auktionator und Bonhams-Besitzer Robert Brooks scheint sich ziemlich sicher zu sein, dass der Fangio-Mercedes für einen Weltrekordpreis verkauft wird, also mehr als  16,4 Millionen Dollar, erzielt für einen Ferrari Testa Rossa von 1957. Eine Schätzung für das Auto hat es bisher jedenfalls nicht gegeben. Das Ergebnis wird am Freitag um 15 Uhr (16 Uhr deutscher Zeit) bekannt sein.

In Goodwood wird nicht nur repräsentiert, das wird das sündteure Blech auch durch enge Kurven im Schlosspark - und manchmal über den gepflegten britischen Rasen des Earl of March - getrieben. PR

In Goodwood wird nicht nur repräsentiert, das wird das sündteure Blech auch durch enge Kurven im Schlosspark - und manchmal über den gepflegten britischen Rasen des Earl of March - getrieben.

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