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22.09.2011

13:24 Uhr

Goodwood Revival 2011

In der Zeitkapsel der goldenen Rennsport-Ära

Quelle:ampnet

Unweit des Rolls-Rocyce-Werks im britischen Goodwood lebt alljährlich jährlich im Herbst für drei Tage der Rennsport einer Epoche wieder auf, der von den 1940er bis in die 1960er Jahre die Massen begeisterte.

Reims 1954: Die Zuschauer jubeln Juan Manuel Fangio (Startnummer 18) zu. ampnet

Reims 1954: Die Zuschauer jubeln Juan Manuel Fangio (Startnummer 18) zu.

Goodwood/DüsseldorfDas berühmte britische Festival Goodwood Revival nahe Chichester in der Grafschaft West Sussex lässt jedes Jahr im Herbst für drei Tage den historischen Rennsport hoch leben, und damit ihm natürlich vor allem die Idole und Fahrgeräte der 1940er bis 1960er Jahre. Seit 1998 richtet Charles Gordon-Lennox, Earl of March and Kinrara, das Rennen aus – als „Zeitkapsel des Goldenen Rennsport-Zeitalters“. Die britische Rennfahrer-Legende Sir Stirling Moss sagt über die Veranstaltung: „Das Revival ist ein Ereignis, das einzigartig ist in der Welt.“

Mercedes-Benz Classic feierte diesmal, von Freitag bis Sonntag, 16. bis 18. September 2011, in diesem exklusiven und stimmungsvollen Rahmen Juan Manuel Fangio, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Rolls-Royce präsentiert sich mit einem 100 Jahre alten Rekordfahrzeug.

Die Silberpfeile von Mercedes-Benz haben das Goldene Zeitalter des klassischen Grand-Prix-Sports in der Mitte des 20. Jahrhunderts geprägt wie kaum eine andere Marke. Und Juan Manuel Fangio war nach dem Zweiten Weltkrieg jener Fahrer der Rennabteilung, der diese Stärke besonders verkörperte. An den 100. Geburtstag des Rennfahrers, der in diesem Jahr stattgefunden hätte, erinnerte daher das Goodwood Revival 2011.

Die Eröffnungsparade am Sonnabend wurde angeführt werden von 17 Rolls Royce Silver Ghost aus den Jahren 1911 bis 1922. Den Anfang macht ein Rolls Royce 1701 mit E.W. Hives am Steuer, der 1911 als erstes Fahrzeug schneller als 100 Meilen (160 km/h) fuhr. Mit diesem Auto hatte der britische Luxusautohersteller außerdem eine Zuverlässigkeits- und Verbrauchsfahrt von London nach Edinburgh mit einem Durchschnittsverbrauch für die vier Tage von knapp oberhalb 100 Liter gewonnen. Im Rahmen der London to Edinburgh Top Gear Centenary Trial wird die Gruppe der Silver Ghost die Tour des 1701 nachvollziehen, bevor sie nach Goodwood kommt und sich dort in das Revival eingliedert.

Mercedes-Benz Formel-1-Rennwagen W 196 R mit Stromlinienkarosserie, 1955. ampnet

Mercedes-Benz Formel-1-Rennwagen W 196 R mit Stromlinienkarosserie, 1955.

Zu den Höhepunkten des Revivals gehört natürlich der Start berühmter Rennfahrer bei Demonstrationsläufen auf den Fahrzeugen, mit denen Fangio in den Saisons 1954 und 1955 Motorsportgeschichte geschrieben hat: In beiden Jahren wurde der Argentinier Weltmeister der Formel 1 und errang außerdem wichtige Erfolge in Sportwagenrennen. Auf dem klassischen Kurs, wo von 1948 bis 1966 echte Rennen gefahren wurden, startete beispielsweise Juan Manuel Fangio II. starten, der Neffe des legendären Weltmeisters, auf einem Formel-1-Rennwagen Mercedes-Benz W 196 R aus dem Jahr 1954 in der Ausführung mit Stromlinienkarosserie.

London to Edinburgh Top Gear Centenary Trial mit Ernest Hives, dem späteren Lord Hives, am Steuer des 1701. ampnet

London to Edinburgh Top Gear Centenary Trial mit Ernest Hives, dem späteren Lord Hives, am Steuer des 1701.

Sir Stirling Moss und Hans Herrmann, in der Nachkriegs-Epoche der Silberpfeile die Teamkollegen Fangios, erinnerten ebenfalls an den fünfmaligen Formel-1-Weltmeister, davon zweimal auf Mercedes-Benz: Stirling Moss fuhr zum Revival einen 300 SLR (W 196 S) von 1955. Juan Manuel Fangio gewann mit exakt diesem Fahrzeug 1955 das Eifelrennen und den Großen Preis von Schweden, außerdem errang er zweite Plätze bei der Mille Miglia (ohne Kopilot), bei der Tourist Trophy und der Targa Florio (jeweils mit Karl Kling). Stirling Moss gewann ebenfalls mit einem W 196 S im Jahr 1955 zusammen mit Beifahrer Denis Jenkinson die Mille Miglia – in einer Bestzeit, die bis heute unübertroffen ist.

Hans Herrmann pilotierte einen W 196 R mit frei stehenden Rädern aus dem Jahr 1954. Auf beiden Versionen des W 196 R gewann Fangio 1954 und 1955 insgesamt neun Rennen (davon den Großen Preis von Buenos Aires mit 3-Liter-Motor), holte zwei zweite Plätze sowie einen dritten Platz und ebnete damit den Weg für den Gewinn der Weltmeisterschaft in beiden Jahren.

Mille Miglia 2011: Mika Häkkinen (rechts) und Juan Manuel Fangio II., Mercedes-Benz Typ 300 SLR (Baureihe W 196 R). In einem baugleichen Fahrzeug errang Juan Manuel Fangio 1955 den zweiten Platz bei der Mille Miglia. ampnet

Mille Miglia 2011: Mika Häkkinen (rechts) und Juan Manuel Fangio II., Mercedes-Benz Typ 300 SLR (Baureihe W 196 R). In einem baugleichen Fahrzeug errang Juan Manuel Fangio 1955 den zweiten Platz bei der Mille Miglia.

Im Mittelpunkt des Revivals standen natürlich die Rennen: Dazu zählen „Celebrity Races“ mit berühmten Rennfahrern aus den verschiedenen Sparten des Motorsports auf vier und zwei Rädern. Zu dieser Kategorie gehören die St. Mary’s Trophy, die Royal Automobile Club TT Celebration sowie die Barry Sheene Memorial Trophy. Zu den Sportwagenrennen im Rahmen des Revivals gehören die Whitsun Trophy, die Fordwater Trophy, der Madgwick Cup, die Freddie March Memorial Trophy und die Sussex Trophy. Klassische Monopostos treten in der Goodwood Trophy, der Earl of March Trophy, dem Chichester Cup, der Richmond Trophy und der Glover Trophy an.
Außerdem stellte ein großes, buntes Rahmenprogramm die Epoche der 1940er- bis 1960er-Jahre heraus. Dazu zählten Oldtimer-Auktionen und Ausstellungen klassischer Automobile ebenso wie eine Flugshow, ein Supermarkt mit Produkten längst vergangener Jahrzehnte und ein historischer Jahrmarkt. Dazu passend kleiden sich traditionell viele Teilnehmer und Besucher im Stil der Epoche und tragen so ihren Teil zum außergewöhnlichen Flair des Wochenendes bei.

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